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Tulpen wohin das Auge sieht – der Keukenhof in Holland

Was verbindet ihr mit den Niederlanden? Das Erste, was mir einfällt, sind Frau Antje, Käse, Wassergräben und Tulpen. Und wer von Tulpen nicht genug bekommen kann, für den ist der Keukenhof in Süd-Holland die erste Adresse.  

Der Keukenhof

Der Keukenhof liegt in der Gemarkung Süd-Holland im kleinen beschaulichen Örtchen Lisse und ist die Adresse Nummer 1 für Tulpenliebhaber. Aber auch wer mit Garten nicht so viel am Hut hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Über 7 Millionen Zwiebelpflanzen verzaubern den Besucher mit ihrem Duft und ihrer Farbenpracht. In einer riesengroßen Parkanlage können die einzelnen Züchtungen und Pflanzbeispiele bewundert werden.

Geöffnet ist der Keukenhof von Ende März bis zum 15. Mai. Je nach Wetterlage können sich die Öffnungszeiten auch von Jahr zu Jahr ein wenig nach hinten verschieben. Von 08:00 Uhr bis 19:30 Uhr könnt ihr die riesige Parkanlage entdecken und in das Farbenmeer eintauchen.
 

Was erwartet euch? 

Natürlich wird für die ganze Familie etwas geboten. Für die Kinder gibt es einen großen Spielplatz, wer den Weg durch das Labyrinth schafft, wird mit einer zauberhaften Aussicht über die großen Tulpenfelder vor dem Park belohnt.

Das Labyrinth wird von Groß und Klein geliebt.

 

Eine weitere Attraktion ist die alte Windmühle, welche auch von innen besichtigt werden kann. Von hier oben hat man ebenfalls einen guten Ausblick über den Park und die umliegenden Tulpenfelder.

Der Keukenhof ist eine superspannende Parkanlage. Auf rund 200 Hektar werden unterschiedliche Landschaftsbilder angelegt. So gibt es lichte Dünen, die mit Kiefern bewachsen sind, Bereiche mit alten hohen Bäumen, einen japanischen Garten. Neben den Hauptwegen, gibt es zahlreiche Nebenwege, die spannende Ein- und Ausblicke bieten.

Mal geht man einen kleinen Hügel hoch, mal steht man auf einmal vor einem kleinen Wassergraben und darf eine niedliche Brücke überqueren. Das Highlight für die meisten Kinder (und auch große Kinder) dürften die Steine sein, über welche man förmlich über das Wasser laufen kann.

Im Parkbereich links neben dem Haupteingang gibt es eine ganz besondere Attraktion. Hier steht eine alte Orgel, deren Pfeifen man über das halbe Gelände hören kann. Es ist eine wahre Freude sich hier hinzusetzen und den teils alten aber auch modernen Liedern zuzuhören und zu verweilen. 

Im Mittelpunkt des Paktes befinden sich große Hallen, welche Willem-Alexander getauft sind. In diesen Hallen gibt es eine kompakte Übersicht über alle im Park eingepflanzten Tulpen. Diese sind zum Teil nach Züchtern sortiert. In kleinen Beeten im Format von ca. 1 × 1 Metern stellen sich die einzelnen Sorten noch einmal vor. Daneben gibt es schöne Arrangements und Beispiele, wie man den heimischen Garten gestalten kann. Das eine oder andere Accessoire lässt sich hier auch kaufen. Und natürlich können auch die Zwiebelpflanzen hier erworben werden. 

In einer weiteren Halle kurz vor dem Haupteingang werden regelmäßig neue Züchtungen prämiert und mit Preisen ausgestattet. Auch diese Halle ist unbedingt sehenswert, da die neuen Sorten ganz besonders aufwendig und hübsch zur Schau gestellt werden. Zum Teil werden Bühnen gestaltet, die denen in Las Vegas in nichts nachstehen. 

Ja natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt, an zahlreichen Stellen im Park gibt es Sitzgelegenheiten und die Möglichkeit etwas zu essen zu kaufen. Um ehrlich zu sein, ist die Gastronomie nicht besonders überzeugend, sodass es sich anbietet selbst etwas zu essen mitzunehmen. Bei den vielen Eindrücken, die euch im Park erwarten, werdet ihr mindestens eine Pause benötigen. Für euren Besuch könnt ihr gut und gerne 4 – 6 Stunden einrechnen. 

 

Unterwegs mit dem Schiff 

Wer nach dem Besuch im Park noch nicht genug von den Tulpen hat, für den bietet sich eine Bootstour mit einem Flüsterboot an. Diese Touren starten im Keukenhof an der Windmühle. In rund 45 Minuten fahrt ihr durch die vielen kleinen Kanäle rund um den Park und könnt vom Wasser aus die riesigen Felder besichtigen und euch ein wenig entspannen. Die Bootstour könnt ihr ebenfalls vorab buchen. Erwachsene bezahlen rund 9 Euro.

Wie kommt ihr zum Keukenhof hin?

Mit dem Fahrrad

Die schönste Möglichkeit, den Keukenhof zu besuchen, ist die Anfahrt mit dem Fahrrad. Denn bereits auf dem Weg hierherfahrt ihr vorbei an den riesigen Tulpenfeldern der Züchter. In Lisse selbst sind zahlreiche Züchter ansässig, was auf die Bodenbeschaffenheit zurückzuführen ist. Dieser ist hier in der Region besonders sandig und kalkhaltig und schafft somit beste Voraussetzungen für die Zucht von Hyazinthen, Narzissen und Tulpen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wieso ein riesiges Hyazinthenfeld duftet. Ein wirkliches Erlebnis für die Sinne. 

Wenn ihr mit dem Fahrrad fahrt, könnt ihr zudem die zauberhaft schöne Natur entdecken. Südholland ist von zahlreichen Kanälen durchzogen und bietet hier vielen Wasservögeln ein ideales Zuhause.

Auch im Ort Lisse und in den Orten drumherum sind diese Wassergräben zu finden. Sie unterteilen die Grundstücke und sind zugleich Grundstücksgrenze. Auf den zahlreichen kleinen Wiesen könnt ihr im Frühling Kühe und Schafe mit ihren Lämmchen beobachten.

Auf vielen Wiesen vor den Häusern stehen Schafe, Hühner, Kühe….

Fahrrad fahren in Holland ist dabei ein ganz besonderes Erlebnis, denn die Niederländer haben parallel zu den Straßen, großzügige Radwege angelegt, sodass man bequem nebeneinander quer durch die ganze Stadt fahren kann, ohne in den Autoverkehr zu kommen.
Zudem gibt es hier keine Steigungen. Der Deich dürfte wohl die größte Erhebung weit und breit sein, sodass Fahrradfahren wirklich einfach ist und man auch ohne große Anstrengung 10 Kilometer fahren kann. 

Überall gibt es unterwegs schöne Grünflächen

Kleiner Tipp: Da die Niederländer vieles mit dem Fahrrad erledigen, werdet Ihr nicht wie in Deutschland an jeder Ecke auf große Supermärkte auf der grünen Wiese stoßen, welche ihr mit dem PKW oder gar dem Reisemobil anfahren könnt. Die meisten Supermärkte haben die Größe von den alten Kaisers- oder Tengelmann-Märkten, wie man sie noch aus den 70er Jahren in Deutschland kennt und viele haben keine separaten Parkplätze. Wenn Ihr mit dem Rad unterwegs seid, und einkaufen müsst, dann nutzt die Gunst der Stunde und fahrt den nächsten kleinen Markt mit dem Rad an. So gut wie jeder Stadtteil hat eine Einkaufsgelegenheit.

Mit dem PKW

Wenn ihr den Keukenhof besichtigen wollt, reserviert ihr am besten online ein Ticket und kauft ein Parkplatzticket dazu. Direkt vor dem Haupteingang gibt es einen großen Parkplatz für Pkw und für Reisemobile.

Mit dem Nahverkehr

Aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln könnt ihr den Keukenhof bestens erreichen. Lisse verfügt über einen Bahnanschluss und sehr gute Busverbindungen, sodass auch eine Anreise aus dem Umland gut möglich ist. In der Regel können im Schienenverkehr auch Fahrräder mitgenommen werden, sodass ihr die letzten Meter vom Bahnhof mit dem eigenen Fahrrad fahren könnt. Mit dem Ticket für den Keukenhof könnt Ihr ein Kombiticket für den Nahverkehr erwerben.

Der Keukenhof-Express-Bus bringt Euch dann direkt zum Park. Mit dem Reiseplaner 9292 könnt Ihr Eure Reise ganz einfach im Voraus planen.

 

Entnommen von der Homepage https://keukenhof.nl/de/ov/

 

Übernachten mit dem Reisemobil

Wir haben uns einen der zahlreichen Stellplätze außerhalb von Lisse ausgesucht, wenn ihr bei Google Maps nach Camping Liste sucht, werden euch Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Reisemobil in unterschiedlichen Qualitäten angeboten.

Wir haben uns den Campingplatz von Eden ausgesucht. Der Stellplatz ist ungefähr 6 Kilometer vom Keukenhof entfernt, so dass wir schnell und ohne großen Zeitaufwand mit dem Fahrrad zum Keukenhof fahren können. Dieser Platz befindet sich unmittelbar neben einem landwirtschaftlichen Betrieb, welcher einen kleinen Hofladen betreibt. Natürlich umgeben von viel Wasser und der Möglichkeit, mit dem Kanu zu fahren oder baden zu gehen. Er bietet für touristische Camper eine einfache, aber saubere Infrastruktur. Generell geht es hier eher ruhiger und entspannt zu.

Nicht zu übersehen – das W-Lan funktioniert – schnell mal nach dem Weg schauen.

Für Kinder gibt es ein großes Trampolin und eine große Wiese zum Fußballspielen. Mehr braucht es auch eigentlich nicht, denn die Wiesen und Wassergräben haben auch so einiges zu bieten. Die gut ausgebauten Fahrradwege laden zum Skateboardern oder Inlinern ein.

Neben einem Brötchenservice können auch Fahrräder gemietet werden. Die Möglichkeit Fahrräder zu Mieten gibt es in den Niederlanden an fast jeder Ecke. Für ein einfaches Fahrrad zahlt man rund 7-9 € am Tag. Da die Niederlanden einfach alles auf das Fahrrad abgestellt haben, gibt es natürlich auch Lastenräder und Kindersitze. Es ist hier kein Problem, mit dem Rad die ganze Familie von A nach B zu bringen.

Landschaftlich ist der Campingplatz wirklich schön. Wir stehen mit der Schnauze zu einem Wassergraben und schauen über die Felder. Morgens erfreuen uns die Kühe vom benachbarten Hof, welche nach dem Melken wild über die Weide springen.
Einen kleinen Makel gibt es hier jedoch Liste und der Platz liegen in der Einflugschneise vom Flughafen. Somit fliegen regelmäßig Flugzeuge über den Platz, jedoch gibt es ein striktes Nachtflugverbot.

Kanal neben dem Campingplatz lädt zum Kanufahren ein

Wer es etwas komfortabler möchte und vielleicht auch etwas ruhiger, der sucht sich einen etwas weiter abgelegenen Stellplatz in Richtung Meer. Die Nordsee ist rund 10 Kilometer von Lisse entfernt. Hier hört man die Flugzeuge zwar auch noch ein wenig, aber wesentlich leiser. Bitte beachtet bei eurer Stellplatzsuche, dass gerade über die Osterfeiertage die Niederländer alle unterwegs sind und ihr im Voraus diese Plätze reservieren solltet. Direkt nach den Osterfeiertagen findet sich in der Regel immer irgendwo ein Platz, wenn ihr mit einem kleineren Fahrzeug unterwegs seid.

Fazit

Der Keukenhof ist von der Mitte Deutschlands und dem Westen Deutschlands schnell zu erreichen und damit ein geeignetes Ziel für ein langes Wochenende mit dem Reisemobil. Wir waren bereits mehrere Male im Keukenhof. Vor ein paar Jahren mit kleinem Kind (Achtung Wechselsachen mitnehmen, weil sie warum auch immer alle ins Wasser fallen) und jetzt mit einem Jugendlichen im Schlepp. Hier kommt jeder Besucher ins Staunen und wirklich alle Familienmitglieder haben in dieser Parkanlage ihre Freude. Nicht zuletzt machen die bunten Blüten auch einfach gute Laune nach einem langen grauen Winter.

 

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About Alexandra Gerhardt-Botzian

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