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England 2018 – Tag 2 & 3 – Das Lotti-Mobil ist defekt

Das Lotti-Mobil ist defekt!

Schon bei der Hinfahrt (ausschließlich Autobahn und lange Strecken) haben wir uns gewundert, dass unser Lotti-Mobil nicht auf die gewohnte Endgeschwindigkeit kam. Wir haben es auf das Gewicht und die Landschaft geschoben und uns weiter keine Gedanken gemacht. Jetzt auf der Landstraße und in den kleinen Dörfern müssen wir ständig abbremsen und jedes Mal, wenn wir in den niedrigen Gängen vor einem Kreisel abbremsen, geht Lotti auf Notbetrieb. Will heißen 1000 Umdrehungen und Schritttempo. Also im Kreisel Motor aus, neu zünden und fahren, bis man wieder abbremsen muss. Nicht wirklich komfortabel und auch für die restliche Reise quer durch die Moore und die kleinen Dörfer praktikabel.

Also halten wir an einer Tankstelle und lassen uns die nächste Werkstatt von VW benennen. Wir haben Glück. In Salisbury gibt es einen VW-Händler. Das sind gerade mal 8 km von Stonehenge entfernt – überwiegend Landstraße. Somit fahren wir also los.

VW-Händler in Salisbury

Wir kommen um 17:30 beim VW-Händler an und haben vermeintlich Glück. Heute werden die Modelle der Saison vorgeführt und es sind tatsächlich noch Verkäufer vor Ort. Wir versuchen unser Problem zu schildern, als die Dame an der Rezeption auf Deutsch umschwenkt. Sie ist Deutsche und somit wird die technische Schilderung um einiges leichter. Da kein Techniker im Haus ist, müssen wir bis zum nächsten Tag warten. So wirklich will uns hier aber niemand helfen. So dürfen wir weder auf dem Gelände stehen bleiben (auch nicht auf dem nicht eingezäunten Teil) noch hat man wirklich Lust den Speicher auszulesen. Man wiegelt bereits am Sonntag ab. Außerdem wären sie voll ausgebucht und sie hätten gar keine Zeit und vermutlich wäre auch die Halle zu klein für uns. Da wir für heute keinen Plan mehr haben, beschließen wir morgen mit einem Techniker zu sprechen.

Ein toller Platz für eine Nacht

Wir schauen uns im Industrie-Mischgebiet um und finden auf einem Firmengelände einen Parkplatz direkt an einem kleinen Bach. Wir finden, dass der Platz besser ist, als die Straße und beschließen hier zu bleiben. Natürlich fallen wir auf und ein Mitarbeiter der Firma beäugt uns skeptisch. Schnell erklären wir ihm unser Problem, woraufhin er uns offiziell erlaubt hier stehen zu bleiben.

Idyllischer Stellplatz im Industriegebiet

Während wir unser Abendessen vorbereiten, kommen zahlreiche Leute vorbei. Unter anderem auch eine englische Familie mit einer Tochter, die so alt ist wie Herr Sohn. Die Mutter hat ein deutsches Abitur in England gemacht und auch die Tochter muss Deutsch lernen. Sie geht die Woche drauf auf Klassenfahrt nach Köln. Wir unterhalten uns eine Weile nett im Sprachkauderwelsch zwischen Englisch und Deutsch und bekommen den Hinweis, dass ein paar Meter weiter hoch eine Einstiegsstelle in den Bach sei und man hier gut schwimmen könne. Das lassen wir uns bei den Temperaturen nicht zweimal sagen. Zudem sind wir von Stonehenge ziemlich verstaubt.

Kalt – eiskalt – aber wunderbar an so einem heißen Tag

VW glänzt durch nicht vorhandenen Service

Die Nacht ist ruhig und wir stehen morgens ganz früh erneut bei VW auf der Matte. Die deutsch sprechende Dame von gestern hat unser Problem nicht im Haus kommuniziert. Die hiesigen Techniker haben keine Lust auf das Lotti-Mobil (halten wir fest der VW LT wird in England massenhaft gefahren, sodass der hier keine Besonderheit ist, sondern Tagesgeschäft). Zudem fühlen sie sich nicht zuständig, da das ein Commercial Vehicle sei. Da müssten wir zu VW Commercial Vehicle fahren. Auf unser Fragen hin, wo wir da hin müssten nur die Antwort: nach Westbury. Keine Adresse, keine Telefonnummer, keine Ankündigung und vor allen Dingen ist das besagte Westbury fast 140 km weit entfernt. Und das mit einem Fahrzeug, das nicht wirklich fahren will. Super Idee – Danke für den umwerfenden Service.

Not macht erfinderisch

Mittlerweile haben wir auf dem Nachbargrundstück einen VW LT 35 entdeckt. Wir laufen durch das Industriegebiet und finden die dazu gehörende Firma. Irgendwo muss der ja sein Fahrzeug warten lassen. Und mit Sicherheit fährt der dafür keine 140 km. Wir warten also, dass der Betrieb die Pforten öffnet und stellen dem Inhaber die Frage nach seiner Werkstatt. Der schaut uns nur völlig entgeistert an. Ich kann mir auch was Besseres vorstellen, als am Montag morgen als erstes irren Touristen zu begegnen. Schließlich sucht er uns eine Adresse von seinem Schrauber raus. Dieser sitzt im Salisbury in einem angrenzenden Industriegebiet. Strecke 3 km. Geht doch!

Die Schrauberbude schlechthin

Wir landen in einem Areal, bestehend aus vielen kleinen Hallen im Charme der 70er. So wirklich modern wirkt da kein Handwerksbetrieb. Alles ist ein wenig rummelig und der mit Abstand rummeligste Laden ist der von uns gesuchte Schrauber. Nach ein paar Wortwechseln stellen wir fest, dass auch er keine wirkliche Lust hat und seine Kapazitäten am Ende sind und und und… aber zwei Boxen weiter gäbe es noch eine Werkstatt. Somit rollen wir 30 Meter weiter und tragen erneut unser Problem vor.

OFFERING YOU THE BEST SOLUTION FOR YOU CAR

Hier treffen wir auf Mark & Elaine Carter und Team von https://www.newgarageharnhamltd.co.uk/ und stellen schnell fest, dass dieses Unternehmen voll und ganz hinter seinem Motto steht.


Sofort kommt man ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass Elaine selbst Wohnmobilist ist und im nächsten Sommer Deutschland bereisen möchte. Sie kann voll und ganz nachvollziehen, dass wir gerne unsere Tour weiter fortsetzen wollen. Somit wird der Techniker geholt. Der soll den Speicher auslesen. Leider kommt er mit dem vorhandenen Gerät nicht in die letzte Ebene hinein. Somit wird herum telefoniert bis ein geeignetes Diagnosegerät bei einer befreundeten Werkstatt gefunden wird. Ein Mitarbeiter fährt los, um es zu holen. Schnell wird daraufhin der Fehler diagnostiziert – das elektronische Gaspedal scheint defekt zu sein. Ein kleines schwarzes unscheinbares Kästchen im Motorraum.

Wenn es doch so einfach wär…

Leider gibt es das kleine schwarze Kästchen nicht in England und muss über VW Deutschland bestellt werden. VW ruft hierfür rund 480 Pfund zuzüglich MwSt auf. Damit wären wir mit Einbau bei rund 900 Euro gelandet. Viel schlimmer als das Geld war aber die Lieferzeit von über 14 Tagen!!!. Während mein Mann schon gedanklich die Heimfahrt antritt, überlege ich wie wir den Urlaub weiter gestalten. Immerhin haben wir alles bis auf ein Zelt dabei. Somit könnte man einen Mietwagen nehmen und weiter fahren. Das Lotti-Mobil würde im Zweifel der ADAC zurück holen. Aber bevor wir aufgeben telefoniert Elaine alle Schrotthändler ab, während wir zu Mercedes rollen und versuchen hier das gewünschte Teil zu bekommen. Aber auch hier ähnlich lange Lieferzeiten.

Der Techniker gibt derweil nicht auf und baut das Teil aus. Sprüht ordentlich Kontaktspray rein und baut es wieder ein. Der Fehler scheint erst einmal behoben, aber so richtig glücklich ist er nicht. Während Elaine die Schrotthändler weiter abtelefoniert, beschließen wir unsere Fahrt weiter fortzusetzen. Elaine wird uns kontaktieren, sobald sie das Teil hat und uns dieses dann zuschicken.

Als wir die Arbeit bezahlen wollen, werden wir erneut positiv überrascht.
Da Elaine das Problem nicht beheben konnte, möchte Sie kein Geld nehmen. Wir bieten dafür eine Übernachtungsmöglichkeit an, sobald sie in Deutschland sind und werden uns noch etwas überlegen, wie wir unser Glück weiter reichen können. Wir haben an diesem Tag viele tolle Menschen kennen gelernt, welche uns mit ihrer liebenswerten Art reich beschenkt haben. Dafür sind wir sehr dankbar!

Somit geht unsere Reise weiter – im übrigen problemlos!!!! – und ihr könnt uns weiter begleiten. Wir starten durch in Richtung Dartmoor.

Dear Elaine, dear Mark, you have saved our holiday. Thank you very, very much for your great effort! You are always welcome with us.

 

 

DIY – Tempomat einbauen beim Kasten

Das einzige was fehlt ist der Tempomat

Lotti ist mit ihren 17 Jahren wirklich gut ausgestattet – das einzige, was zu Schraubers Glück noch fehlt ist ein Tempomat. Frei nach dem Motto selbst ist der Mann durchstöbert er also das Sprinterforum nebst dem restlichen Internet, und kommt schon recht schnell zu dem Ergebnis, dass wir diesen ganz einfach nachrüsten können. (VW und Co hatten da eher keine Lust  oder zu wahnsinns Abwehr-Preisen)

Also bestellt der Schrauber über Ebay einen Einbausatz. Hört sich auch alles ganz einfach an. Hebel einbauen, Kabelstrang an Buchse stecken, frei schalten und fertig.

Das Märchen von der Buchse und dem Stecker

Kurz darauf kommt der Hebel hier mit zahlreichen Kabeln und Schrauben per Post an. Mein Vater ist als alter Bastler gleich dabei und so machen sich die beiden Männer im Winter dran den Tempomaten einzubauen.

Der Hebel (Design Mercedes) findet auch schnell den richtigen Platz – aber das Märchen von der Buchse und dem Stecker bleibt eins. Liebe Schrauber, beim VW LT gab es diese Buchse nie! Dies ist lediglich dem Sprinter vergönnt.

Also fangen der Schrauber und der Techniker an Kabel durch das Fahrzeug zu ziehen und vertängeln diese fachgerecht.

Nach einem Tag Bastelei ist das Werk vollbracht!

Ganz ehrlich – ich habe keine Ahnung, was die Zwei so rauchen, während sie basteln – hauptsache glücklich 😉

Jetzt nur noch frei schalten.

Der erste Weg führt zu unseren beiden Werkstätten hier im Ort. Diesen mangelt es jedoch an der richtigen Software. Also kontalktieren wir die VW-Händler im Umkreis. Von diversen Werkstätten kommt gar keine Rückmeldung – die halten unsere Anfrage schlicht für einen Scherz. Die VW Werkstatt in Alzey ruft glatte 300 Euro für das Freischalten auf (sie müssten ja auch die Kabel alle überprüfen). Die Werkstatt in Egelsbach ist mit knapp 70 Euro moderat dabei, dafür braucht man aber vier Wochen im Voraus einen Termin und wir fahren zudem noch 70 km.

Über das Kastenwagenforum erhalte ich den Tipp mal im VCDS-Forum nachzufragen, ob uns da jemand weiter helfen kann. Ich schreibe die Mitglieder in unserer Nähe an und ja, es meldet sich ziemlich schnell Andi zurück. Gleich am nächsten Abend fahren wir mit unserer Lotti hin.

Wenn es denn so einfach wäre….

Motiviert holt Andi den Laptop, will gerade den Diagnosestecker anschließen und stutzt…. unser VW-LT hat tatsächlich einen runden Stecker aus dem Hause Mercedes. Somit wird es heute nichts mit der Freischaltung. Mit Andis Hilfe finden wir den passenden Adapter und bestellen diesen wie immer über das Netz.

Eine Woche später ist der Stecker da und wir vereinbaren einen neuen Termin mit Andi. Die meiste Zeit nahm bei diesem Termin das Hochfahren des Laptops in Anspruch. Stecker eingestöpselt – Freischaltcode 11463 eingegeben (bei alten Diagnosegeräten Kanal 6 von 255 auf 1 setze) nund freuen!

Wir haben Tempomat!!! –  und das  für umgerechnet 170 Euro, einer Bastelstunde unter Männern, und einem neuen Kontakt im Nachbarort.

 

 

Neues Kleid für den Frühling

Über das neue Make Up für Lotti habe ich mich so gefreut. Hell und freundlich – das hat meinen Entschluß gefestigt, die Küche noch ein wenig mehr zu pimpen und dem Holz den Gar aus zu machen.

Da wir an dem eigentlichen Fahrzeug so wenig wie möglich ändern wollen, haben wir uns für eine Möbelfolie entschieden. Die Kissenparade und unser Mood-Board gibt bereits den Ton und das Muster an. Somit sind Kreise das Hauptmotto.

Ein dezentes und helles Muster ist schnell gefunden. Diese grafische Folie soll es werden.

Aber zuvor muss die Abzughaube raus montiert werden, was bei den kleinen verschachtelten Kastenwagen manchmal gar nicht so einfach ist.

Wie gut, dass ich tapezieren kann

Wie gut, dass mir mein Papa alles Wichtige beigebracht hat. Unter anderem auch tapezieren. Daher ist das Vorgehen schnell klar und das Maß nach links und rechts sehr einfach bestimmt- eine Schneidebrettchenlänge. Frau muss auch mal Glück haben. Schnell ist die Anschlagslinie angezeichnet, damit die Folie auch schön gerade klebt.
Die erste Bahn ist dann ratzfatz zugeschnitten und an ihren Platz geklebt. Ging einfacher als gedacht und ich freu mich schon jetzt über den neuen Look und die tolle Struktur der Folie.

Bahn zwei und drei sind leider kniffeliger und ein Glück habe ich zwei Rollen der Folie gekauft. Auf den letzten Schnitt ist doch tatsächlich eine kleine Ecke zu viel mit raus gerissen, so dass ich die komplette zweite Bahn noch einmal abmachen und von vorne anfangen durfte. 🙁

Beim zweiten Versuch klappt es dann – mich wundert nur, dass das Muster über 2/3 der Länge wunderbar zusammen passt und dann anfängt minimal abzuweichen. In diesem Fall nicht schlimm, da hier eh noch die Gewürzregale davor kommen, aber dennoch eigenartig.

Bahn drei klappt wieder wunderbar. Auch die Nähte sind kaum zu sehen. Schnell noch die Abzughaube eingebaut. Ein wenig aufgeräumt und freuen! Sobald es draußen wärmer wird, gibt es noch einen sauberen Abschluß aus Silikon. Dann kann das Wasser auch nicht unter die Folie laufen und sie hält dann hoffentlich auch recht lange.

Ihhhhhhhhhhh – ich werd verrückt!

Der Traum einer jeden Deko-Queen. Heute war ich kurz in einem für mich neuen Geschäft, um das Angebot zu bewundern. Und was glaubt Ihr, was ich gefunden habe???? Handtücher mit dem gleichen Muster! Klar, dass ich diese sofort einpacken musste, oder?

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Pimp my Womo

Erster Check in der Werkstatt!

 Der erste Werkstatttermin

Wir haben Freitag. Seit Montag ist unser Womo nun in der Werkstatt für einen ersten Check und es ist so verdächtig still.

Normaler Weise meldet sich so eine Werkstatt bereits nach ein paar Stunden, um einem mitzuteilen, was noch so alles defekt ist und dringend ausgetauscht werden muss. Meistens begleitet mit den schwer wiegenden Worten „ohohoh, das wird teuer….“ Hier kein Mucks. Stille. Tage lang!

Auf dem Weg in die Stadt schauen wir am Mittwoch heimlich, ob der Wagen noch auf dem Parkplatz der Werkstatt steht oder zumindest schon einmal in die Halle geholt wurde. Der Parkplatz ist leer. Was um alles in der Welt machen die so lange mit dem Fahrzeug? Haben wir uns etwa falsch ausgedrückt, als es um die Ausführung der Arbeiten ging? Der Auftrag am Montag war eigentlich ganz simpel. Zahnriemen wechseln, Bremsen entlüften, Getriebe- und Motoröl neu. Nach unserem Kostenvoranschlag ein Umfang von etwa 6-8 Stunden.

Wir warten. Haben ja Zeit und brauchen das Womo aktuell nicht wirklich. Dennoch werden wir das Gefühl nicht los, dass der Kauf vielleicht doch nicht so optimistisch zu bewerten ist.

Der erlösende Anruf

Dann heute doch noch endlich der erlösende Anruf – das Fahrzeug ist fertig. Sie hätten unser Womo noch auf der Bühne – der sähe gar nicht so schlecht aus, ob sie es noch mit einem Unterbodenschutz versehen sollen? Die zwei kleinen Roststellen hätten sie schon weg gemacht….da sagen wir nicht nein, schließlich hatten wir nach der langen Zeit der Stille fast mit dem Schlimmsten gerechnet – man weiß ja bei einem Gebrauchtwagenkauf nicht wirklich, was man sich da eingehandelt hat.

Darfs noch ein wenig mehr sein?

Am Samstag Mittag können wir es dann endlich abholen, unser kleines fahrendes Nest. Die Sache mit dem Zahnriemen war doch etwas aufwändiger als gedacht, da bei dem Vorhaben diesen zu tauschen ein Zahnrad abgerissen ist, welches komplett festgefressen war. (wie gut, dass wir auf einen ersten Ausflug verzichtet haben) Also musste der halbe Motor auseinander gebaut werde, um alles auf Null zu setzen. Mehraufwand ein ganzer Tag.

Bei der Gelegenheit hat die Werkstatt sich auch den Weg zu den Glühkerzen gebahnt und festgestellt, dass nur noch eine ihren Zweck erfüllte und alle anderen bereits den Geist aufgegeben hatten. Da es bei dem Modell wohl etwas umständlicher ist die Glühkerzen frei zu legen, hat es sich die Werkstatt ohne Rücksprache erlaubt alle fünf auszutauschen. Jetzt springt unser rollendes Heim wieder an wie am ersten Tag! Das wird mein Lieblingssound!!!

 

 

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