Schlagwort: reparieren

Dachschaden beseitigen – neue Dichtung für den Kasten

Leider hatten wir im Winter einen Wassereinbruch. Die Dichtung zwischen Karosserie und GFK-Dach war im Laufe der Jahre porös geworden. Bei dem Dauerregen Ende 2017 nicht wirklich toll. Somit haben wir als Kastenneulinge gleich eine neue Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Dank Kastenwagenforum haben wir schnell alle Tipps beisammen – hier unsere Erfahrungen mit DIY-Anleitung.

Arbeitsmaterialien

  • Teppichmesser, Dremel, scharfe Werkzeuge – wir haben kleine Messer mit verschiedenen Formen zur Holzbearbeitung genommen
  • Gutes glattes Abklebband, welches auch nach ein paar Tagen noch ab geht
  • Sika Primer oder Waschbenzin – es muss halt entfetten
  • Sika flex 221i
  • Sika Glättmittel + kleine Schüssel
  • Einmalhandschuhe im 100er Pack
  • festeres Plastik zum Abziehen
  • Holzspatel vom Hausarzt zum abziehen
  • Küchenrolle zum abwischen
  • Leiter oder Gerüst oder irgend etwas anderes, um einen guten Stand in entsprechender Arbeitshöhe zu haben
  • Einen starken Mann

Alles muss raus

Vorne weg – diese Arbeit macht nicht wirklich Freude und man kann getrost mehrere Stunden einplanen. Am besten verteilt man diese auf mehrere lange Abende, um die Motivation ein wenig zu halten. Vermutlich wird dem eher normal trainierten Menschen nach jedem Abend so ziemlich jeder mögliche und unmögliche Muskel weh tun – aber es ist schaffbar!!!

Mittels Dremel, Teppichmesser und was ihr halt noch so findet, versucht Ihr die alte Dichtmasse so gut es geht heraus zu bekommen. Wie so oft sind leider 98% so fest, dass man manchmal glaubt, den Kampf zu verlieren. Bleibt dran – es nützt alles nichts – das alte Zeug muss raus. Stückeln hilft nicht – schließlich wollt ihr ja nicht in einem Jahr wieder anfangen.

Ein Glück hat der Schrauber bei uns die Nerven für derartige brachiale Arbeiten und widmet sich voller Hingabe begleitet von diversen Schimpfwörtern und Flüchen dieser Arbeit.

Nach nur drei Abenden hat er es aber geschafft und die Masse ist weitestgehend raus. So richtig sauber bekommt man die Rinne jedoch nie.

Arbeitsvorbereitung

Jetzt kommt mein Einsatz – bevor es mit dem SIKA weiter geht reinige ich die Rinne mit Benzin. Die neue Dichtmasse braucht eine gute Angriffsfläche.

Danach klebe ich mit einem breiten Klebeband aus dem Hause Tesa die Kanten ab, an denen die neue Dichtung lang laufen soll. Ich habe das ganz glatte Klebeband genommen, welches man in der Malerabteilung erwerben kann. Das Band ist stabil genug, um später ohne Probleme wieder abgezogen zu werden. Achtet hier auf Qualität, das spart Euch viel Ärger.

abgeklebte Rinne

 

Klebt immer Stück für Stück und nicht in einem durch. Wenn ihr das Band mit der noch nassen Dichtmasse abzieht, müsst ihr es nicht zwischendurch abreißen. Das erspart Euch einige Manscherei. Sika ist einfach nur klebrig und eine Kombi aus altem Kaugummi und Zahnpasta. Ihr seid froh, wenn das Zeug nur da drauf kommt, wo es hin soll.

Als nächstes schneidet Ihr Euch passendes Abziehwerkzeug zurecht. Hierzu könnt Ihr entweder ein festeres Kunststoff z. B. aus einer Lebensmittelverpackung oder Holzspatel vom Hausarzt verwenden. Schneidet Euch gleich mehrere Abzieher zurecht. Ihr könnt diese nur schwer reinigen, so dass es einfacher ist alle paar Meter einen neuen zur Hand zu haben.

Daneben braucht Ihr jetzt noch unenedlich viele Handschuhe – legt sie am besten ganz in Eure Nähe. Die Handschuhe werdet Ihr häufiger tauschen, um die Dichtmasse nicht an ungewollte Orte zu verteilen. Dazu noch Küchenrolle um ggf. daneben gelaufenes Sika direkt zu entfernen.

SIKA-Wetter – Jetzt geht´s los!

Jetzt kann es endlich los gehen. Das Wetter ist gut, die Temperaturen auch nachts über 5 Grad. Ihr seid ausgeschlafen und hoch motiviert und alle Arbeitsmittel liegen griffbereit….

Mein Papa hat mir die Tage noch diese Düse mit Gelenk zugeschickt. Tolle Erfindung. Trägt ungemein zu einer halbwegs komfortablen Arbeitshaltung bei.

Ich arbeite mich Meterweise vorwärts – eben so weit es mit den Paletten unter mir möglich ist. Ihr zieht dann auch direkt die Masse mit dem Spatel ab und formt grob die neue Rinne vor. So lange die SIKA Masse noch feucht ist, solltet Ihr dann auch mit dem SIKA-Glättmittel nacharbeiten. Ich habe den Fehler gemacht und mich erst ums halbe Auto gearbeitet, bevor ich angefangen habe die Masse zu glätten. Da hatte die Masse leider schon angezogen. Daher also auch relativ schnell das Klebeband entfernen. Nach dem Abziehen des Klebebands habe ich noch einmal mit dem Glättmittel die Kanten “angedrückt”.

Bitte immer die Handschuhe anziehen! Das Zeug geht von den Händen wirklich nur schwer wieder ab.

Weiter gehts – Palette schieben – Masse einsprühen – abziehen – glätten – Klebeband entfernen – noch mal glätten  – Palette schieben – Masse einsprühen – abziehen – glätten –  Klebeband entfernen ……

Nach 10 Metern fällt mir die Hand ab und ich bekomme die Kartusche kaum noch gedrückt. Daher muss also der starke Mann für die letzten zwei Meter her ;o)

Nach dem Abziehen sieht das Ergebnis dann so aus. Ich finde es ist ganz gut geworden.

Jetzt können wir nur hoffen, dass es auch wirklich dicht ist. Je nach Temperatur braucht SIKA  Drei bis fünf Tage zum aushärten. Am Wochenende werden wir dann mal den Test wagen.

Feinschliff zum Schluß

Malen nach Zahlen hat sich in diesem Fall bewährt. Herr Sohn ist mit seine 10 Jahren somit in der Lage die Kante der Rinne noch einmal mit Lack nachzuarbeiten und so vor Rost zu schützen. Die Rinne haben wir vorher auf Rost geprüft und entsprechend behandelt. Hier geht es nur noch um die Optik.

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig mit diesem Beitrag weiter helfen. Die Arbeiten sind echt anstrengend, aber kein Hexenwerk. Fangt einfach an.

Wenn es Euch gefalle hat, dann freue ich mich über Eure Kommentare!

Hilfe! Wir haben einen Dachschaden!

Wassereinbruch im Kasten

Dass wir manchmal ein wenig ab von der Norm durchs Leben laufen, dürfte der eine oder andere schon mitbekommen haben. Jetzt haben wir aber endgültig und nachweisbar einen Dachschaden. Im nassen Winter lag erst der Schnee dick auf dem Kasten, gefolgt von Tage langen Dauerregen. Leider war das Hochdach an einer Stelle nicht mehr ganz dicht, so dass wir innen auf eine echt nasse Überraschung gestoßen sind.

Die Innenverkleidung auf ca. einem Quadratmeter pitsche nass. Blöd, wenn es sich um Velour handelt. Der hat jetzt leider ein paar Flecken mehr… Als erste Hilfe haben wir mal den Heizlüfter in den Kasten gestellt und parallel ein Pack Luftenfeuchter, welches auch gut seine Dienste geleistet hat. Bereits nach wenigen Tagen war das Säckchen mit der Trockenmasse voll gesogen und musste getauscht werden. Die Schäden durch die Feuchtigkeit haben sich ein Glück in Grenzen gehalten.

Eine neue Dichtung muss her

Nun sind wir auf dem gebiet Neulinge und so leicht macht sich die Panik breit. Wie kann so ein Schaden behoben werden? Wo ist das Problem? Was ist das für ein komisches Band, was man da heraus ziehen kann?

Das Kastenwagenforum gibt fleißig Hilfestellung und schnell stellt sich heraus, dass das Band keine Dichtung und kein Kompriband ist, sondern SIKA flex, welches sich einfach gelöst hat.

Nachdem die benötigten Materialien bestimmt und bestellt sind, macht sich der Schrauber ans Werk. Leider nicht so einfach wie gedacht –  natürlich ist 90% der alten Sika Dichtung steinhart und sitzt bombenfest. Mit diversen Stemmeisen, Bodenmesser etc. werkelt sich mein Mann begleitet von dem einen oder anderen Schimpfwort vorwärts. Nach drei Tagen endlich ist es vollbracht. Die Dachrinne ist frei.

Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht

Bei dem ganzen Aktionismus unseren Kasten so schnell wie möglich reisefit zu machen, haben wir leider übersehen, dass Sika eine Verarbeitungstemperatur von mindestens 5 Grad Plus benötigt. Derzeit nähern wir uns den -10 Grad. Somit steht unsere Baustelle erst einmal still und wir warten auf wärmere Temperaturen.

 

 

Deko-Queen und Schrauber-Held

Auch, wenn wir als Familienmitglieder mit recht unterschiedlichen Temperamenten und Fähigkeiten ausgestattet sind (achtung Diskussionen vorprogrammiert), ergänzen wir uns unterm Strich recht gut bei unseren Projekten. Die Aufgaben sind meistens recht klar aufgeteilt.

Während mein Mann sich gleich mit voller Hingabe auf alle technischen Aspekte stürzt, bin ich als Deko-Queen aktuell voll in meinem Element. Seit Tagen überlege ich mir, wie wir unser neues mobiles Heim gemütlich einrichten können und stelle schon einmal fleißg Moodboards zusammen.

Die Entscheidung der Familie fällt auf einen Misch aus Blau, Grün und Grau. Gegen den Wunsch von Herrn Sohn alles in British-Stile zu gestalten konnte ich mich erfolgreich durchsetzen. Ich glaube der Kompromiss ist für alle tragbar.

Am liebsten würde ich sofort los dekorieren. Aber wie so oft kommt erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Während ich hier schreibe, hat sich Herr Mann mit einem ca. 500 Seiten dicken Werkstatthandbuch, allerlei Werkzeug und seinen besten Freund dem WD40 bewaffnet und steuert zielstrebig auf unser neues Gefährt zu….

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén