Wer die Wahl hat – hat die Qual

Wenn man nicht gerade zu den alten Hasen in der Outdoorwelt gehört, ist die Wahl des richtigen Schlafsacks gar nicht mal so einfach.  Vorne weg – wir reden hier von richtigen Schlafsäcken, welche Outdoor geeignet sind. Nicht von diesen besseren Bettdecken im bunten Kinder-Design.  Diese sind besten Falls für die Übernachtung im beheizten Wohnzimmer oder eine Nacht im Garten im Hochsommer geeignet – nicht aber für das Leben und Schlafen im Outdoorbereich – erst recht nicht im Frühling, Herbst oder gar Winter.
Daher hier unsere Tipps basierend auf unseren Erfahrungen aus über 12 Jahren Pfadfinderarbeit und dem Outdoorleben mit unserem Sohn für echte Kerle und wilde Mädels.

Die Materialschlacht

Für Kinder gibt es eigentlich nur ein Material und das ist die Kunstfaser. Die Begründung ist recht einfach. Kunstfaser hat selbst im feuchten Zustand noch die Angewohnheit zu wärmen. Da Kinder leider gerne an nasse Zeltwände kommen, bei Regen auch mal vergessen, dass sich Kuhlen im Erdboden mit Wasser füllen oder vergessen an nebeligen Tagen eine Decke über bzw. unter den Schlafsack zu legen, ist die Kunstfaser einfach der sicherste Weg warm zu bleiben.
Daneben lässt sich die Kunstfaser problemloser wasche, wenn mal das eine oder andere Malheuer passiert. Schnell ist die Limo im Zelt umgekippt, ein Hund das Zelt mit der Toilette verwechselt und nicht allzu selten finden leider auch die lieben Kleinen nicht immer rechtzeitig in der fremdem Umgebung das WC. Eine Wäsche macht da der Schlafsack ohne größere Einschränkungen und ohne Spezialwaschmittel mit. Er klumpt nicht zusammen. Der Wärmeverlust nach einer Wäsche ist nicht so groß wie bei Daunen. Zudem sind die Kunstfasern einfach günstiger, wenn es in die Minusgrade geht.
Der Nachteil bei dem Material liegt auf der Hand – es ist schwerer und das Packmaß ist größer. Da man mit Kindern zwischen 5 und 12 Jahren eher selten mit seinem ganzen Hab und Gut wandert, dürftem diese Eigenschaften aber eine untergeordnete Rolle spielen.

Die richtige Größe

Eltern kaufen ja gerne auf Zuwachs – ein fataler Fehler, wenn es um Schlafcomfort geht. Ein Schlafsack sollte nicht zu lang und nicht zu weit sein. Zu viel Volumen bedeutet, dass die Luft im Schlafsack aufwändig mitgewärmt werden muss.
Somit sollte der Schlafsack im Fußbereich maximal 10-15 cm länger sein als das Kind. Auch der Schulterbereich sollte nicht zu weit bemessen sein. Viel Luft bedeutet auch hier wieder viel Wärmeverlust. Der Schlafsack liegt nicht an. Zudem verrutschen die Kinder und verschwinden dann komplett im Schlafsack. Gerade kleinere Kinder überhitzen dann sehr und ich habe als Mutter immer das ungute Gefühl, dass das Kind ersticken könnte. (was vermutlich nicht passiert)
Also – das Gesicht sollte draußen bleiben. Zu eng darf das ganze auch nicht anliegen. Das Kuscheltier muss noch mit rein und ein wenig Bewegungsfreiheit ist auch nicht ganz schlecht. Wir haben hier auf einen mitwachsenden Schlafsack von HUSKY gesetzt, mit dem wir bis heute sehr zufrieden sind und der nach unserem Kenntnisstand der einzige Kinderschlafsack für diesen Temperaturbereich ist.
Das Fußteil, welches der Verlängerung dient kann zusätzlich in den Schlafsack eingebracht werden. Das verringert das Volumen im Fußbereich und sorgt für kuschelg warme Füße.

Mittlerweile gibt es den Schlafsack in 3 schönen Farben. Mit einem Klick auf das jeweilige Bild, landet Ihr direkt auf dem Produkt im Shop.

Die Bilder sind vom Hersteller.

Die Kapuze – unverzichtbar im Herbst

Ein Schlafsack sollte eine Kapuze besitzen, welche sich gerade in den kälteren Jahreszeiten zuziehen, jedoch das Gesicht des Kindes frei lässt. Über den Kopf verliert der schlafende Mensch die meiste Wärme, weswegen es auch alles andere als lächerlich ist, mit einer leichten Mütze bekleidet ins Bett zu gehen. Auch bei Wind sorgt die Kapuze des Schlafsacks dafür, dass der Rücken und der Nacken warm bleibt und kein Luftzug die wichtige Wärme klaut. Zudem fand ich es ab und an ganz angenehm, wenn man alles dicht machen konnte, nicht wissend welches Krabbeltier noch so den Lagerplatz mit mir teilt.

Wäremkragen und Wärmeleiste

Damit es recht kuschelig wird und bleibt, ist ein dicker Wärmekragen und eine dicke Wulst, welche den Reisverschluß überdeckt unerlässlich. Sie sind quasi die Dichtung zwischen dem eigentlichen Schlafsack und dem Nutzer.

Der Reissverschluß- nix für schwache Nerven

Wer keine Lust hat 5  Mal die Nacht den Reißverschluss des Kindes in irgend einer Form zu entzippen (natürlich nur im Dunkeln und immer dann, wenn es besonders schnell gehen muss), sollte auf einen qualitativen Reissverschluß und ein parallel mitgeführtes Stoßband achten, welches verhindert, dass sich der feine Bezug des Schlafsacks im Reißverschluß verfängt. Ratsam ist für Kinderschlafsäcke auch ein großer / Grober Reißverschluss. Dieser lässt sich von den Kindern leichter öffnen und verzeiht auch eine Begegnung mit Stoff eher als ein feiner. Zudem erleichtert ein Band am Zipper den Kindern das Handling ungemein.

Sackhüpfen oder die bessere Alternative

Ein Feature, welches ich besonders liebe ist die Öffnung des Pakets von beiden Seiten. So kann man im Sommer aus dem Schlafsack auch mal eine Decke mache, welche sich zudem tagsüber nutzen lässt. An so manchem Lagerfeuer oder zu mancher Nachtwache hat es sich auch bewährt in den warmen Schlafsack zu schlüpfen – gleichzeitig aber die Beine frei zu haben, um diese dem wärmenden Feuer entgegen zu strecken oder sich mal schnell von A nach B bewegen zu können.

Der Temperaturbereich

Kinderschalfsäcke unterliegen leider keinem einheitlichen Messverfahren, welche einen gwissen Komfortbereich sichert. Vermutlich wollen die Hersteller hier kein Risiko eingehen – vor allen Dingen, wenn es in den Minusbereich geht. Vierjahreszeiten Schlafsäcke sind eher selten zu finden. Die meisten Produkte focussieren den Sommer, Frühherbst an.  Da wir bereits mehrere Winterlager (zelten im Schnee) mit Kindern hinter uns haben kann ich zusammen fassend feststellen, dass der Komfortbereich meistens  weitaus geringer ist, als der Hersteller angibt. Werden -5 Grad vorgegeben, ziehe ich gerne 6-8 Grad ab, um so auf eine realistische Temperatureinschätzung zu kommen. Bei sehr empfindlichen Kindern dürfte hier aber schon weitere Maßnahmen nötig sein, um die Nacht behaglich zu gestalteln. Generell würde ich mich langsam an die Extremtemperaturen heran tasten und  nicht gleich die erste Nacht bei -0 Grad verbringen. Denn auch das Kind muss sich erst an neue Verhaltensweisen im Winter/Herbst gewöhnen. Hierzu mehr im Artikel Tipps für eine mollig warme Nacht im Schlafsack.

Ich hoffe ich konnte Euch mit meinen Erfahrungen ein wenig bei der Entscheidungsfinung helfen. Einen Erfahrungsbericht mit unserem Schlafsack von Husky könnt Ihr hier demnächst nachlesen.