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England 2018 – Tag 6 – Wanderung von Tintagel nach Boscastle

Cornwalls Küste ruft

Heute erkunden wir zu Fuß die wundervolle Küste von Cornwall. Der Weg führt uns von Tintagel nach Boscastle. Direkt hinter unserem Zeltplatz führt der Küstenwanderweg vorbei. Mit einem Sprung über die Mauer stehen wir beim angrenzenden Landwirt auf der Kuhweide. Queren diese Richtung Norden und nur wenige Meter weiter bewundern wir die Atem beraubende Schönheit dieser Küstenlandschaft.

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Steile Klippen, das weite Meer in den tollsten Blautönen, das Kreischen der Möwen, grüne Wiesen…. ich liebe das Meer. Hier zeigt es sich von seiner vielfältigsten und beeindruckendsten Seite. Aber lest selbst.

Der Wanderweg von Tintagel nach Boscastle

Wir haben heute ein wunderbares Wetter. Strahlend blauer Himmel und Temperaturen von 35 Grad und mehr werden uns begleiten. Bestes Wetter für diesen Streckenabschnitt, denn der Weg führt mehrmals über Klippen zum Teil bis hinunter zum Meer und über unebene Steintreppen steil hinauf. Bei nasser Witterung sicherlich eine rutschige Angelegenheit.

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Geeignet ist der Weg für Kinder mit guter Kondition ab ca. 8 Jahren. Wer mehr Zeit einplanen will und größere Pausen einlegen kann, bezwingt den Weg sicherlich auch mit jüngeren Kindern. Die Kinder sollten Risiken einschätzen können und zuverlässig auf dem Weg bleiben. Der Weg ist auf langen Stücken nicht abgesichert. Einzupacken sind ausreichend Trinkwasser, Schwimmsachen!!!!, Sonnenhut und Creme haben sich bewährt. Es gibt auf der ganzen Strecke keinen Schatten.

Karibik lässt grüßen

Die ersten 3 Kilometer folgen wir dem Küstenpfad bis zu einer kleinen Bucht. Hier steigen wir die steilen Treppen hinunter und werden eine Badepause einlegen. Türkis-blaues Wasser wohin das Auge schaut, weicher heller Sandstrand. Karibik-Feeling pur.

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Der Atlantik lässt uns allerdings mit seinem eiskalten Wasser schnell in die Realität zurückkommen. Dennoch lohnt sich ein Bad in den kalten Fluten. Ich habe selten so klares Wasser gesehen. Meter weit draußen kann man noch bis auf den Grund sehen. Es gibt blaue Quallen und Seenadeln zu entdecken. Herr Sohn fängt eine Seenadel und baute ihr am Strand ein Wasserschloss.

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Nur ungern lassen wir Nadel zurück, aber wir haben ja noch ein paar km vor uns.

So geht es die steilen Klippen vorbei am mini Wasserfall hoch, zurück auf den Küstenpfad. Wir umrunden in luftiger Höhe unsere Bucht und wandern durch Heideflächen und karge Wiesenlandschaft weiter bis zum nächsten Tal.

Hier ändert sich schlagartig die Vegetation und man steht in einer ganz anderen Welt. In dem Einschnitt sammelt sich das Süßwasser aus dem Umland, welches dann in einem großen Bach dem Meer entgegen fließt. Hier ist es auf einmal ganz kühl, es wachsen prachtvolle Lilien und andere Pflanzen, welche wir eher aus den heimischen Gärten kennen.

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Auch der Untergrund besteht auf einmal aus Schiefer, welcher prächtig glänzt. Hier möchte ich am liebsten gar nicht mehr weg. Aus dem Tal klettern wir über einen Holzsteg und in Stein gehauene Stufen wieder hoch. Oben angekommen fühlen wir uns vom Wetter her eher in der Toscana. Es ist stickig und staubig. Der Weg wieder karg steinig.

Das schönste Fenster der Cornwalls

Das nächste Highlight auf dieser Tour ist The Women Window. Eine Öffnung in einer Felsformation, welche einen interessanten Blick auf das Meer gewährt.

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Hier überrascht uns die Natur mit grünen Flächen und vielen kleinen weißen blühenden Blumen. Wir machen auf einer Bank eine kleine Pause und genießen die tolle Aussicht. Doch so langsam sollten wir weiter, wenn wir am Ziel noch das Cafe und das Museum of Witchcraft besuchen wollen.

Es geht wider bergab und bergauf. Und irgendwie ist für uns der Weg auf einmal nicht mehr gekennzeichnet. Wir landen auf einer Weide und sind ganz froh, dass es den Bewohnern auch viel zu heiß ist und die Wiederkäuer lieber im Schatten liegen und sich für uns nur minimal interessieren. Die männlichen Tiere sind schon recht beeindruckend….

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wir irren also über die Weide und suchen und suchen. Auch andere Wanderer scheinen nicht wirklich weiter zu kommen. Schließlich entdecken wir am Ende der Weide den Weg und über Stacheldraht und Brombeerranken hinweg gelangen wir wieder auf den richtigen Pfad.

Boscastle

Es geht wieder hinunter. Dann über zahlreiche Steintreppen hinauf.

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Erneut wechselt die Vegetation. Dann die nächste Landmarke vor unserem Ziel. Der Leuchtturm. Nun sind es nur noch wenige Kilometer. Schon von Ferne sehen wir den ehemaligen Hafen, welcher durch einen Sturm vor ein paar Jahren in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch in diesem Jahr hat sich das Dorf noch nicht von diesem Ereignis gänzlich erholt, so dass es nicht wirklich das Touristenherz höher schlagen lässt.

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Dafür entschädigt jedoch die Wanderung und das Cafe im Hafen.  Mit letzter Energie gelangen wir nach Boscastel und sind froh, dass wir hier den letzten Terrassenplatz im hiesigen Hafencafe erobern.

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Bei Scones and Tee und selbstgemachter Limonde erholen wir uns von der Sonne und der Hitze und beschließen lieber noch eine Limonade zu trinken und das Museum nicht zu besuchen. Ein Rezept für Scones findet Ihr unter „kulinarisches“ auf diesem Blog.

Über die Englische Höflichkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln

Zurück geht es mit dem regulären Bus, der alle Stunde fährt. Die Rückfahrt kostet ca. 12 Euro für uns Drei.

Besonders ist hier die englische Höflichkeit in Erinnerung geblieben. Was in Deutschland schier unmöglich scheint, ist hier der Standard. Es steigen zuerst alle Personen der Reihe nach vorne beim Busfahrer aus. Erst dann steigen der Reihe nach alle ein. Jeder grüßt den Busfahrer höflich. Der Busfaher stellt die Tickets aus und berät seine Kundschaft. Wenn alle versorgt sind, geht die Fahrt los durch das Hinterland. Kleine Dörfer, einsame Höfe, viel Weidefläche…. immer wieder stoppt der Fahrer, um eines der Schulkinder an einer Kreuzung raus zu lassen. Und man mag es nicht glauben. Jedes Kind bedankt sich artig beim Fahrer, dass es mitfahren durfte.

Zur WM im Pub den Abend ausklingen lassen

Schließlich hält unser Bus auch in Tintagel in der Ortsmitte. Wir steigen mit einem Gruß aus und gehen flink zum Zeltplatz. Abendessen und Popcorn machen im Dutch Oven. Weitere Rezepte findet Ihrauf diesem Blog unter „kulinarisches“ – „Dutch Oven“

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Später ist in den Pubs Fußball angesagt. Es spielt England! Solltet ihr jemals die Chance haben in einem Pub zur WM die Engländer spielen zu sehen – lasst euch das nicht entgehen. Deutsche Fans sind dagegen eine lahme Seniorentruppe.

Morgen geht’s dann weiter in Richtung Süden. In Erinnerung bleibt für mich ein zauberhafter, atemberaubender Küstenbaschnitt, den man unbedingt gewandert sein muss.

Uns wir ebenfalls der englische Rentner mit dem Golden Retriver und dem großen Wohnmobil in Erinnerung bleiben, der uns ab und an mit einem Plausch die Zeit vertrieb, jeder Zeit eine offene Tür hatte und herzlich zu jedem Fußballspiel in seinen Wagen einlud. Von ihm haben wir auch den tollen Satz mitgenommen: „This dog is not under Control!“ Der bei uns in abgewandelter Form zum Dauerbrenner in diesem Sommer wurde.

Wenn Ihr mehr über Cornwall lesen wollt, dann folgt uns doch auf unserer Reise. Hier findet Ihr eine Übersicht unserer Reiseziele in diesem Sommer.

England 2018 – Tag 5 – Besuch bei König Artus in Tintagel Castel

Zauberhaftes Tintagel

Tintagel ist ein kleines historisches Dörfchen direkt an der Küste. Es gibt hier alles was man zum leben braucht. Einen kleinen Tante Emma Laden, einige Souvenirgeschäfte, einen Süßigkeitenladen, Friseur, zwei Pubs, einige Bäckereien. Niedliche Häuser aus Stein und natürlich auch das eine oder andere historische Sagen umwobene Gebäude.

Wir übernachten hier drei Nächte auf dem kleinen Zeltplatz direkt im Ort (The Headland Caravan Park). Dieser wird von einer Familie geführt. Ist sauber, übersichtlich und in erster Linie auch für die kleinen Fahrzeuge geeignet. Diese dürfen sich frei auf der großen Wiese einen Platz suchen. Gewünschter Abstand zum Nachbarn mindestens 6 Meter. Der Platz bietet das Notwendige. Keine Animation. Kinder finden hier schnell Anschluß und toben einfach bis in den Sonnenuntergang auf der Wiese. Ein wenig Spielzeug wie einen Ball, Frisbee, Federball, langes Springseil sollte man also dabei haben.

Mehrmals in der Woche kommt hier ein Foodtruck vorbei. Im kleinen Shop gibt es alles was das Camperherz begehrt. Gegen eine kleine Spende werden Akkus für Camera und Co aufgeladen. Direkt hinter dem Platz liegt der Küstenwanderweg und mit einem Sprung über die Mauer steht man schon am Meer und ist in einer anderen Welt.

König Artus wir kommen

Heute steht der Besuch bei König Artus auf dem Programm. Bevor ihr jedoch los wandert, solltet Ihr Euch über die Öffnungszeiten und den Gezeitenplan informieren. Mehr über die Geschichte des Ortes erfahrt ihr beim Hertitage.

Die Tour ist geeignet für Kinder die noch getragen werden oder aber für Kinder,  die schon sicher klettern und Treppen mit unterschiedlichen Höhen laufen können. Alter ca. ab 7/8 Jahren, wenn die Kinder es gewohnt sind von der Kondition 6-8km zu laufen. Die Strecke ist nicht so lang, besticht aber durch die Höhenunterschiede.

ACHTUNG SICHERHEITSHINWEIS: Die Treppen sind gesichert aber nicht gleichmäßig und können durch Sand und Wasser rutschig sein. Das Plateau ist nicht gesichert. In England darf man noch für sich selbst Verantwortung übernehmen. Kleine Kinder sind an der Hand zu führen und bei quirligen kleinen Abenteurern würde ich mir überlegen diese anzuseilen. Im Castle die Kinder auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen. Sie können die Abbruchkante einfach nicht einschätzen. Auch in den Höhlen kann Gefahr durch ausrutschen und Ertrinken bestehen. Bitte erst die Situation vor Ort checken, bevor man hier die Kleinen alleine rein laufen lässt.

Wir laufen von unserem Zeltplatz bis zum Ziel. Der Platz ist so gut gelegen, dass der Weg ca. 1 km beträgt. Mit unserer Heritage Karte ist der Eintritt auch hier abgegolten. Wer früh am Morgen kommt, hat diesen magischen Ort fast für sich alleine.

Tintagel Castle oder was davon übrig ist

Dass Tintagel ein Ort mit besonderer Kraft ist, liegt außer Frage. Wer es bis hier rauf geschafft hat, wird begeistert sein von diesem Ort.

So empfanden es auch Generationen vor uns und es verwundert nicht, dass dieser Ort umwoben ist von Sagen, und über die letzten 2000 Jahre verschiedene Funktionen erfüllt hat. Neben den Kelten die hier eine frühchristliche keltischen Klosteranlage im 5. – 8. Jahrhundert errichtete, fanden wohl auch die Römer Gefallen an diesem Ort.
Im frühen Mittelalter gab es hier eine kleine Siedlung. Die Burg wie sie jetzt noch zu sehen ist, wurde ca. 1233 von  Richard von Cornwall, einem jüngeren Bruder des englischen Königs Heinrich III zu Repräsentationszwecken erbaut. Bereits kurze Zeit nach der Erbauung konnte das Bauwerk jedoch Sturm und Wetter nicht trotzen und verfiel.
1337 wurde die Anlage erneut auf- und umgebaut. Sie wurde für verschiedene Zwecke (Repräsentation, Gefängnis, Festung)  genutzt und 1600 endgültig aufgegeben.
Heute besteht Tintagel Castle aus zwei Teilen, welche über eine Brücke miteinander verbunden sind. Im Mittelalter muss hier ein Weg über die Felsen existiert haben, so dass es durchaus gut möglich war vom Festland aus zur Siedlung zu gelangen.

Treppen, Treppen und noch mal Treppen

Wer Artus besuchen möchte muss gut zu Fuß sein oder ein paar Verschnaufpausen einplanen. Festes Schuhwerk ist auf jedem Fall zu empfehlen. Wasser ist bei heißem Wetter sinnvoll mitzunehmen, vor allen Dingen Kinder brauchen doch ab und an mal einen Schluck. Vor Ort gibt es neben einer Ausstellung jedoch auch noch ein Kaffee in dem man gemütlich sitzen kann.

Wir starten mit dem linken Teil der Anlage von welchem man einen sehr schönen Blick auf das Castel hat.

Danach geht es einmal Treppe abwärts, Treppe aufwärts rüber zur Festungsanlage. Belohnt wird man nach der Anstrengung durch eine wunderbare Aussicht und die eine oder andere nette Kleinigkeit.

Wo ist Merlin? – Merlin´s Cave

Wo Artus ist, kann Merlin nicht weit sein. Natürlich machen wir uns auf die Suche nach dem Zauberer. Dieser soll angeblich in den Höhlen unterhalb des Castle sein Reich haben.

Wir haben uns mit unserem Besuch nach den Gezeiten gerichtet. Den Gezeitenplan bekommt Ihr in der Touristeninformation. Solltet Ihr länger an der Küste unterwegs sein, ein MUSS! Die Höhlen erreicht man nur bei Ebbe und sollte hier auch rein gehen, wenn das Wasser am weitesten weg ist. Bereits bei beginnender Flut laufen die Höhlen rasant schnell mit dem eiskalten Wasser voll und der Strand verschwindet im Wasser, so dass man von der linken Höhle nicht mehr trockenen Fußes zur Treppe gelangen kann, da man noch an einem Felsen vorbei muss.

Wir haben unsere Badesachen und die Entenfüße dabei. Schließlich kann man hier hervorragend schwimmen und eine Erfrischung haben wir uns bei den Temperaturen (Jahrhundertsommer) wirklich verdient. Die Entenfüße schützen die Füße und geben auf den nassen Steinen guten Halt.

Wir schaffen es zwei Höhlen zu besichtigen. Finden magische Flecken im Wasser – von Merlin heute jedoch leider keine Spur.

Nun ja, er kann ja auch nicht immer zu Hause sein. Schließlich ist er ein gefragter Mann. Vielleicht habt Ihr ja bei Eurem Besuch mehr Glück. Wir verlassen auf jeden Fall jetzt flink die Höhle. Die Flut kommt und das Wasser reicht uns bereits bis zu den Knien.

Wir haben hier auf jeden Fall ein paar sehr schöne Stunden verbracht. Wer mag kann seine Picknick-Sachen mit hoch nehmen. Wir wollten zurück zum Kasten und dort ein wenig vor uns hin trödeln und Energie für den nächsten Tag sammeln. Auf dem Plan steht eine Wanderung den Küstenpfad entlang Richtung Norden nach Boscastle. Bei den Temperaturen sicherlich nicht ganz einfach.

Pasteten wohin das Auge schaut

Auf dem Rückweg müssen wir wieder durch das kleine Dorf. Eigentlich wollten wir kochen, doch der Geruch von frischen Pasteten und Gebäck verführt uns. Kurzer Hand plündern wir die Bäckerei und decken uns mit den verschiedenen Köstlichkeiten ein.

Wenn Ihr uns weiter begleiten wollt, dann folgt doch einfach dem Link zur Gesamtübersicht unserer Tour und sucht Euch aus, was für Euch interessant ist.

Hier gelangt Ihr zu weiteren Informationen, wie man Geld sparen kann: Die Heritage Karte und andere Pässe für Vergünstigungen

England 2018 – Tag 2 & 3 – Das Lotti-Mobil ist defekt

Das Lotti-Mobil ist defekt!

Schon bei der Hinfahrt (ausschließlich Autobahn und lange Strecken) haben wir uns gewundert, dass unser Lotti-Mobil nicht auf die gewohnte Endgeschwindigkeit kam. Wir haben es auf das Gewicht und die Landschaft geschoben und uns weiter keine Gedanken gemacht. Jetzt auf der Landstraße und in den kleinen Dörfern müssen wir ständig abbremsen und jedes Mal, wenn wir in den niedrigen Gängen vor einem Kreisel abbremsen, geht Lotti auf Notbetrieb. Will heißen 1000 Umdrehungen und Schritttempo. Also im Kreisel Motor aus, neu zünden und fahren, bis man wieder abbremsen muss. Nicht wirklich komfortabel und auch für die restliche Reise quer durch die Moore und die kleinen Dörfer praktikabel.

Also halten wir an einer Tankstelle und lassen uns die nächste Werkstatt von VW benennen. Wir haben Glück. In Salisbury gibt es einen VW-Händler. Das sind gerade mal 8 km von Stonehenge entfernt – überwiegend Landstraße. Somit fahren wir also los.

VW-Händler in Salisbury

Wir kommen um 17:30 beim VW-Händler an und haben vermeintlich Glück. Heute werden die Modelle der Saison vorgeführt und es sind tatsächlich noch Verkäufer vor Ort. Wir versuchen unser Problem zu schildern, als die Dame an der Rezeption auf Deutsch umschwenkt. Sie ist Deutsche und somit wird die technische Schilderung um einiges leichter. Da kein Techniker im Haus ist, müssen wir bis zum nächsten Tag warten. So wirklich will uns hier aber niemand helfen. So dürfen wir weder auf dem Gelände stehen bleiben (auch nicht auf dem nicht eingezäunten Teil) noch hat man wirklich Lust den Speicher auszulesen. Man wiegelt bereits am Sonntag ab. Außerdem wären sie voll ausgebucht und sie hätten gar keine Zeit und vermutlich wäre auch die Halle zu klein für uns. Da wir für heute keinen Plan mehr haben, beschließen wir morgen mit einem Techniker zu sprechen.

Ein toller Platz für eine Nacht

Wir schauen uns im Industrie-Mischgebiet um und finden auf einem Firmengelände einen Parkplatz direkt an einem kleinen Bach. Wir finden, dass der Platz besser ist, als die Straße und beschließen hier zu bleiben. Natürlich fallen wir auf und ein Mitarbeiter der Firma beäugt uns skeptisch. Schnell erklären wir ihm unser Problem, woraufhin er uns offiziell erlaubt hier stehen zu bleiben.

Idyllischer Stellplatz im Industriegebiet

Während wir unser Abendessen vorbereiten, kommen zahlreiche Leute vorbei. Unter anderem auch eine englische Familie mit einer Tochter, die so alt ist wie Herr Sohn. Die Mutter hat ein deutsches Abitur in England gemacht und auch die Tochter muss Deutsch lernen. Sie geht die Woche drauf auf Klassenfahrt nach Köln. Wir unterhalten uns eine Weile nett im Sprachkauderwelsch zwischen Englisch und Deutsch und bekommen den Hinweis, dass ein paar Meter weiter hoch eine Einstiegsstelle in den Bach sei und man hier gut schwimmen könne. Das lassen wir uns bei den Temperaturen nicht zweimal sagen. Zudem sind wir von Stonehenge ziemlich verstaubt.

Kalt – eiskalt – aber wunderbar an so einem heißen Tag

VW glänzt durch nicht vorhandenen Service

Die Nacht ist ruhig und wir stehen morgens ganz früh erneut bei VW auf der Matte. Die deutsch sprechende Dame von gestern hat unser Problem nicht im Haus kommuniziert. Die hiesigen Techniker haben keine Lust auf das Lotti-Mobil (halten wir fest der VW LT wird in England massenhaft gefahren, sodass der hier keine Besonderheit ist, sondern Tagesgeschäft). Zudem fühlen sie sich nicht zuständig, da das ein Commercial Vehicle sei. Da müssten wir zu VW Commercial Vehicle fahren. Auf unser Fragen hin, wo wir da hin müssten nur die Antwort: nach Westbury. Keine Adresse, keine Telefonnummer, keine Ankündigung und vor allen Dingen ist das besagte Westbury fast 140 km weit entfernt. Und das mit einem Fahrzeug, das nicht wirklich fahren will. Super Idee – Danke für den umwerfenden Service.

Not macht erfinderisch

Mittlerweile haben wir auf dem Nachbargrundstück einen VW LT 35 entdeckt. Wir laufen durch das Industriegebiet und finden die dazu gehörende Firma. Irgendwo muss der ja sein Fahrzeug warten lassen. Und mit Sicherheit fährt der dafür keine 140 km. Wir warten also, dass der Betrieb die Pforten öffnet und stellen dem Inhaber die Frage nach seiner Werkstatt. Der schaut uns nur völlig entgeistert an. Ich kann mir auch was Besseres vorstellen, als am Montag morgen als erstes irren Touristen zu begegnen. Schließlich sucht er uns eine Adresse von seinem Schrauber raus. Dieser sitzt im Salisbury in einem angrenzenden Industriegebiet. Strecke 3 km. Geht doch!

Die Schrauberbude schlechthin

Wir landen in einem Areal, bestehend aus vielen kleinen Hallen im Charme der 70er. So wirklich modern wirkt da kein Handwerksbetrieb. Alles ist ein wenig rummelig und der mit Abstand rummeligste Laden ist der von uns gesuchte Schrauber. Nach ein paar Wortwechseln stellen wir fest, dass auch er keine wirkliche Lust hat und seine Kapazitäten am Ende sind und und und… aber zwei Boxen weiter gäbe es noch eine Werkstatt. Somit rollen wir 30 Meter weiter und tragen erneut unser Problem vor.

OFFERING YOU THE BEST SOLUTION FOR YOU CAR

Hier treffen wir auf Mark & Elaine Carter und Team von https://www.newgarageharnhamltd.co.uk/ und stellen schnell fest, dass dieses Unternehmen voll und ganz hinter seinem Motto steht.


Sofort kommt man ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass Elaine selbst Wohnmobilist ist und im nächsten Sommer Deutschland bereisen möchte. Sie kann voll und ganz nachvollziehen, dass wir gerne unsere Tour weiter fortsetzen wollen. Somit wird der Techniker geholt. Der soll den Speicher auslesen. Leider kommt er mit dem vorhandenen Gerät nicht in die letzte Ebene hinein. Somit wird herum telefoniert bis ein geeignetes Diagnosegerät bei einer befreundeten Werkstatt gefunden wird. Ein Mitarbeiter fährt los, um es zu holen. Schnell wird daraufhin der Fehler diagnostiziert – das elektronische Gaspedal scheint defekt zu sein. Ein kleines schwarzes unscheinbares Kästchen im Motorraum.

Wenn es doch so einfach wär…

Leider gibt es das kleine schwarze Kästchen nicht in England und muss über VW Deutschland bestellt werden. VW ruft hierfür rund 480 Pfund zuzüglich MwSt auf. Damit wären wir mit Einbau bei rund 900 Euro gelandet. Viel schlimmer als das Geld war aber die Lieferzeit von über 14 Tagen!!!. Während mein Mann schon gedanklich die Heimfahrt antritt, überlege ich wie wir den Urlaub weiter gestalten. Immerhin haben wir alles bis auf ein Zelt dabei. Somit könnte man einen Mietwagen nehmen und weiter fahren. Das Lotti-Mobil würde im Zweifel der ADAC zurück holen. Aber bevor wir aufgeben telefoniert Elaine alle Schrotthändler ab, während wir zu Mercedes rollen und versuchen hier das gewünschte Teil zu bekommen. Aber auch hier ähnlich lange Lieferzeiten.

Der Techniker gibt derweil nicht auf und baut das Teil aus. Sprüht ordentlich Kontaktspray rein und baut es wieder ein. Der Fehler scheint erst einmal behoben, aber so richtig glücklich ist er nicht. Während Elaine die Schrotthändler weiter abtelefoniert, beschließen wir unsere Fahrt weiter fortzusetzen. Elaine wird uns kontaktieren, sobald sie das Teil hat und uns dieses dann zuschicken.

Als wir die Arbeit bezahlen wollen, werden wir erneut positiv überrascht.
Da Elaine das Problem nicht beheben konnte, möchte Sie kein Geld nehmen. Wir bieten dafür eine Übernachtungsmöglichkeit an, sobald sie in Deutschland sind und werden uns noch etwas überlegen, wie wir unser Glück weiter reichen können. Wir haben an diesem Tag viele tolle Menschen kennen gelernt, welche uns mit ihrer liebenswerten Art reich beschenkt haben. Dafür sind wir sehr dankbar!

Somit geht unsere Reise weiter – im übrigen problemlos!!!! – und ihr könnt uns weiter begleiten. Wir starten durch in Richtung Dartmoor.

Dear Elaine, dear Mark, you have saved our holiday. Thank you very, very much for your great effort! You are always welcome with us.

 

 

Reiseplanung 2018 – Cornwall erleben

Bis ans Ende der Welt

Bereits in 2016 waren wir der zauberhaften Küste im Süden Englands gefolgt, mussten dann aber leider bei Plymouth mangels Urlaub umkehren und den Heimweg antreten.

In diesem Jahr soll es also weiter in den Westen gehen. Diesen Sonntag hat die Familie getagt und jeder hat seine Wunschziele raus gesucht (die es noch ein wenig zu verfeinern gilt – aber so ungefähr passt unser Urlaub zu der geplanten Runde).

Auf dem Hinweg statten wir Stonehenge und dem Dartmoor (oh wie ich es liebe) einen kleinen Besuch ab und starten dann im Norden Cornwalls mit dem Bodmin Moor. Von hier aus gehts dann  über Tintagel die Küste runter in den sonnigen Süden.

Das Ende der Welt darf natürlich nicht fehlen. Genauso wenig wie Lizard Point und das Eden Projekt. Immerhin ist unser 10jähriger Sohn mit dabei und den kann ich bestimmt für einen Garten in XXL begeistern, wenn er erfährt, dass hier „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ gedreht wurde.

und zurück – immer rechts das Meer

Zurück gehts dann immer entlang der Küste.

Zeltplätze haben wir in diesem Jahr nur drei Stück ausgesucht. Wie auch bei unserem letzten Besuch werden wir an der Jurassic Coast einen Zwischenstopp einlegen. Tintagel hat einen sehr schönen Platz und auch an Lands End werden wir wohl zwei oder drei Tage stehen und von hier aus unsere Wanderungen und Erkundungstouren starten.

Dazwischen lassen wir uns treiben und schauen einfach mal, was wir alles so entdecken werden. Ich bin sicher, dass wir wie in jedem Urlaub hinterher nur einen Bruchteil der Dinge sehen werde, die auf unserer Liste stehen. Dafür aber die anderen Dinge um so mehr genießen und gegen die üblichten Touri-Attraktionen eintauschen werden.

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