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Landvergnügen auf der Straußenfarm

Seit geraumer Zeit nutzen wir den “Stellplatzführer” Landvergnügen*, da er eine gute Alternative zum Freistehen bietet. Zudem lernen wir so den einen oder anderen spannenden landwirtschaftlichen Betrieb kennen. Bevorzugt suchen wir uns Betriebe heraus, welche ökologisch sinnvoll und nachhaltig arbeiten oder ein besonderes Erzeugnis anbieten. 

Am letzten Wochenende stellte uns die Familie Eisel in Hermersberg einen wunderschönen ruhigen Stellplatz auf ihrer Straußenfarm zur Verfügung und gaben uns bei einer privaten Führung einen umfassenden Einblick in das Leben auf der Straußenfarm.

Bei einem ersten Spaziergang um die Weide der Straußenfarm sind wir ein wenig irritiert, den von den rund 45 Tieren ist kein einziges zu sehen. Irgendwo müssen sie aber ja stecken. Bei der Größe können sie sich schlecht in Luft auflösen. Also machen wir durch Rufen auf uns aufmerksam. Und nach nur knapp einer Minute siegt die Neugierde der Tiere. Die erste Straußendame reckt keck ihren Hals und läuft erstaunlich elegant auf uns zu.

Wir sind beeindruckt von der Größe dieses Vogels. Doch als dann weitere zwei Minuten später der Hahn aufgeplustert und imposant mit den Flügeln rudernd auf uns zu läuft, sind wir sprachlos.

Uns wird schnell klar, dass wir als Menschen keine Chance hätten, bei dieser Präsenz ein Straußenei zu klauen und überlegen uns, wie wohl eine entsprechende erfolgreiche Taktik aussehen müsste…. allen die das versuchen möchten, raten wir dringend davon ab. Die Tiere können 70km/h rennen – und das über längere Strecken. Der Doppelzaun ist wohl nicht zwingend zum Schutz der Tiere da, sondern eher zum Schutz der Besucher.

Die Straußendamen erreichen eine Größe von bis zu 1,90m bei einem Gewicht von rund 110kg. Die männlichen Tiere wiegen rund 135kg. Mit einer Größe von bis zu 2,50m können sie problemlos die Steppe überblicken.

Aug in Aug mit dem Strauß

Am Sonntagmorgen dürfen wir dann in Begleitung der Familie Eisel auf das Gelände und kommen somit den großen Vögeln ganz nah. An Neugierde fehlt es den Tieren wirklich nicht und jede Abwechslung scheint willkommen. Binnen Sekunden steht die gesamte Herde vor uns. Muttertiere und ihre pubertären 8 Monate alten Zöglinge, welche sich von der Größe her kaum unterscheiden lassen. Lediglich anhand des Federkleides lässt sich der Nachwuchs noch ausfindig machen.

So ganz aus der Nähe und in Begleitung des Besitzers erscheinen uns die großen Vögel ein wenig nahbarer, aber auch hier behalten wir entsprechenden Respekt und trauen uns nicht zu nah heran. Weiß man, was so einem Vogel alles durch den Kopf geht? Der wiederum ist wirklich ziemlich hübsch anzusehen.

Leider kommen wir an den ganz jungen Nachwuchs nicht heran. Hier kommt wieder der imposante Hahn ins Spiel. Dieser behütet seine Nachkommen inklusive Eier so gut, dass es einfach kein Chance gibt, dort in die Nähe zu gelangen. Im Zweifel würde er sogar töten. Einige Impressionen von den Küken erhaltet Ihr aber auf der Seite der Straußenfarm.

Der Strauß verfügt über sehr kräftige Füße und eine messerscharfe Kralle. Mit dieser schlitzt er seine Gegner einfach auf.

Die Frage nach dem Eierklau lässt sich auch beantworten. Die Strauße sammeln eine ganze Weile ihre Eier in Gemeinschaftsnestern. Solange sie in der Phase des Sammelns sind, kann man die Eier mit ein wenig Ablenkung der Tiere einsammeln. Sobald sie jedoch beschlossen haben mit dem Brüten anzufangen, gibt es keine Möglichkeit mehr an die Eier heranzukommen.

Die Strauße legen gemeinschaftliche Nester an.
Das Gelege der Haupthenne besteht aus 8-10 Eier.
Die Nebenhennen legen rund 4-5 Eier.
Ein Gelege besteht aus bis zu 80 Eiern.
Ein Ei wiegt ca. 1,9 kg. Das entspricht ungefähr 24 Hühnereiern.
Absolut ist das Straußenei das größte Ei der Welt.
Relativ zur Größe des Tieres ist es das Kleinste.

Wirklich begeistert hat uns der Bewegungsablauf dieser neugierigen Tiere und mit welcher Eleganz sie sich bewegen und über die Weide rennen. Besonders grazil sind die Pirouetten die sie immer wieder drehen. Wie zu groß geratene Balletttänzerinnen.

Der Strauß als Nutztier

Der Strauß eignet sich nur bedingt für die Massentierhaltung. Da die Tiere hierzulande zugefüttert werden müssen und die Anforderungen an Platz je Tier extrem hoch sind. Dem gegenüber steht der eher geringe Ertrag mit rund  25 kg Fleisch zuzüglich Innereien, welche je Tier genutzt werden können. Hier handelt es sich definitiv um Fleisch für Kenner und Liebhabe, welches seinen Preis hat.  Jedoch überzeugt das Straußenfleisch durch seine feine Struktur und den für Geflügel ungewöhnlich kräftigen Geschmack. Auch wird dem Fleisch nachgesagt, dass es sehr gesund sei. Und letzten Endes isst hier das gute Gewissen auch mit. Denn die Tiere werden hier sehr gut gehalten.

Wir kaufen in dem Hofladen von Familie Eisel Steaks und Würstchen zum grillen, Salami und Leberwurst. Auf Vorbestellung kann man auch Straußeneier kaufen. Ansonsten kann man hier zahlreiche weitere Dinge rund um den Strauß erwerben.

Die Steaks bereiten wir auf der Grillplatte mit Süßkartoffelpommes aus dem Backofen zu. Lecker ist noch untertrieben. Wir sind begeistert von der Qualität und dem Geschmack dieses Fleisches und die Hingabe, mit welcher diese Produkte gefertigt wurden.

Wir bedanken uns herzlich für die vielen Informationen und Einblicke, welche wir von Familie Eisele erhalten haben. Hier merkt man, wie sehr Ihr Herz für die Straußenfarm und Ihre Tiere schlägt.

Wenn auch Ihr einmal den großen Tieren begegnen wollt – fahrt doch mal hin nach Hermersberg. Neben der Straußenfarm kann man hier auch wunderbar wandern gehen. Aber davon berichte ich Euch in einem anderen Beitrag.

 

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