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Mindset bewahren – besonders in stressigen Zeiten

Dauerstress und Unsicherheit belastet

Die Tage habe ich mich mit mehreren befreundeten Unternehmern unterhalten. Ja, es ist zum verzweifeln, austitschen und aus der Haut fahren, wenn man sich in diesem Tagen insbesondere als unternehmerisch denkender und anpackender Mensch die Politik und das Umfeld betrachtet. Da kann man schon mal an Auswandern, Mord oder einfach morgens nicht mehr aufstehen denken. Alles vorstellbar, aber spontan in der jetzigen Situation oder auf Dauer nicht wirklich realisierbar.

In den Gesprächen überlegten wir gemeinsam, was man denn alleine gegen diese herunter ziehende bis hin zur leicht depressiven Stimmung machen könne. Denn natürlich fehlt derzeit auch uns Unternehmern nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch auf geschäftlicher Ebene der persönliche und direkte Kontakt zu unserem sozialen Umfeld. Und auch das drückt irgendwann auf die gute Laune. Hinzu kommen finanzielle und personelle Fragen und dann eben das was privat bei jedem derzeit ein Thema ist. Homeschooling, fehlender Kontakt zu Angehörigen, seit Wochen das Haus kaum verlassen, als Single zu vereinsamen und als Familie sich gegenseitig auf die Nerven gehen.

Dreh- und Angelpunkt war in den Gesprächen fast immer das Thema Mindset.

Das Mindset als Dreh- und Angelpunkt

Mindset ist in aller Munde und wird meistens von Motivations-Coaches verwendet. Aber was bedeutet Mindset eigentlich?
Mindset kommt aus dem englischsprachigen Raum und beschreibt das persönliche Denk- und Verhaltensmuster, mit welchem man sich durch den Tag bewegt. Es drückt die Weltanschauung und die persönliche Lebensphilosophie aus. Die Haltung, mit welcher man jeden Tag der Welt begegnet.

In der Diskussion haben wir festgestellt, dass wir als Menschen mit positiver, kreativer Haltung die eigentlich kaum Grenzen kennen und sich in neuen Situationen sehr schnell zurechtfinden können (und diesen Zustand eigentlich lieben), derzeit ab und an richtig heruntergezogen werden. Wir fühlen uns von jetzt auf gleich handlungsunfähig. Fallen gefühlt in ein Loch.

Warum das so ist? Weil alles das, was derzeit um uns herum passiert so gar nicht mit unserem persönlichen Mindset kompatibel ist. Ich glaube ich habe noch nie eine so große Diskrepanz zwischen meiner persönlichen Haltung und dem was politisch und generell um mich herum passiert erfahren. Das lässt Zweifel aufkommen an den eigenen Werten. Und durch die fehlenden Kontakte mit ähnlich tickenden Personen fühlt man sich irgendwie falsch. Möchte was ändern, aber man weiß gar nicht, wo man eigentlich ansetzen soll. Was machen, anpacken, loslegen.

Gefühlt möchte man nur noch schreien, manche Leute um einen herum schütteln und fragen, was eigentlich in deren Köpfen vorgeht.

Mindset bewahren

Wenn man in dem Loch sitzt und zunehmend das Gefühl hat, morgens nicht mehr unter der Bettdecke hervorkommen zu wollen, dann hilft eigentlich nur eins. Zurück kehren zum eigenen Mindset und sich auf das besinnen, wer man ist und was man kann. Sich bewusst machen, dass das alles da draußen nur eine Phase ist – wenn auch derzeit eine sehr lange Phase (Corona) und nicht wirklich absehbar ist, wie lange diese sein wird und was noch alles für uns als Unternehmer auf uns zu kommt. Aber es ist eine Phase und die gehen vorbei! So weit die gute Nachricht.

Wenn man also merkt, dass man in so eine Abwärtsspirale hinein gerät, dann sollte man schleunigst die Reißleine ziehen, bevor man gar nicht mehr aus dem Tal hinauskommt und sich ein negatives Mindset verfestigt.

Sofort-Maßnahmen um sein Mindset zu bewahren

  1. Schalte den Fernseher aus! In den Nachrichten kommt eh immer nur der gleiche Kram und ob sich die Chinesen gerade mit den Amerikanern oder die Amerikaner mit den Russen streiten ist für unser Leben eigentlich selten wichtig. Die meisten Serien sind eh inhaltlich fragwürdig und selten positiv. Ich denke da an so was wie Frauentausch, Notrufeinsatz oder was das private Fernsehen da sonst noch zu bieten hat.
  2. Wenn es denn Fernsehen sein muss, dann schau doch mal bewusst eine Reportage in der es um die Schönheiten dieser Welt geht. GEO Reportagen sind oft sehr schön und entführen einen in andere Länder und neue Lebenswelten.
  3. Faste mal 2-3-4 Tage Social Media. Entweder ziehen einen die immer gleichen (Corona-) Meldungen herunter oder man vergleicht sich mit den super tollen, schönen und vermeintlich erfolgreichen Mitmenschen. Beides ist im emotional angeschlagenen Zustand einfach nicht förderlich.
  4. Nimm ein Comic oder Buch aus Deinen Kindertagen zur Hand.
  5. Lies einfach mal ein triviales Buch. Es muss nicht immer super anspruchsvoll oder Fachliteratur sein. Irgendwas mit Herzschmerz, zum Seele baumeln lassen.
  6. Sortiere alte Urlaubsbilder.
  7. Katze streicheln, mit dem Haustier spielen entspannt und senkt den Blutdruck – nachweislich.
  8. Im Internet gibt es zahlreiche Videos zum Yoga lernen oder Entspannungstechniken anwenden. Zieh Dir Sportsachen an (den Trott durchbrechen) und mach doch einfach mal ne Runde mit. Ich war bis jetzt kein Fan von Yoga, weil es mir als zu “langweilig” und ruhig erschien. Aber gerade in der aktuellen Pandemie habe ich das entspannende Element sehr zu schätzen gelernt. Durch die tiefe Atmung und die Dehnungen wird der Brustraum erweitert und die Verspannung des  Körpers gelöst. Ich habe das Gefühl, dass sich dieses entspannte Körpergefühl sehr schnell schon nach einer Einheit positiv auf unsere Gedanken auswirkt und unser Mindset. Macht irgendwie glücklich.
  9. Auch das kann helfen, um die Aggressionen loszuwerden. Rennt durch den Wald bis Ihr nicht mehr könnt, prügelt auf einen Boxsack ein und schreit Eure Wut raus. Kauft Euch Schwimmnudeln, halbiert diese und veranstaltet einen Schwertkampf, wenn Ihr Euch in der Familie abnervt. Das mit den Schwimmnudeln hilft insbesondere unter Geschwistern und powert diese gesichert aus.
  10. Musik hören. Sucht Euch Musik heraus, mit der Ihr positive Momente verbindet. Bei einigen Anbietern kann man auch eigene Playlisten erstellen, die im Notfall direkt verfügbar sind. Legt Euch einfach mal flach auf den Boden, spürt Euren Körper, die Atmung und hört 15-20 Minuten lang der Musik zu. Ihr werdet fühlen, wie durch die Rückenlage der Brustraum gedehnt wird, die Luft wieder entspannt ein uns aus strömen kann und Ihr Euch entspannt.
  11. Sucht Euch eine neue Aufgabe, die Euch mental von dem, was drum herum passiert ablenkt. Wir haben zum Beispiel einen Norwegisch-Kurs gebucht. Das hatte mehrere Effekte. Wir haben einen neuen festen Termin in der Woche, zu dem man “gehen” muss. Wir beschäftigen uns innerhalb der Woche mit den neuen Aufgaben, was natürlich Input für das Gehirn bedeutet, neue Vernetzungen im Gehirn aktiviert. Und man hat wieder ein Erfolgserlebnis, wenn man einen Satz in der neuen Sprache formuliert bekommt.
  12. Sucht Euch etwas, mit dem Ihr einen Flow erleben und einen Erfolg verbuchen könnt. Gerade Macher leiden derzeit unter den eingeschränkten Möglichkeiten. Streicht eine Wand, bastelt etwas, räumt das Büro um.
  13. Macht anderen eine Freude. Oft lässt sich der Punkt “Mach etwas” gut verbinden mit anderen eine Freude bereiten. Bastel Karten und verschicke diese. Eine schöne Nachricht im Briefkasten ist für Deine Freunde eine willkommene Abwechslung. Koche Marmelade ein oder Pesto und verschenke die Gläschen an die Nachbarn. Das sorgt auch gleich für eine bessere Nachbarschaft und man lernt diese Menschen vielleicht sogar neu kennen. Stelle Deinen Freunden eine CD zusammen, ein Video……
  14. Zelebriert die alltäglichen Dinge wie Frühstück, Abendbrot –  deckt den Tisch schön, stellt frische Blumen auf den Tisch oder den Schreibtisch, macht eine Kerze an, kleidet Euch schön.
  15. Verlasst den Alltagstrott. Gerade im Homeoffice kann man mittags einfach mal spazieren gehen oder sich mit dem Kaffee in den Park / Garten setzen oder gleich das Büro an einen anderen Ort verlagern. Alternativ kann man auch morgens mal später anfangen und den Tag gemütlich mit meditieren, kleinen Dehnübungen starten. Alleine das Bestimmen über die Zeit und das Gestalten gibt Euch Handlungsraum zurück.
  16. Esst gesund und nehmt Euch Zeit bei der Zubereitung von Essen. Vielleicht sucht Ihr Euch auch mal ein paar neue Rezepte heraus, um den Trott zu verlassen. Alleine die frischen Zutaten – riecht und fühlt diese!
  17. Geht an die frische Luft für mindestens eine Stunde. Warum auch immer entspannt Waldbaden ganz besonders. Einfach die Seele baumeln lassen, die Natur fühlen, riechen und so spazieren gehen, wie es die Seele und der Körper gerade benötigt. Völlig los gelöst von irgendwelchen Vorgaben oder sportlichen Ambitionen.
  18. Räumt den Schreibtisch auf und wischt diesen feucht ab. Das wirkt manchmal wie ein Reset.
  19. Schreibt vorm zu Bettgehen ein Glückstagebuch. Tragt 1-3 wunderschöne Dinge ein, die Ihr heute positiv beobachtet habt. Alternativ kann man sich als Familie auch abends mindestens eine schöne Sache erzählen, die man am Tag erlebt hat – das Eichhörnchen im Garten, die Sonne, den netten Kundenkontakt.
  20.  Baut jede Woche irgendwas besonderes ein, auf das Ihr Euch freuen könnt. Selbst ein Park- oder Zoobesuch kann so eine besondere Auszeit sein. (Wer ein Womo hat kann das natürlich mitnehmen und so noch mehr Urlaubsfeeling erzeugen). Nehmt Euch einen Picknickkorb und sucht einen schönen Ort auf, organisiert einen Spieleabend, zelebriert einen Cocktailabend oder einen Kinoabend mit Popcorn und allem was dazu gehört.

Wann helfen die Maßnahmen nicht

Diese Maßnahmen helfen nur, wenn Ihr ansonsten halbwegs psychisch stabil seid. Solltet Ihr merken, dass Ihr von Euch aus gar keine Motivation und keinen Antrieb mehr habt, die schwarze Wolke dauerhaft über Euch schwebt, dann benötigt Ihr professionelle Hilfe!
Mal eine Woche oder auch mal zwei Wochen einen Durchhänger zu haben ist noch kein Grund zur Panik. Manchmal hilft es tatsächlich auch mal ein Wochenende unter der Bettdecke abzutauchen, nicht ans Telefon zu gehen und sich selbst zu finden. Gerade Menschen, die jetzt dauerhaft mit der Familie zusammen hängen, werden die Ruhe suchen genießen. Aber nach dieser Zeit solltet Ihr irgendwie wieder auftauchen und Spaß am Leben haben. Findet Ihr bei all den vorgeschlagenen Sofort-Maßnahmen keine Glücksmomente, erfahrt nicht das Gefühl der Entspannung und ein wenig Leichtigkeit, dann wartet nicht damit, Euch Hilfe von Außen zu holen.

Und jetzt wünsche Ich Euch viel Erfolg mit den Sofort-Maßnahmen um Euer positives Mindset wieder herzustellen bzw. zu erhalten.

 

 

 

 

 

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