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Kleine Auszeit am Twistesee im Waldecker Land

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah? Gerade mal 2,5 Stunden ist der Twistesee von uns entfernt und unsere Neuentdeckung für ein verlängertes Wochenende mit dem Lotti-Mobil und der ganzen Familie. Denn hier bekommt wirklich jeder was geboten! Doch lest selbst.

Der Wohnmobilhafen als Basisstation

Wir nutzen hier am See den Wohnmobilhafen als Basisstation für unsere Aktivitäten. Der Wohnmobilhafen ist mehrfach ausgezeichnet und eine wirklich kleine und feine Anlage mit rund 160 Stellplätzen. Alle Plätze haben Blick auf den See und verfügen über Strom. 13 Euro die Nacht ist ein fairer Preis.

Es werden nie alle Plätze vorreserviert, sodass man die Chance hat bei Spontanbesuchen einen Stellplatz zu bekommen. Durch Corona ist bereits seit Wochen ein Teil der Plätze reserviert und trotz unserer wirklich frühen Anreise kein befestigter Platz mehr frei.

Die Inhaber sind sehr lösungsorientiert und weisen uns einen wunderschönen Platz auf der Wiese unter einer großen Kastanie zu. Diese muss dafür noch zwei kleine Äste lassen, welche der Besitzer engagiert absägt, damit wir mit unseren 3,20 Höhe drunter passen. Für uns der beste Platz der Welt! Wiese rund um das Fahrzeug mit viel Platz und kürzesten Weg zum See.

Ausstattung und Angebot

Auf der Spur der Moschusochsen im Dovrefjell Nationalpark

Eine kleine Attraktion Norwegens sind ohne Frage die im Dovrefjell lebenden Moschusochsen.

Nachdem diese Tierart in Europa fast ausgerottet war, gab es immer wieder an verschiedenen Standorten Versuche die Tiere neu anzusiedeln. In Norwegen gelang dies nach einigen Niederlagen 1975. Mittlerweile kann man im Nationalpark Dovrefjell-Sunndalsfjella rund 300 Tiere zählen. Die Moschusochsen bewegen sich frei im Nationalpark und mit ein wenig Ausdauer kann man ihnen dort begegnen.

Rucksack auf und los

Wir sind natürlich auch neugierig auf die Moschusochsen und beschließen zwei – drei Tage einzuplanen, um den Tieren im Dovrefjell zu begegnen.

Wir verzichten auf die geführten Touren. Diese Gruppen erscheinen uns zu groß und auffällig. Zudem haben diese Gruppen eine ganz schöne Geschwindigkeit. Mit Kind gibt es da keine Chance mitzulaufen. Uns persönlich ist es auch zu schnell. Wir lieben es beim Wandern ein wenig die Seele baumeln zu lassen.

Somit packen wir unseren Tagesrucksack. Die Kamera mit großem Objektiv darf natürlich nicht fehlen. Und los gehts.

Wir starten an der E6. Neben der Fjeldstue (roter Punkt) gibt es eine Ausbuchtung in der man mit einem kleinen Reisemobil bis ca. 6 Meter parken kann.

Wir queren die glasklare und eiskalte Driva und wandern immer bergauf.

Wer früh am Morgen unterwegs ist und nicht allzu viel Lärm macht, hat gute Chancen die Moschusochsen entlang der rot gestrichelten Linie zu treffen. Hier finden wir viele Spuren, jedoch kein einziges Tier.

Wir sind etwas später dran und die Ochsen schon weit den Berg hoch. Somit wählen wir die rote Tour nur bis zum ersten Knotenpunkt und folgen dann dem Fernwanderweg in Richtung Reinheim / Snohetta. (das ist auf der Karte der kleine gestrichelte Weg weiter links)

Tømmerrenna – Die Flößerrinne in Vennesla

Norwegen ist bekannt für seine raue, unbezwingbare Natur aber auch für das eine oder andere gigantische Bauwerk, mit welchem die Menschen versucht haben sich das Leben hier einfacher zu gestalten. Neben Florli und den 4444 Stufen ist eine wirkliche Attraktion die Flößerrinne von Vennesla.

Sie ist für uns auf unserer Norwegentour die erste gemütliche Wanderung nach der langen Anfahrt mit dem Lotti-Mobil, um mal wieder ein wenig in Bewegung zu kommen.

Die Flößerrinne von Vennesla

Die Flößerrinne von Vennesla ist eine rund 4 km lange Holzkonstruktion in Form einer langen hölzernen Rinne, welche es den Menschen damals ermöglichte das geschlagene Holz aus dem Wald mit geringem Aufwand in das Tal zu befördern. Unvorstellbar, dass der Bau dieser Anlage weniger Kraft zehrend sein soll, als das Holz aus dem Wald auszurücken? Die Flößerrinne von Vennesla ist heute die einzige und längste ihrer Art in ganz Norwegen. Sie wurde liebevoll restauriert und führt den Wanderer durch eine wunderbare Landschaft immer am Fluß entlang.

Steinfossen im Hintergrund

Von 0 auf 4444 – Stairway to heaven

Es gibt ihn tatsächlich, den Stairway to heaven. Mit 4444 (eigentlich 4500) Stufen ist die Treppe in Florli die längste Holztreppe der Welt. Und heute stehe ich endlich am Fuße dieser Treppe.

von 0 auf 4444 – Auf dem Weg nach Florli

Unsere Norwegenreise nähert sich dem Ende und so steuern wir in der letzten Woche wieder den Lysefjord an, um das Projekt von 0 auf 4444 zu vollenden.

Wir fahren vom Norden kommend bei Ardal ab und biegen die kleine einspurige Straße nach Songesand in den Süden ab. Der Weg führt uns durch Heidelandschaften vorbei an kleinen Seen und tobenden Bächen.

Wer diesen Weg wählt, sollte maximal einen Kastenwagen besitzen. Die Straßen und Kurven sind zum Teil sehr eng, nicht einsehbar und bei Gegenverkehr gibt es im ersten Drittel der Straße keine Ausweichbuchten. Auch für Gespanne dürfte die Straße aufgrund der Neigung und Steigung eine Herausforderung sein.

Im mittleren Abschnitt der Strecke wird es freundlich und übersichtlich.

Erster Blick auf die Stufen von Florli

An einem kleinen Rastplatz hoch oben auf dem Plateau erhalte ich einen ersten Blick auf die Treppe in Florli und mir wird zum ersten Mal flau im Magen,

Reisevorbereitungen Norwegen – Literatur, Karten und Links

„Nur wer umherschweift, findet neue Wege.“
Norwegisches Sprichwort

 

Auch, wenn wir gerne umherschweifen und uns treiben lassen, ohne eine grobe Vorbereitung geht fast gar nichts, zumindest nicht, wenn man ganze
6 Wochen Reisezeit mit rund 12.000 –  15.000 km vor sich hat und zu der arbeitenden Bevölkerung gehört. Da muss doch ein wenig vor gearbeitet und der eine oder andere Kunde auf sein Schicksal vorbereitet werden. Zu Hause sollten alle Tiere, der Garten und das Haus versorgt sein. Wir haben Glück, dass durch die Firma immer jemand da ist und wir tolle Nachbarn haben, die auch mal die Katze streicheln.

Unsere Reise hat neben der Dauer und der Länge noch eine kleine Besonderheit. Wir fahren in zwei großen Etappen jeweils zu Dritt im kleinen Kasten mit nur knapp 5,60m Länge. Da sind Stauraum und Zuladung neben der Zeit ein weiteres knapp bemessenes Gut. Auf der ersten Strecke begleiten mich mein Vater und Herr Sohn. In Tromsö gibt es einen Männertausch. Mein Vater wird uns hier verlassen und dafür Herr Mann weiter mitfahren. Somit gibt es verschiedene Packlisten und es muss im Voraus überlegt werden, wer wann was einpackt und mitbringt oder mitnimmt. Zudem brauchen wir Aktivitäten, die für alle Altersgruppen von 11 bis 67 geeignet sind.

Literatur zur groben Orientierung

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich brauche immer ein wenig Literatur und handfestes Material, um mich mit einem Land ein wenig vertraut zu machen. Einen guten Einstieg in die Besonderheiten des Landes Norwegen bieten uns zwei Bücher:

Hier überzeugt besonders die Reisekarte, da diese einen sehr guten Überblick über die Touristischen attraktiven Reiserouten und das gesamte Land gibt ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Im Buch selbst sind die Regionen sehr gut beschrieben. Der Süden ausführlicher als der Nord-Osten. Für einen Einstieg perfekt!

Da wir uns auch zu Fuß und gerne auf Nebenwegen bewegen und der Ansicht sind, dass man alleine auf das Navi gestützt zu viele schöne kleine Ecken verpasst, haben wir zudem einmal eingekauft und uns mit einem Satz Landkarten eingedeckt. Diese werden wir auch noch einmal im Winter benötigen, da hier die gesperrten Pässe und Straßen aufgelistet sind und die Wege für Schneefahrzeuge eingezeichnet wurden. Wir haben uns für den Satz von Kümmerly & Frey * entschieden. In Summe sind das mit Schweden und Dänemark 6 oder 7 Karten in einem sehr feinen Maßstab. Den Atlas fanden wir nicht so praktisch, da die Seiten schnell raus reißen und es zum Teil keine Überschneidungen der Karten gibt, sodass Wegstücke im Bereich der Heftung fehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zudem hat sich das gute alte Tourset vom ADAC bewährt. Hier bekommt man Landesinfos, eine grobe Planung der gewünschten Tour und vieles mehr. Das Tourset ist für Mitglieder kostenlos.

 

Wer absolut auf Navigation abfährt und alles ganz genau planen möchte, kann zum Beispiel die kostenlose Software BaseCamp nutzen. Hier lassen sich auch viele Attraktionen und Wegmarken finden und Routen und Wanderungen planen.  Ich finde die Karte ab und an ganz hilfreich, um zu sehen, wo Wanderwege lang führen. Die Daten können dann auch auf das Navi übertragen werden. Da wir uns oft vor Ort überraschen und treiben lassen ist die genaue Art der Planung eher nicht für uns geeignet.

 

Die kostbaren Dinge, die ein Mensch sammeln kann, sind nicht Gold und Edelsteine. Es sind die Erinnerungen, die Erfahrungen und die kleinen Muscheln vom Strand.

 

Online Links für noch mehr Freude beim Vorbereiten

Natürlich gibt es auch ein paar wunderbare Onlinelinks, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte.

https://www.visitnorway.de/
ist die offizielle Seite von Norwegen auf der Ihr alle Attraktionen, Hotels, Zeltplätze, Traumrouten etc. findet. Ihr habt die Möglichkeit die von Euch gewünschten Punkte in einer Merkliste zu speichern und Euch dann auf einer Übersichtskarte anzeigen zu lassen, wo Ihr diese findet. Damit lässt sich eine erste Reiseplanung vornehmen.

Auf dem Nordlandblog von Sirko und Cornelia findet ihr Informationen über das Land, für das ihr Herz schlägt. Der Blog ist professionell und Sirko und Cornelia geben auch gerne Auskunft, wenn Ihr spezielle Fragen habt, welche auf der Seite nicht beantwortet werden.

Auch Katja ist begeistert von dem kühlen Norden. Ihr könnt Katja auf dem Blog Hin-fahren wo es schön ist folgen.

Und dann einfach der Nase nach….

Abenteuer beginnt, wo Pläne enden.

Gerne könnt Ihr uns auf unserem Weg folgen. Weitere Infos findet Ihr auf unserem Blog unter der Rubrik Norwegen 2019.  
Dort könnt Ihr auch erfahren, wie es mit meinem Projekt von 0 auf 4444 oder der längsten Holztreppe der Welt weiter geht und ob ich es schaffen werde die Stufen in Florli zu bezwingen.

 

Die Links zu den Produkten die wir verwenden und mit * gekennzeichnet wurden, sind Affiliate Links. Die Nutzung dieser Links ist für Euch mit keinem Nachteil verbunden. Mehr zu diesen Links könnt Ihr hier lesen.

von 0 auf 4444 – Meilenstein Nr. 1 ist erreicht


Von 0 auf 4444 – Gestern war es nach 4 Monaten Training endlich so weit – Meilenstein Nr. 1 ist erreicht und ich habe auf der Endlostreppe die 4500 Stufen in drei Stunden gemeistert. *total stolz bin*

Somit ist der Aufstieg nach Florli gesichert. Jetzt bleiben noch 8 Wochen, um noch ein wenig an der Ausdauer zu arbeiten und auch den Abstieg (noch mal 3-4 Stunden) zu sichern. Denn dafür hätte gestern die Energie nicht mehr gereicht.

4500 Stufen, entsprechen so ungefähr 270 Stockwerken. Somit bin ich jetzt in der Lage wirklich alle Hochhäuser dieser Welt zu erklimmen 😉

Ich wünsche Euch ein tolles langes WE! Vielleicht greift ihr ja auch mal wieder nach den Turnschuhen

Von 0 auf 4444 – Erste Begegnung mit der Endlostreppe

Heute habe ich den ersten Termin mit der Endlostreppe im Fitnessstudio. Ich bin total gespannt, wie dieses Training werden wird, zumal ich immer noch nicht ganz fit bin und es zu Hause dank Erkältung Nr. 3 kaum von dem einem in den anderen Stock (22 Stufen) schaffe.

Der eine oder andere wird schon wissen, was es mit dem Training auf sich hat. Ich habe das für mich große Ziel, die längste Holztreppe der Welt mit 4444 Stufen zu bezwingen. Mehr dazu in meinem Beitrag von 0 auf 4444 – Florli und die längste Holztreppe der Welt

Erstes Training im Fitnessstudio – noch bin ich guter Dinge

Die Treppe ruft

Beim ersten Check-In werde ich mit einem stylischen gelben Transponder und meiner persönlichen Getränkeflasche ausgestattet. Rasch ziehe ich mich um, denn die Treppe ruft und Holger wartet schon auf mich, um mich in das Wunderwerk der Technik einzuweisen. So wirklich viele Optionen gibt es derzeit für mich nicht. Schließlich will ich ja einfach nur auf Menge Stufen trainieren. Somit kann ich die Geschwindigkeit variieren und den Laufstil (wie auch schon auf der Kirchentreppe).

Beim ersten Test checken wir noch einmal den Puls. Der ist dank Erkältung jenseits von Gut und Böse. Wir einigen uns darauf, dass ich heute nur einen kleinen Testlauf mache und nicht übertreibe.
Der freie Zugang zur Getränkebar erweist sich schon nach kurzem Training als ausgesprochen Vorteilhaft. Denn schon nach 5 Minuten muss ich unabhängig von der Einschränkung durch die Erkältung feststellen, dass Crosstrainer, Laufband und Step-Gymnastik im Vergleich zur Endlostreppe Kindergeburtstag sind!
Die Treppenhöhe hat es mit 20.6 cm in sich (normale Treppen haben im Schnitt 14 – 17 cm Höhe in BRD) und in meinem Fall ist es nicht so sehr die Belastung der Muskeln, welche mir zu schaffen macht, sondern tatsächlich die Kondition. Alle 5-8 Stockwerke muss ich eine Pause einlegen. Somit laufe ich mich Etappenweise bis zum 30. Stockwerk hoch. Bereits heute habe ich den Verdacht, dass es eine Hassliebe wird zwischen mir und der Endlostreppe.

Wer trainiert denn hier?

Entgegen meiner Erwartungen trainieren hier ganz normale Leute. Viele haben ein paar Kilos zu viel auf den Rippen. Model-Typen sind eher nicht zu finden und auch unter den ganz jungen Sportlern scheinen alle einfach nur Spaß an der Bewegung zu haben. Ein nettes Miteinander. Zu meinem Erstaunen ist die Altersgruppe 60+ besonders stark vertreten. Das freut mich sehr zu sehen, dass man auch im Alter fit das Leben genießen kann, wenn man rechtzeitig was für sich und seinen Körper tut.

Während ich mich zum letzten Mal für heute auf die Treppe begebe und die letzten 5 Stockwerke unter Einsatz meines Lebens erklimme, kommt sie da doch noch um die Ecke. Der Alptraum aller übergewichtigen Trainierenden . Ich glaube, mehr muss man dazu nicht schreiben. Mausi hat auf jeden Fall nichts Besseres zu tun als demonstrativ die Endlostreppe neben mir zu nutzen. Natürlich perfekt gestylt, leichtfüßig ohne auch nur einen Tropfen Schweiß zu verlieren….. Nun ja was soll ich sagen. Ihr Einsatz war genau 5 Minuten lang und endete knapp nach meinem Zusammenbruch bei Stockwerk 30. Mausi, du kannst dir sicher sein, wir treffen uns wieder – bei Stockwerk 270!

Der gesicherte Indikator für bergauf ist immer ein roter Kopf. Ich kann es einfach nicht ändern. Das war schon früher so, sehr zur Belustigung aller Anwesenden.

Fazit vom ersten Training auf der Endlostreppe

Das Training ist im Gegensatz zum normalen Treppen auf und ab steigen super anstrengend. Insbesondere die Kondition wird mich noch einige Nerven kosten. Immerhin habe ich heute den Pflock bei 500 Stufen eingerammt und werde hier jetzt bei jedem Training weiter aufbauen. Hoffentlich geht das mit dem Aufbau der Kondition schneller als ich es derzeit annehme. Ansonsten werden das lange 16 Wochen.

Fazit erstes Training

Für heute reich es mir aber. Ich gehe jetzt schön baden und dann ab ins Bett. Erkältung auskurieren. Wie es weitergeht, könnt ihr hier oder auf FB verfolgen.

Ich freue mich auf jede Motivation in Form eines Kommentars durch Euch!
Bis die Tage!
Eure Alexandra

 

England 2018 – Tag 7 – Ein Besuch bei den Minions & den Hurlers

Heute verlassen wir Tintagel und bewegen uns durch das Bodmin Moor in Richtung St.Ives. Auf unserem Plan stehen: Minions & The Hurlers und das Jamaica Inn.

Das Bodmin Moor

Wie so oft geht die Fahrt über enge von hohen Hecken begleitete Straßen auf denen man maximal mit Tempo 60 voran kommt. Immer gespannt, wer einem entgegen kommen mag. Der Beifahrer ist hier ständig mit einem Blick in die Kurve gefragt und muss aktiv mit fahren. Das Bodmin Moor ist eine 208 km² große Hochmoorlandschaft. Ähnlich wie das Dartmoor ist die Vegetation von Gräsern und Farnen geprägt. An den südlichen Hängen des Moors liegt der Dozmary Pool, in den, nach der Überlieferung der Artussage, Sir Bedivere das Schwert Excalibur warf.

Zur Bronzezeit und auch später war das Gebiet dicht besiedelt. Die Menschen versuchten dem Land metallische Bodenschätze abzuringen. Später auch das wertvolle Granit, welcher sich sogar in dem königlichen Palast wieder finden lässt. Heute begegnet man hier kaum einem Menschen

Ein Dorf namens Minions

Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir das kleine Örtchen Minions. Den Ort gibt es seit ca. 1613 und wenn man sich die Gegend so anschaut, kann man sich gut vorstellen, dass hier auch die kleinen gelben Minions die wir alle aus dem Kino kennen her kommen könnten. Für die Dorfbewohner ist die Kinoproduktion auf jeden Fall ein ganz willkommener Zufall, macht sie ihren Ort doch nun interessant.

The Hurlers

Wirklich interessant ist aber nicht der kleine Ort selbst, sondern die Hurlers. Diese kann man etwas außerhalb finden. Es gibt einen kleinen Parkplatz, von dem man hin laufen kann.

Bereits von weitem sieht man eines der vielen Maschinenhäuser, welche damals die Energie für den Bergbau lieferten. Heute sind sie Landmarken. Das Gebäude bei den Hurlers ist ausgebaut und beherbergt eine kleine feine Ausstellung mit Informationen über die Region, den Bergbau, den Steinbruch. Wir staunen sehr, als wir lesen und im Film sehen, wie besiedelt diese Region war und bekommen einen ganz neuen Eindruck von der Geschichte Englands. Das Gebäude ist immer geöffnet und kostet keinen Eintritt. Die Ausstellung ist überschaubar auf einer Etage und für Kinder geeignet. Man sollte unbedingt vor einem Spaziergang oder einer Wanderung die Ausstellung besucht haben. Hier erhält man einfach alle wichtigen Informationen zu dieser historisch bedeutsamen Gegend.

Von hier aus kann man nun weiter gehen in Richtung Steinbruch mit dem Namen Cheesewring. Dieser kann beklettert werden. Uns faszinieren die gestapelten Steine, welche einen spannenden Kontrast zu der sonst sehr weichen Umgebung bilden. Es sieht aus, als habe ein Riese sie versucht meditativ zu stapeln.

Auf dem Weg zu dem Steinbruch fallen die vielen Krater auf, welche das Gebiet durchziehen. Es sieht aus, als hätte sich hier ein Riesenkaninchen ausgetobt.

The Hurlers sind drei Steinkreise, die annähernd auf einer Linie von SSW nach NNO liegen. Sie haben einen Durchmesser von 32, 42 und 33 m. So genau weiß man nicht, welche Bedeutung sie hatten. Wenn man sich in einen der Kreise hinein stellt und die Umgebung betrachtet, ist das hier aber sicherlich so hoch gelegen ein magischer Ort.

Wir drehen noch eine Runde und genießen die einmalig schöne Landschaft und den einen oder anderen spannenden Ausblick, bevor wir weiter fahren. Als Zeitaufwand sollte man mindestens 3 Stunden einplanen. Wer noch den Steinbruch beklettern will, kann sicherlich mit 6 Stunden rechnen. Wir finden, dass dieser Ausflug wunderschön war und für jeden zu empfehlen ist, der in die Geschichte Englands einsteigen möchte und die Landschaft und Ruhe mag.

Das Jamaica Inn – der Ort für lichtscheues Gesinde

 

Unmittelbar mit dem Bodmin Moor ist das Sagen umwobene Jamaica Inn verbunden. Hier sollen Schmuggler über die Jahrhunderte ihre Waren versteckt und getauscht haben. Gut vorstellbar, denn immerhin liegt es strategisch günstig am Meer, ist aber so einsam und verlassen im Moor, dass hier sicherlich niemand freiwillig raus gekommen ist. Auch soll es hier spuken.

Heute ist das Jamaica Inn ein heller freundlicher Ort, der den Massentourismus auf sich zieht, leider aber bis auf den Namen nicht viel zu bieten hat. Die denkmal geschützte Anlage besteht aus einem großen Souvenierladen. Das ist der größte Souvenierladen, den wir auf unserer Reise gesehen haben.
Wer Handtücher etc. kaufen möchte, sollte hier mal rein schauen.
Neben dem Souveniergeschäft gibt es einen kleinen Lebensmittelladen mit regionalen Produkten. Mit ein wenig Glück bekommt man hier leckeres Brot, welches sich ein wenig von dem typischen englischen Brot abhebt.
Nebenan geht es weiter mit einem urigen Pub, der seine Waren aber zu irrwitzigen Preisen anbietet. Der Außenbereich ist nicht beschattet. Das ist schade, denn bei den aktuellen Temperaturen und der Wanderung bei den Hurlers hätten wir gerne eine Rast gemacht und etwas getrunken. Da die Sonne unterträglich war, und wir bei dem schönen Wetter nicht im dunklen Pub sitzen wollten, haben wir es uns im Lotti-Mobil bequem gemacht.

Einen ganz kleiner Teil des Essembels wird durch eine Ausstellung belegt. Hier gibt es eine großen Bereich über Daphne du Maurier und eine Ausstellung über die Zeit des Schmuggels.

Das Jamaica Inn ist Handlungsort des 1936 erschienenen gleichnamigen Romans (deutscher Titel Gasthaus Jamaika) von Daphne du Maurier und seiner Verfilmung durch Alfred Hitchcock von 1939 (deutsche Titel Riff-Priraten und Die Taverne von Jamaika).

Wir hatten uns aufgrund der Berichterstattung etwas mehr von diesem Ort erwartet. Das Jamaica Inn ist komplett auf Tourismus ausgelegt ohne jedoch das Gefühl zu vermitteln, dass der Tourist an sich ein Gast ist. Hier geht es einzig ums Geld verdienen. Das Gebäude an sich ist sehenswert! Die Ausstellungen sind bei unserem Sohn und auch bei uns nicht auf Gegenliebe gestoßen. Für den aufgerufenen Preis hätten wir eine spannendere Präsentation erwartet. Im Vergleich hierzu war das Prison Museum im Dartmoor einen richtig langen Aufenthalt wert.

Ursprünglich wollten wir hier übernachten.  Da aber der Charme des Moores, der Geruch der Schmuggler und der kalte Hauch der Geister an diesem Ort nicht mehr zu spüren ist, beschließen wir weiter in Richtung Küste zu fahren. Ihr merkt, wir sind Meister im Weglassen und Routen ändern.

Das Hinterland von St. Ives

Unser Weg führt weiter in sonnige Gefilde. Innerhalb weniger Kilometer verändert sich die Landschaft und wir werden begleitet von Palmen und exotischen Pflanzen, wie man sie sonst nur aus dem Mittelmeerraum kennt.

Mit unserem Brit Stops Stellplatzführer finden wir den gemütlichen und mediterran maritim anmutenden  Pub Balnoon Inn.

Die Inhaber begrüßen uns herzlich und sind wirklich sehr gastfreundlich. Neben netten Gesprächen erfreut das Balnoon Inn durch einen wunderschönen Außenbereich.

Natürlich gibt es hier wieder Burger und Nachos mit mega viel Käse.

Das ist so viel Käse, dass wir die Hälfte an die Katze verfüttern. Es wundert uns, dass die noch so schlank ist. Aber kann man bei dem Blick NEIN sagen?

Unser Stellplatz für heute Nacht – ein Traum! Spanien oder Frankreich könnten kaum schöner sein. Durch die Nähe zum Meer ist das Klima hier angenehm.

Wenn Ihr mehr über Cornwall lesen wollt, dann folgt uns doch auf unserer Reise. Hier findet Ihr eine Übersicht unserer Reiseziele in diesem Sommer.

England 2018 – Tag 6 – Wanderung von Tintagel nach Boscastle

Cornwalls Küste ruft

Heute erkunden wir zu Fuß die wundervolle Küste von Cornwall. Der Weg führt uns von Tintagel nach Boscastle. Direkt hinter unserem Zeltplatz führt der Küstenwanderweg vorbei. Mit einem Sprung über die Mauer stehen wir beim angrenzenden Landwirt auf der Kuhweide. Queren diese Richtung Norden und nur wenige Meter weiter bewundern wir die Atem beraubende Schönheit dieser Küstenlandschaft.

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Steile Klippen, das weite Meer in den tollsten Blautönen, das Kreischen der Möwen, grüne Wiesen…. ich liebe das Meer. Hier zeigt es sich von seiner vielfältigsten und beeindruckendsten Seite. Aber lest selbst.

Der Wanderweg von Tintagel nach Boscastle

Wir haben heute ein wunderbares Wetter. Strahlend blauer Himmel und Temperaturen von 35 Grad und mehr werden uns begleiten. Bestes Wetter für diesen Streckenabschnitt, denn der Weg führt mehrmals über Klippen zum Teil bis hinunter zum Meer und über unebene Steintreppen steil hinauf. Bei nasser Witterung sicherlich eine rutschige Angelegenheit.

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Geeignet ist der Weg für Kinder mit guter Kondition ab ca. 8 Jahren. Wer mehr Zeit einplanen will und größere Pausen einlegen kann, bezwingt den Weg sicherlich auch mit jüngeren Kindern. Die Kinder sollten Risiken einschätzen können und zuverlässig auf dem Weg bleiben. Der Weg ist auf langen Stücken nicht abgesichert. Einzupacken sind ausreichend Trinkwasser, Schwimmsachen!!!!, Sonnenhut und Creme haben sich bewährt. Es gibt auf der ganzen Strecke keinen Schatten.

Karibik lässt grüßen

Die ersten 3 Kilometer folgen wir dem Küstenpfad bis zu einer kleinen Bucht. Hier steigen wir die steilen Treppen hinunter und werden eine Badepause einlegen. Türkis-blaues Wasser wohin das Auge schaut, weicher heller Sandstrand. Karibik-Feeling pur.

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Der Atlantik lässt uns allerdings mit seinem eiskalten Wasser schnell in die Realität zurückkommen. Dennoch lohnt sich ein Bad in den kalten Fluten. Ich habe selten so klares Wasser gesehen. Meter weit draußen kann man noch bis auf den Grund sehen. Es gibt blaue Quallen und Seenadeln zu entdecken. Herr Sohn fängt eine Seenadel und baute ihr am Strand ein Wasserschloss.

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Nur ungern lassen wir Nadel zurück, aber wir haben ja noch ein paar km vor uns.

So geht es die steilen Klippen vorbei am mini Wasserfall hoch, zurück auf den Küstenpfad. Wir umrunden in luftiger Höhe unsere Bucht und wandern durch Heideflächen und karge Wiesenlandschaft weiter bis zum nächsten Tal.

Hier ändert sich schlagartig die Vegetation und man steht in einer ganz anderen Welt. In dem Einschnitt sammelt sich das Süßwasser aus dem Umland, welches dann in einem großen Bach dem Meer entgegen fließt. Hier ist es auf einmal ganz kühl, es wachsen prachtvolle Lilien und andere Pflanzen, welche wir eher aus den heimischen Gärten kennen.

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Auch der Untergrund besteht auf einmal aus Schiefer, welcher prächtig glänzt. Hier möchte ich am liebsten gar nicht mehr weg. Aus dem Tal klettern wir über einen Holzsteg und in Stein gehauene Stufen wieder hoch. Oben angekommen fühlen wir uns vom Wetter her eher in der Toscana. Es ist stickig und staubig. Der Weg wieder karg steinig.

Das schönste Fenster der Cornwalls

Das nächste Highlight auf dieser Tour ist The Women Window. Eine Öffnung in einer Felsformation, welche einen interessanten Blick auf das Meer gewährt.

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Hier überrascht uns die Natur mit grünen Flächen und vielen kleinen weißen blühenden Blumen. Wir machen auf einer Bank eine kleine Pause und genießen die tolle Aussicht. Doch so langsam sollten wir weiter, wenn wir am Ziel noch das Cafe und das Museum of Witchcraft besuchen wollen.

Es geht wider bergab und bergauf. Und irgendwie ist für uns der Weg auf einmal nicht mehr gekennzeichnet. Wir landen auf einer Weide und sind ganz froh, dass es den Bewohnern auch viel zu heiß ist und die Wiederkäuer lieber im Schatten liegen und sich für uns nur minimal interessieren. Die männlichen Tiere sind schon recht beeindruckend….

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wir irren also über die Weide und suchen und suchen. Auch andere Wanderer scheinen nicht wirklich weiter zu kommen. Schließlich entdecken wir am Ende der Weide den Weg und über Stacheldraht und Brombeerranken hinweg gelangen wir wieder auf den richtigen Pfad.

Boscastle

Es geht wieder hinunter. Dann über zahlreiche Steintreppen hinauf.

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Erneut wechselt die Vegetation. Dann die nächste Landmarke vor unserem Ziel. Der Leuchtturm. Nun sind es nur noch wenige Kilometer. Schon von Ferne sehen wir den ehemaligen Hafen, welcher durch einen Sturm vor ein paar Jahren in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch in diesem Jahr hat sich das Dorf noch nicht von diesem Ereignis gänzlich erholt, so dass es nicht wirklich das Touristenherz höher schlagen lässt.

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Dafür entschädigt jedoch die Wanderung und das Cafe im Hafen.  Mit letzter Energie gelangen wir nach Boscastel und sind froh, dass wir hier den letzten Terrassenplatz im hiesigen Hafencafe erobern.

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Bei Scones and Tee und selbstgemachter Limonde erholen wir uns von der Sonne und der Hitze und beschließen lieber noch eine Limonade zu trinken und das Museum nicht zu besuchen. Ein Rezept für Scones findet Ihr unter “kulinarisches” auf diesem Blog.

Über die Englische Höflichkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln

Zurück geht es mit dem regulären Bus, der alle Stunde fährt. Die Rückfahrt kostet ca. 12 Euro für uns Drei.

Besonders ist hier die englische Höflichkeit in Erinnerung geblieben. Was in Deutschland schier unmöglich scheint, ist hier der Standard. Es steigen zuerst alle Personen der Reihe nach vorne beim Busfahrer aus. Erst dann steigen der Reihe nach alle ein. Jeder grüßt den Busfahrer höflich. Der Busfaher stellt die Tickets aus und berät seine Kundschaft. Wenn alle versorgt sind, geht die Fahrt los durch das Hinterland. Kleine Dörfer, einsame Höfe, viel Weidefläche…. immer wieder stoppt der Fahrer, um eines der Schulkinder an einer Kreuzung raus zu lassen. Und man mag es nicht glauben. Jedes Kind bedankt sich artig beim Fahrer, dass es mitfahren durfte.

Zur WM im Pub den Abend ausklingen lassen

Schließlich hält unser Bus auch in Tintagel in der Ortsmitte. Wir steigen mit einem Gruß aus und gehen flink zum Zeltplatz. Abendessen und Popcorn machen im Dutch Oven. Weitere Rezepte findet Ihrauf diesem Blog unter “kulinarisches” – “Dutch Oven”

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Später ist in den Pubs Fußball angesagt. Es spielt England! Solltet ihr jemals die Chance haben in einem Pub zur WM die Engländer spielen zu sehen – lasst euch das nicht entgehen. Deutsche Fans sind dagegen eine lahme Seniorentruppe.

Morgen geht’s dann weiter in Richtung Süden. In Erinnerung bleibt für mich ein zauberhafter, atemberaubender Küstenbaschnitt, den man unbedingt gewandert sein muss.

Uns wir ebenfalls der englische Rentner mit dem Golden Retriver und dem großen Wohnmobil in Erinnerung bleiben, der uns ab und an mit einem Plausch die Zeit vertrieb, jeder Zeit eine offene Tür hatte und herzlich zu jedem Fußballspiel in seinen Wagen einlud. Von ihm haben wir auch den tollen Satz mitgenommen: „This dog is not under Control!“ Der bei uns in abgewandelter Form zum Dauerbrenner in diesem Sommer wurde.

Wenn Ihr mehr über Cornwall lesen wollt, dann folgt uns doch auf unserer Reise. Hier findet Ihr eine Übersicht unserer Reiseziele in diesem Sommer.

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