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2021 – ein Teilzeit Jahr für den Schrauber

Wer hätte das jemals gedacht? Es ist Montag Morgen 7:30 Uhr und mein Mann sitzt nicht an seinem Schreibtisch. Ein wirklich eigenartiges Gefühl, denn er liebt seinen Beruf und seine Kunden und neigt eher dazu Überstunden zu sammeln, als mal pünktlich in den Feierabend zu gehen.

Corona treibt mich an meine Grenzen

Die Teilzeit haben wir tatsächlich Corona zu verdanken. Wie bei tausend anderen Frauen auch ist das komplette Homeschooling sowie die Organisation rund um den Lockdown an mir hängen geblieben.

Während ich munter die kreativen Termine der Schule täglich mit einem Aufwand von fast einer Stunde koordinierte und Unmengen Aufgaben ausdruckte, Tagesstrukturen einführte, mir überlegte wie man die Familie ernährungstechnisch bei Laune hielt, Hausaufgaben kontrollierte, stellte ich morgens früh oder abends spät die Unterlagen für meine Kunden zusammen, beantwortete X Anfragen und durfte von jetzt auf gleich neue Onlineplattformen meiner Auftraggeber erlernen und Schulungsunterlagen über Nacht anpassen.
Kunden hatten ein Face to Face Seminar gebucht, welches nun spontan online stattfinden sollte. Zahlreiche Kundentermine wurden verschoben und die vorhandenen Projekte zogen sich zäh hin, da in den verantwortlichen Behörden niemand mehr erreichbar war oder Emails im Homeoffice nicht ankamen.

Aber was erzähle ich Euch, das habt Ihr ja auch alles mehr oder weniger selbst erlebt.

Während ich mir einen abrödelte, merkte mein Mann von diesem gesellschaftlichen Ausnahmezustand nicht viel. Verschwand morgens in seinem Büro und tauchte irgendwann abends nach X Überstunden gut gelaunt und im Vergleich zu mir tiefenentspannt wieder auf.

Energetisch leer

Bis zu den Sommerferien war ich nicht nur platt, sondern auch leer. Energetisch auf dem Nullpunkt angekommen. Und das, wo ich in den letzten zwei Jahren so gut gelernt hatte auf mich aufzupassen und mir mal was Gutes zu tun. Alles das war mit einem Schlag null und nichtig. Eigentlich wollte ich Euch in der Rubrik STRESSLESS mit auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit nehmen. Wie Ihr sicherlich festgestellt habt, gibt es bis jetzt nicht einen Beitrag. Für den Blog hatte ich faktisch keine freie Minute mehr.

Als ich mich irgendwann mal beklagte, dass ich das Pensum für meinen Kunden nicht mehr schaffe, schlug mein Mann voller Gelassenheit und fast schon gönnerhaft vor, dass ich mich ja heute Abend oder am Wochenende in Ruhe hinsetzen könnte, er würde dann mit Herrn Sohn ein wenig wandern gehen…. (bei uns ist das Wochenende in der Regel frei und nur in super Notfällen darf gearbeitet werden) das war der Punkt, an dem es bei uns einmalig richtig in der Corona-Zeit krachte.

Eine dauerhafte Lösung muss her

Es war klar, dass uns Corona noch eine ganze Weile begleiten wird, weswegen eine dauerhafte Lösung herbei musste, welche die Aufgaben gleichmäßiger verteilt. Es gab lange Diskussionen um Werte und Ressourcen, bis mein Mann mehr genötigt als freiwillig den Antrag auf Teilzeitarbeit bei seinem Arbeitgeber einreichte.

Dieser schaute nicht schlecht, denn einen derartigen Antrag gab es noch nie vonseiten eines Mannes. Dass Frauen in Teilzeit eingestellt werden gehört zum Standard – ist ja auch klar, die kümmern sich um die Kinder, aber ein Mann? Auch hier gab es ein längeres hin und her. Schließlich willigte der Arbeitgeber ein.

Ab heute arbeitet mein Mann also in Teilzeit nur noch 20 Stunden in der Woche für seine Firma und hat somit 20 Stunden mehr Zeit für alles, was hie so anfällt.

Eine neue Situation für uns alle

Eine komplett neue Situation für uns alle. Wie unser Teilzeit-Experiment ausgeht? Wie es uns mit der Teilzeit geht? Ich werde Euch auf dem Laufenden halten und hier und auf FB berichten. Sicher ist auf jeden Fall eines – ich werde ganz schön viele Dinge einfach loslassen und mich an die Einkaufgewohnheiten meines Mannes gewöhnen müssen.
Es wird vermutlich einige Diskussionen auch um finanzielle Themen geben und es wird eine Weile dauern, bis jeder seinen neuen Platz gefunden hat. Aber ich bin zuversichtlich, dass uns diese Teilzeit viele neue Möglichkeiten eröffnet.

Mein Blick wandert zu meinem Kalender. Ich frage mich, ob der Kalender auf meinem Schreibtisch nur für mich gedruckt wurde. Zwei Sprüche begleiten mich direkt in das neue Jahr:  „Warum nicht etwas Neues wagen?“ und „Die beste Zeit ist jetzt!“ Wie recht dieser Kalender hat. Lassen wir uns darauf ein und versuchen jetzt neue Wege zu gehen.

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About Alexandra Gerhardt-Botzian

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