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England 2018 – Tag 5 – Besuch bei König Artus in Tintagel Castel

Zauberhaftes Tintagel

Tintagel ist ein kleines historisches Dörfchen direkt an der Küste. Es gibt hier alles was man zum leben braucht. Einen kleinen Tante Emma Laden, einige Souvenirgeschäfte, einen Süßigkeitenladen, Friseur, zwei Pubs, einige Bäckereien. Niedliche Häuser aus Stein und natürlich auch das eine oder andere historische Sagen umwobene Gebäude.

Wir übernachten hier drei Nächte auf dem kleinen Zeltplatz direkt im Ort (The Headland Caravan Park). Dieser wird von einer Familie geführt. Ist sauber, übersichtlich und in erster Linie auch für die kleinen Fahrzeuge geeignet. Diese dürfen sich frei auf der großen Wiese einen Platz suchen. Gewünschter Abstand zum Nachbarn mindestens 6 Meter. Der Platz bietet das Notwendige. Keine Animation. Kinder finden hier schnell Anschluß und toben einfach bis in den Sonnenuntergang auf der Wiese. Ein wenig Spielzeug wie einen Ball, Frisbee, Federball, langes Springseil sollte man also dabei haben.

Mehrmals in der Woche kommt hier ein Foodtruck vorbei. Im kleinen Shop gibt es alles was das Camperherz begehrt. Gegen eine kleine Spende werden Akkus für Camera und Co aufgeladen. Direkt hinter dem Platz liegt der Küstenwanderweg und mit einem Sprung über die Mauer steht man schon am Meer und ist in einer anderen Welt.

König Artus wir kommen

Heute steht der Besuch bei König Artus auf dem Programm. Bevor ihr jedoch los wandert, solltet Ihr Euch über die Öffnungszeiten und den Gezeitenplan informieren. Mehr über die Geschichte des Ortes erfahrt ihr beim Hertitage.

Die Tour ist geeignet für Kinder die noch getragen werden oder aber für Kinder,  die schon sicher klettern und Treppen mit unterschiedlichen Höhen laufen können. Alter ca. ab 7/8 Jahren, wenn die Kinder es gewohnt sind von der Kondition 6-8km zu laufen. Die Strecke ist nicht so lang, besticht aber durch die Höhenunterschiede.

ACHTUNG SICHERHEITSHINWEIS: Die Treppen sind gesichert aber nicht gleichmäßig und können durch Sand und Wasser rutschig sein. Das Plateau ist nicht gesichert. In England darf man noch für sich selbst Verantwortung übernehmen. Kleine Kinder sind an der Hand zu führen und bei quirligen kleinen Abenteurern würde ich mir überlegen diese anzuseilen. Im Castle die Kinder auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen. Sie können die Abbruchkante einfach nicht einschätzen. Auch in den Höhlen kann Gefahr durch ausrutschen und Ertrinken bestehen. Bitte erst die Situation vor Ort checken, bevor man hier die Kleinen alleine rein laufen lässt.

Wir laufen von unserem Zeltplatz bis zum Ziel. Der Platz ist so gut gelegen, dass der Weg ca. 1 km beträgt. Mit unserer Heritage Karte ist der Eintritt auch hier abgegolten. Wer früh am Morgen kommt, hat diesen magischen Ort fast für sich alleine.

Tintagel Castle oder was davon übrig ist

Dass Tintagel ein Ort mit besonderer Kraft ist, liegt außer Frage. Wer es bis hier rauf geschafft hat, wird begeistert sein von diesem Ort.

So empfanden es auch Generationen vor uns und es verwundert nicht, dass dieser Ort umwoben ist von Sagen, und über die letzten 2000 Jahre verschiedene Funktionen erfüllt hat. Neben den Kelten die hier eine frühchristliche keltischen Klosteranlage im 5. – 8. Jahrhundert errichtete, fanden wohl auch die Römer Gefallen an diesem Ort.
Im frühen Mittelalter gab es hier eine kleine Siedlung. Die Burg wie sie jetzt noch zu sehen ist, wurde ca. 1233 von  Richard von Cornwall, einem jüngeren Bruder des englischen Königs Heinrich III zu Repräsentationszwecken erbaut. Bereits kurze Zeit nach der Erbauung konnte das Bauwerk jedoch Sturm und Wetter nicht trotzen und verfiel.
1337 wurde die Anlage erneut auf- und umgebaut. Sie wurde für verschiedene Zwecke (Repräsentation, Gefängnis, Festung)  genutzt und 1600 endgültig aufgegeben.
Heute besteht Tintagel Castle aus zwei Teilen, welche über eine Brücke miteinander verbunden sind. Im Mittelalter muss hier ein Weg über die Felsen existiert haben, so dass es durchaus gut möglich war vom Festland aus zur Siedlung zu gelangen.

Treppen, Treppen und noch mal Treppen

Wer Artus besuchen möchte muss gut zu Fuß sein oder ein paar Verschnaufpausen einplanen. Festes Schuhwerk ist auf jedem Fall zu empfehlen. Wasser ist bei heißem Wetter sinnvoll mitzunehmen, vor allen Dingen Kinder brauchen doch ab und an mal einen Schluck. Vor Ort gibt es neben einer Ausstellung jedoch auch noch ein Kaffee in dem man gemütlich sitzen kann.

Wir starten mit dem linken Teil der Anlage von welchem man einen sehr schönen Blick auf das Castel hat.

Danach geht es einmal Treppe abwärts, Treppe aufwärts rüber zur Festungsanlage. Belohnt wird man nach der Anstrengung durch eine wunderbare Aussicht und die eine oder andere nette Kleinigkeit.

Wo ist Merlin? – Merlin´s Cave

Wo Artus ist, kann Merlin nicht weit sein. Natürlich machen wir uns auf die Suche nach dem Zauberer. Dieser soll angeblich in den Höhlen unterhalb des Castle sein Reich haben.

Wir haben uns mit unserem Besuch nach den Gezeiten gerichtet. Den Gezeitenplan bekommt Ihr in der Touristeninformation. Solltet Ihr länger an der Küste unterwegs sein, ein MUSS! Die Höhlen erreicht man nur bei Ebbe und sollte hier auch rein gehen, wenn das Wasser am weitesten weg ist. Bereits bei beginnender Flut laufen die Höhlen rasant schnell mit dem eiskalten Wasser voll und der Strand verschwindet im Wasser, so dass man von der linken Höhle nicht mehr trockenen Fußes zur Treppe gelangen kann, da man noch an einem Felsen vorbei muss.

Wir haben unsere Badesachen und die Entenfüße dabei. Schließlich kann man hier hervorragend schwimmen und eine Erfrischung haben wir uns bei den Temperaturen (Jahrhundertsommer) wirklich verdient. Die Entenfüße schützen die Füße und geben auf den nassen Steinen guten Halt.

Wir schaffen es zwei Höhlen zu besichtigen. Finden magische Flecken im Wasser – von Merlin heute jedoch leider keine Spur.

Nun ja, er kann ja auch nicht immer zu Hause sein. Schließlich ist er ein gefragter Mann. Vielleicht habt Ihr ja bei Eurem Besuch mehr Glück. Wir verlassen auf jeden Fall jetzt flink die Höhle. Die Flut kommt und das Wasser reicht uns bereits bis zu den Knien.

Wir haben hier auf jeden Fall ein paar sehr schöne Stunden verbracht. Wer mag kann seine Picknick-Sachen mit hoch nehmen. Wir wollten zurück zum Kasten und dort ein wenig vor uns hin trödeln und Energie für den nächsten Tag sammeln. Auf dem Plan steht eine Wanderung den Küstenpfad entlang Richtung Norden nach Boscastle. Bei den Temperaturen sicherlich nicht ganz einfach.

Pasteten wohin das Auge schaut

Auf dem Rückweg müssen wir wieder durch das kleine Dorf. Eigentlich wollten wir kochen, doch der Geruch von frischen Pasteten und Gebäck verführt uns. Kurzer Hand plündern wir die Bäckerei und decken uns mit den verschiedenen Köstlichkeiten ein.

Wenn Ihr uns weiter begleiten wollt, dann folgt doch einfach dem Link zur Gesamtübersicht unserer Tour und sucht Euch aus, was für Euch interessant ist.

Hier gelangt Ihr zu weiteren Informationen, wie man Geld sparen kann: Die Heritage Karte und andere Pässe für Vergünstigungen

Eine Stadt im Weihnachtsfieber

Eine Stadt im Weihnachtsfieber – oder Straßburg im Lichtermeer.

Mit Weihnachten verbinden die meisten Leute Weihnachtsmärkte, Glühwein und ein wenig Deko. Meistens beschränkt auf wenige Tage / Wochenenden im Jahr. Wer einmal staunen möchte, der sei eingeladen den französischen Nachbarn zu besuchen. Denn hier findet er eine Stadt im Weihnachtsfieber.

In Straßburg hat sich die komplette Innenstadt fein gemacht und wirklich alle machen mit. Man könnte meinen, dass es gar einen Wettstreit gibt.

Komm mit mir in eine zauberhafte Welt

Sobald die Dunkelheit anbricht, versinkt eine Stadt im Weihnachtsfieber. Es funkelt und blinkt an jeder Ecke. Selbst die Spitze des Münsters glitzert mit 1000 kleinen Lichtlein.

Die Gassen und Läden sind geschmückt und es lohnt sich in die eine oder andere Hofeinfahrt hineinzuschauen. Doch schaut selbst:

Kulinarisch immer eine Reise wert

Auch kulinarisch hat die Stadt so einiges zu bieten. Denn wenn die Franzosen eines können, dann Genuss und qualitativ gute Lebensmittel.

So verwundert es wohl wenig, dass wir immer wieder in einem der kleinen Speziallädchen verschwunden sind, um uns etwas Proviant mitzunehmen.

Wie kommt man hin?

Als Deutscher kommt man am besten mit der Straßenbahn nach Straßburg. Straßburg unterhält eine Umweltzone, sodass man vorher eine Vignette kaufen müsste, welche Geld kostet. Da die halbe Stadt in der Weihnachtszeit abgesperrt ist, lohnt sich die Anreise mit der Tram. Startpunkt ist die Tramstelle vor dem Hauptbahnhof in Kehl. Parken kann man hinter dem Hauptbahnhof auf dem Parkplatz der alten Kaserne bzw. an der Moschee. Man läuft durch die Bahnhofsunterführung und sieht dann auch schon die Haltestelle. Für rund 8,50 Euro erhält man als Familie mit einem Kind ein Tagesticket, mit dem man dann auch wieder zurückfahren kann. Achtung entwerten nicht vergessen.

Wo kann ich schlafen?

Kehl hat in ca. 1 km Laufweite zum Bahnhof einen Stellplatz für Reisemobile. Ihr findet diesen unter dem Namen Stellplatz am Wasserturm. Für 8 Euro a 24 Stunden kann man hier stehen und sich gegen kleines Taschengeld auch mit Strom und Frischwasser versorgen.  Von hier aus kann man gut zum Gelände der Gartenschau oder in die Altstadt von Kehl laufen. Das Schwimmbad ist ebenfalls in der Nähe.

Fazit: Fahrt mal hin! Wirklich wunderschön hier!

 

England 2018 – Tag 4 – Auf der Spur von Napoleons Soldaten & Mad Axeman

Das Dartmoor ruft!

Klare Ansage – hier sollte man schnell sein

Gut erholt fahren wir heute vom The Star Inn rein in das Dartmoor. Ich liebe das Moor mit seiner rauen ursprünglichen Art. Schroffe Felsen werden von Farn überwuchert. Es gibt feuchte Wiesen, Heideflächen und dazwischen immer wieder halbwilde Tiere. Nicht umsonst dient das Dartmoor als Kulisse für den einen oder anderen Bestseller. Bereits die 5 Freunde im Nebel von Enid Blyton lehrten mich das Fürchten und Gruseln. Der Hund von Baskerville nach Sir Arthur Conan Doyle hat  bis heute seinen Reiz nicht verloren. Hinzu kommen diverse gruselige Geschichten die sich um das Moor ranken. Wen wundert es. Hier trieben die Jahrhunderte durch Schmuggler ihr Unwesen und das Moor war zudem ein sicherer Zufluchtsort mit seine zahlreichen Minen für Verbrecher jeglicher Colour. Auch heute ist das Moor nicht ganz ungefährlich.

Wer im Dartmoor mit dem PKW unterwegs ist, hat hier keine Gefahr zu fürchten. Kritisch und sogar gefährlich ist das Moor für Spaziergänger und Wanderer. Das Wetter hier schlägt rasch um und innerhalb von Minuten kann man sich in der Weite nicht mehr orientieren. Hierzu später mehr.

Unser Ziel heute bei bestem Wetter ist das Prison Museum in dem kleinen Örtchen Princetown. Dieses ist mitten im Moor gelegen. Der Ort besteht aus ein paar Häusern, einer Kirche sowie dem alles dominierenden über 200 Jahre alten Gefängnisses. Die Gebäude erheben sich grau und massiv über dem Ort und sind schon von weitem zu sehen. Waren vor 200 Jahren hier bis zu 6000 Kriegsgefangene (in erster Linie französische Soldaten und später amerikanische Soldaten) unter erbärmlichsten Verhältnissen untergebracht, so beherbergen die Mauern jetzt nur noch eine geringe Anzahl an Gefangenen, welche weitaus bessere Lebensbedingungen vorfinden.

Auf der Spur von Napoleons Soldaten & Mad Axeman

Die Geschichte des Gefängnisses ist ein Kuriosum an sich. Ursprünglich hatte hier ein wohlhabender Mensch das Land gekauft, um es landwirtschaftlich zu nutzen. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass das Moor so in dieser Form nicht nutzbar war. Der Boden zu feucht und durchsetzt von Steinen und Felsen. Welch ein Glück, dass es durch die Napoleonischen Kriege um 1800 zu so vielen Kriegsgefangenen kam, dass diese nicht länger auf den Schiffen entlang der Südküste inhaftiert werden konnten und ein anderer Platz für die Gefangenen gefunden werden musste. Somit wurde das Gefängnis im Moor geplant. Besonders grotesk: Die Gefangenen durften ihr Gefängnis selbst erbauen.

Die heutige Struktur und landwirtschaftliche Nutzung des Moors haben die Einheimischen in der Tat den Soldaten zu verdanken. Diese wurden tagsüber den Landwirten als Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt und durften Mauern errichten, Flächen von Steinen befreien, Wege anlegen.

Später dann diente das Gefängnis zahlreichen Halunken und Schurken als Zwischenquartier. Einer von Ihnen ist Frank Michel auch als Mad Axeman bekannt. Er hatte das Gemüt eines Kindes aber die Kraft eines Stieres. Von klein an war er immer wieder in Diebstähle verwickelt. Ab dem 17ten Lebensjahr verbrachte er den größten Teil seines Lebens im Gefängnis. Hier war er sehr geschätzt, wegen seiner Art und er hatte Privilegien, welche sonst kaum einer hatte. Leider ließ er sich zur Flucht anstiften, was in England Wochen lang zu einer Pressemeldung nach der anderen führte.

The Dartmoor Prison Museum

Eingang zum Gefängnis

Wir erreichen gegen Mittag das Dartmoor Prison Museum. Familien sind hier herzlich willkommen und bereits im Eingangsbereich versinken wir in der Welt des Gefängnisses. Es gibt eine Ausstellung, welche die Geschichte klein und fein an allerhand Exponaten vorstellt. Es wird vom Bau berichtet. Eine Vitrine zeigt Ausbruchswerkzeuge. Man kann in einer Musterzelle Platz nehmen, erfährt mehr über den Alltag im Gefängnis und natürlich werden uns die prominentesten Gäste vorgestellt. Hierunter auch Prince Charles und der berühmte Mad Axeman. 

Besonders schön: für die Kinder gibt es ein Quiz, welches uns Erwachsene sprachlich zum Teil an unsere Grenzen brachte. Mit der Hilfe des Personals konnten wir dennoch alle Fragen beantworten und am Ende einen kleinen Preis erhalten.

Wir hatten hier sehr viel Spaß. Für den Besuch sollte man ca. 2 Stunden einplanen. Gerade für das Rätsel muss man viel lesen, was sich aber lohnt!

Fahrt durchs Dartmoor

Wir verlassen Princetown und setzen unsere Reise durch das Dartmoor fort. Unser Übernachtugsziel ist Tintagel. Somit durchqueren wir heute das Moor vom Osten nach Westen in seiner kompletten Breite.

Während das Land seit Wochen keinen Regen gesehen hat und die Wiesen ausgedorrt sind, ist es im Moor sehr grün. Gerade, wenn man weit hinein wandert, ist die Fläche geprägt von Farn und Kniehöhen Gräsern, kleinen Büschen und knorpeligen Bäumen, welche nicht sehr hoch werden. Ich liebe die Weite und Stille im Moor und gehe hier auch gerne wandern. Allerdings sollte man hier unbedingt eine echte Wanderkarte mitnehmen, auf welcher die alten Steine eingetragen sind. Schnell kommt man mit dem GPS an seine Grenzen. Es gibt keine festen Wege. Hier folgt man den Spuren der Tiere, welche sich aber regelmäßig verschieben. Alternativ geht es Kilometer lang Querfeld ein. Neben der Karte benötigt man unbedingt einen Kompass, eine Taschenlampe, eine Trillerpfeife, eine Aludecke als Schutz vor Regen und Kälte und einen Powerriegel / Nüsse. Wasser findet man in bester Qualität ausreichend. Der Nebel kann hier innerhalb von Minute aufziehen und man ist zum Warten verdammt. Das kann sich Stunden hin ziehen. Es wird dringend davon abgeraten sich bei Nebel weiterzubewegen. Das Bild unten gibt Euch eine kleine Idee, was auf Euch zukommt.

Der Wasserspeicher Hochmoor sorgt auch im Hochsommer für gefüllte Bäche.

Immer wieder begegnet man den Schafen der Farmer, welche das Jahr über frei im ganzen Dartmoor herumlaufen dürfen.

Neugierig ohne Ende, aber wehe man kommt ihnen zu nah

Kleiner ist manchmal doch besser

Wer im Dartmoor unterwegs ist, muss mit engen Straßen rechnen. Oft sind diese nur knapp 2 Meter breit, jedoch von beiden Seiten zu befahren. Die Straßen sind in der Regel von hohen Hecken gesäumt, in welche man rein fahren muss, wenn Gegenverkehr naht. Der Engländer ist ziemlich tiefenentspannt und setzt auch gerne mal über mehrere Kilometer zurück. Zeit scheint hier relativ und ich habe keine Idee, warum ausgerechnet die Engländer die Pünktlichkeit für sich verbuchen. Problematisch sind die schmalen Brücken und Gassen in den Dörfern. Wer hier zu lang und / oder zu breit ist, hat ein echtes Problem. Idealmaße für einen Kastenwagen sind in der Breite 1,95 Meter und in der Länge maximal 6,00 Meter, 3,5 t Gewicht. Die Höhe spielt eher eine untergeordnete Rolle. Wer breiter, länger oder schwerer ist, wird in den ländlichen Gebieten in England keine Freude am Fahren haben und sollte sich auf die breiten Hauptstraßen konzentrieren. Auch hier ist eine gute Karte ratsam, aus welcher hervorgeht, wie breit die Straße ist.

Der VW LT ist in England der meist gefahrene Transporter und hier quasi in seinem Element.

Wir verlassen für heute das Dartmoor, nicht ohne uns noch einmal von den Tieren dort und der unglaubliche Weite zu verabschieden.

Manchmal hat man Glück und es sind einfach alle da.

Die Fahrt geht weiter nach Tintagel. Folgt uns doch einfach weiter auf unserer Reise. Hier kommt Ihr zu einer Übersicht von unseren einzelnen Stationen.

England 2018 – Tag 2 & 3 – Das Lotti-Mobil ist defekt

Das Lotti-Mobil ist defekt!

Schon bei der Hinfahrt (ausschließlich Autobahn und lange Strecken) haben wir uns gewundert, dass unser Lotti-Mobil nicht auf die gewohnte Endgeschwindigkeit kam. Wir haben es auf das Gewicht und die Landschaft geschoben und uns weiter keine Gedanken gemacht. Jetzt auf der Landstraße und in den kleinen Dörfern müssen wir ständig abbremsen und jedes Mal, wenn wir in den niedrigen Gängen vor einem Kreisel abbremsen, geht Lotti auf Notbetrieb. Will heißen 1000 Umdrehungen und Schritttempo. Also im Kreisel Motor aus, neu zünden und fahren, bis man wieder abbremsen muss. Nicht wirklich komfortabel und auch für die restliche Reise quer durch die Moore und die kleinen Dörfer praktikabel.

Also halten wir an einer Tankstelle und lassen uns die nächste Werkstatt von VW benennen. Wir haben Glück. In Salisbury gibt es einen VW-Händler. Das sind gerade mal 8 km von Stonehenge entfernt – überwiegend Landstraße. Somit fahren wir also los.

VW-Händler in Salisbury

Wir kommen um 17:30 beim VW-Händler an und haben vermeintlich Glück. Heute werden die Modelle der Saison vorgeführt und es sind tatsächlich noch Verkäufer vor Ort. Wir versuchen unser Problem zu schildern, als die Dame an der Rezeption auf Deutsch umschwenkt. Sie ist Deutsche und somit wird die technische Schilderung um einiges leichter. Da kein Techniker im Haus ist, müssen wir bis zum nächsten Tag warten. So wirklich will uns hier aber niemand helfen. So dürfen wir weder auf dem Gelände stehen bleiben (auch nicht auf dem nicht eingezäunten Teil) noch hat man wirklich Lust den Speicher auszulesen. Man wiegelt bereits am Sonntag ab. Außerdem wären sie voll ausgebucht und sie hätten gar keine Zeit und vermutlich wäre auch die Halle zu klein für uns. Da wir für heute keinen Plan mehr haben, beschließen wir morgen mit einem Techniker zu sprechen.

Ein toller Platz für eine Nacht

Wir schauen uns im Industrie-Mischgebiet um und finden auf einem Firmengelände einen Parkplatz direkt an einem kleinen Bach. Wir finden, dass der Platz besser ist, als die Straße und beschließen hier zu bleiben. Natürlich fallen wir auf und ein Mitarbeiter der Firma beäugt uns skeptisch. Schnell erklären wir ihm unser Problem, woraufhin er uns offiziell erlaubt hier stehen zu bleiben.

Idyllischer Stellplatz im Industriegebiet

Während wir unser Abendessen vorbereiten, kommen zahlreiche Leute vorbei. Unter anderem auch eine englische Familie mit einer Tochter, die so alt ist wie Herr Sohn. Die Mutter hat ein deutsches Abitur in England gemacht und auch die Tochter muss Deutsch lernen. Sie geht die Woche drauf auf Klassenfahrt nach Köln. Wir unterhalten uns eine Weile nett im Sprachkauderwelsch zwischen Englisch und Deutsch und bekommen den Hinweis, dass ein paar Meter weiter hoch eine Einstiegsstelle in den Bach sei und man hier gut schwimmen könne. Das lassen wir uns bei den Temperaturen nicht zweimal sagen. Zudem sind wir von Stonehenge ziemlich verstaubt.

Kalt – eiskalt – aber wunderbar an so einem heißen Tag

VW glänzt durch nicht vorhandenen Service

Die Nacht ist ruhig und wir stehen morgens ganz früh erneut bei VW auf der Matte. Die deutsch sprechende Dame von gestern hat unser Problem nicht im Haus kommuniziert. Die hiesigen Techniker haben keine Lust auf das Lotti-Mobil (halten wir fest der VW LT wird in England massenhaft gefahren, sodass der hier keine Besonderheit ist, sondern Tagesgeschäft). Zudem fühlen sie sich nicht zuständig, da das ein Commercial Vehicle sei. Da müssten wir zu VW Commercial Vehicle fahren. Auf unser Fragen hin, wo wir da hin müssten nur die Antwort: nach Westbury. Keine Adresse, keine Telefonnummer, keine Ankündigung und vor allen Dingen ist das besagte Westbury fast 140 km weit entfernt. Und das mit einem Fahrzeug, das nicht wirklich fahren will. Super Idee – Danke für den umwerfenden Service.

Not macht erfinderisch

Mittlerweile haben wir auf dem Nachbargrundstück einen VW LT 35 entdeckt. Wir laufen durch das Industriegebiet und finden die dazu gehörende Firma. Irgendwo muss der ja sein Fahrzeug warten lassen. Und mit Sicherheit fährt der dafür keine 140 km. Wir warten also, dass der Betrieb die Pforten öffnet und stellen dem Inhaber die Frage nach seiner Werkstatt. Der schaut uns nur völlig entgeistert an. Ich kann mir auch was Besseres vorstellen, als am Montag morgen als erstes irren Touristen zu begegnen. Schließlich sucht er uns eine Adresse von seinem Schrauber raus. Dieser sitzt im Salisbury in einem angrenzenden Industriegebiet. Strecke 3 km. Geht doch!

Die Schrauberbude schlechthin

Wir landen in einem Areal, bestehend aus vielen kleinen Hallen im Charme der 70er. So wirklich modern wirkt da kein Handwerksbetrieb. Alles ist ein wenig rummelig und der mit Abstand rummeligste Laden ist der von uns gesuchte Schrauber. Nach ein paar Wortwechseln stellen wir fest, dass auch er keine wirkliche Lust hat und seine Kapazitäten am Ende sind und und und… aber zwei Boxen weiter gäbe es noch eine Werkstatt. Somit rollen wir 30 Meter weiter und tragen erneut unser Problem vor.

OFFERING YOU THE BEST SOLUTION FOR YOU CAR

Hier treffen wir auf Mark & Elaine Carter und Team von https://www.newgarageharnhamltd.co.uk/ und stellen schnell fest, dass dieses Unternehmen voll und ganz hinter seinem Motto steht.


Sofort kommt man ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass Elaine selbst Wohnmobilist ist und im nächsten Sommer Deutschland bereisen möchte. Sie kann voll und ganz nachvollziehen, dass wir gerne unsere Tour weiter fortsetzen wollen. Somit wird der Techniker geholt. Der soll den Speicher auslesen. Leider kommt er mit dem vorhandenen Gerät nicht in die letzte Ebene hinein. Somit wird herum telefoniert bis ein geeignetes Diagnosegerät bei einer befreundeten Werkstatt gefunden wird. Ein Mitarbeiter fährt los, um es zu holen. Schnell wird daraufhin der Fehler diagnostiziert – das elektronische Gaspedal scheint defekt zu sein. Ein kleines schwarzes unscheinbares Kästchen im Motorraum.

Wenn es doch so einfach wär…

Leider gibt es das kleine schwarze Kästchen nicht in England und muss über VW Deutschland bestellt werden. VW ruft hierfür rund 480 Pfund zuzüglich MwSt auf. Damit wären wir mit Einbau bei rund 900 Euro gelandet. Viel schlimmer als das Geld war aber die Lieferzeit von über 14 Tagen!!!. Während mein Mann schon gedanklich die Heimfahrt antritt, überlege ich wie wir den Urlaub weiter gestalten. Immerhin haben wir alles bis auf ein Zelt dabei. Somit könnte man einen Mietwagen nehmen und weiter fahren. Das Lotti-Mobil würde im Zweifel der ADAC zurück holen. Aber bevor wir aufgeben telefoniert Elaine alle Schrotthändler ab, während wir zu Mercedes rollen und versuchen hier das gewünschte Teil zu bekommen. Aber auch hier ähnlich lange Lieferzeiten.

Der Techniker gibt derweil nicht auf und baut das Teil aus. Sprüht ordentlich Kontaktspray rein und baut es wieder ein. Der Fehler scheint erst einmal behoben, aber so richtig glücklich ist er nicht. Während Elaine die Schrotthändler weiter abtelefoniert, beschließen wir unsere Fahrt weiter fortzusetzen. Elaine wird uns kontaktieren, sobald sie das Teil hat und uns dieses dann zuschicken.

Als wir die Arbeit bezahlen wollen, werden wir erneut positiv überrascht.
Da Elaine das Problem nicht beheben konnte, möchte Sie kein Geld nehmen. Wir bieten dafür eine Übernachtungsmöglichkeit an, sobald sie in Deutschland sind und werden uns noch etwas überlegen, wie wir unser Glück weiter reichen können. Wir haben an diesem Tag viele tolle Menschen kennen gelernt, welche uns mit ihrer liebenswerten Art reich beschenkt haben. Dafür sind wir sehr dankbar!

Somit geht unsere Reise weiter – im übrigen problemlos!!!! – und ihr könnt uns weiter begleiten. Wir starten durch in Richtung Dartmoor.

Dear Elaine, dear Mark, you have saved our holiday. Thank you very, very much for your great effort! You are always welcome with us.

 

 

England 2018 – Tag 2 – Stonehenge der Touristenmagnet

Stonehenge der Touristenmagnet

… lässt natürlich auch uns nicht vorbeifahren. Schließlich hat man über die alten Steine schon viel gehört und den einen oder anderen Bericht im TV gesehen. Jetzt wollen wir uns natürlich selbst ein Bild von dem Sagen umwobenen Ort machen.

Geplant ist der Besuch für 11:oo Uhr. Wer glaubt, dass er einfach so an diesen heiligen Ort fährt, hat sich getäuscht. Seit geraumer Zeit gibt es ein Besucherzentrum, welches die Besuchermassen kanalisiert. Hier muss man vorab online seinen Besuch ankündigen und buchen. Bereits von Deutschland aus haben wir dieses gemacht. Man hat zum Einchecken ein Zeitfenster von 30 Minuten.
Je nach Uhrzeit gestaltet sich die Anfahrt stauig und man muss für die letzten 500 Meter schon mal 30 Minuten und mehr einplanen. Wir haben Glück um Unglück (unser Lotti-Mobil schaltet bei jeder Bremsung seit heute morgen in den Notbetrieb) und fahren durch. Da heute Sonntag ist, hat eh keine Werkstatt offen und in Stonehenge findet uns im Zweifel auch der ADAC schneller als irgendwo im Niemandsland. Außerdem wollen wir Stinehenge nicht noch mal buchen, auf die Gefahr hin, dass wir keine Tickets mehr bekommen.

Reisemobile parken bei den Bussen. Das ist recht entspannt.

Wie immer ist bei den Engländern und dem Heritage alles bestens organisiert. Dank unserer Mitgliedschaft können wir kostenlos parken und die Anlage kostenlos besichtigen. Auch der Audioguide ist inklusive.

Früher Vogel fängt den Wurm

Wie bei allen Attraktionen auf unserer Reise – der frühe Vogel fängt dieses Mal den Wurm oder hat die schönsten Aussichten und ein wenig die Gelegenheit zu genießen. Mit unserem 11:00 Uhr Ticket gehören wir noch zu den frühen Besuchern und genießen ein relativ leeres Gelände. Der richtige Ansturm kommt ca. 1-1,5 Stunden später. Und wenn wir hier von Ansturm reden, dann meinen wir das auch so. Immerhin besichtigen diesen Ort mehrere Millionen Besucher im Jahr.

Das Besucherzentrum als Ausgangspunkt für den Tag

Zu Fuß ist es einfach am schönsten

Vom Besucherzentrum sind es ca. 2 km bis zu den Steinen. Man kann wahlweise einen kostenlosen Busshuttle nutzen oder über einen Feldweg das begehrte Ziel erreichen. Wir wählen den Feldweg, welcher ebenfalls interessante Informationen bereithält und noch weitere Besonderheiten der gesamten Anlage preisgibt.

Ein schöner Weg abseits des Trubels vorbei an Hügelgräbern

Da es wenig Schatten gibt, ist es ratsam Sonnencreme, Kopfbedeckung zu nutzen und ausreichend Wasser mitzuführen, denn auch bei dem Steinkreis angekommen wird man einige Zeit verbringen.

Der Audioguide – unser Reiseleiter

Wer ein wenig mehr über Stonehenge und die Vergangenheit erfahren möchte, nutzt den Audioguide, den es auch in deutscher Sprache gibt und welcher für Kinder geeignet ist. Alle paar Meter erfährt man so Besonderheiten zu Stonehenge und wird auf Kleinigkeiten hin gewiesen, welche einem so entgangen wären. Mit dem Guide dauert die Runde um die Steine herum rund 1,5 Stunden. In Summe kann man schon einmal 4-5 Stunden einplanen.

Wirklich nah kommt man nicht mehr ran an die Steine

Es gibt überall auf dem Weg die Möglichkeit zu einem Picknick. Allerdings gibt es auch hier so gut wie keinen Schatten.

Alleine ist man hier nie. Das ist hier eine sehr gut organisierte Massenveranstaltung. Wer morgens bucht, hat noch ein wenig Ruhe. Der Andrang ist so ab 13:00 Uhr richtig groß. Dennoch ist der Platz ausreichend und man kann in Ruhe stehen bleiben und sich alles anschauen.  Obgleich ich auf Massenveranstaltungen echt allergisch reagiere und schnell überfordert bin (Mein Alptraum ist das Eden Projekt – dazu aber später mehr) war der Tag an sich recht entspannt.

Eine handwerklich beeindruckende Leistung

Zum Abschluß in die Ausstellung

Zum Abschluß werfen wir noch einen Blick in die Ausstellung, denn hier ist es klimatisiert und man kann der Sonne ein wenig entkommen. Zudem sind die Menschenmassen alle draußen bei den Steinen. Da man sich leider nicht durch die echten Steinkreise bewegen darf, gibt es hier die Möglichkeit sich in die Mitte auf den Fußboden zu setzen und den Steinkreis via Projektion auf sich wirken zu lassen. Wer einmal in einem echten Steinkreis sitzen möchte, hat zum Beispiel in Minion die Gelegenheit dazu. Hier gibt es gleich drei Kreise. Aber auch in der Nähe von Stonehenge gibt es noch ein Dorf, welches mit den Kreisen lebt.

So könnten sie damals gewohnt haben die Erbauer des Kreises. Eigentlich recht komfortabel.

Leider geht unsere Reise nicht so weiter, wie geplant.  Somit kümmern wir uns jetzt erst einmal um unser Lotti-Mobil und suchen nach einer Werkstatt. Da Sonntag ist, haben wir noch genug Zeit. Ob und wie es weiter geht, könnt Ihr hier in den nächsten Tagen lesen.

Fazit

Wir finden, dass man sich Stonehenge angesehen haben sollte. Jedoch sind die Steine nicht so beeindruckend, wie wir es vorher gedacht haben. Dennoch sehr interessant aufbereitet. Stonehenge ist touristisch voll erschlossen, Rollstuhl geeignet und wie immer von Heritage gut organisiert. Ältere Kinder ab 10 Jahren haben hier ihren Spaß.

Wer sparen mag, nutzt die Kurzmitgliedschaft von Englisch Heritage oder National Trust. Hier haben wir schon berichtet.

Wer mehr über England erfahren möchte, folgt einfach den weiteren Beiträgen auf unserem Blog unter England 2018

Die ganze Reiseroute könnt ihr ebenfalls hier verfolgen.

Natürlich freuen wir uns über Eure Kommentare!

 

England 2018 – Dartmoor-Cornwall-Devon

England wir kommen!

Endlich ist es so weit – Lotti ist durch den TÜV, gepackt und startklar und irgendwann sitzt auch die Familie im Wagen. Wir starten von der Mitte Deutschlands und legen die Strecke von 600 km bis zur Fähre an einem Stück zurück. Dünkirchen (F) bietet die Möglichkeit der Übernachtung im Infobereich. Somit können wir am nächsten Morgen ganz früh übersetzen und haben noch einen ganzen Tag voller Abenteuer vor uns.

Die Reiseplanung

Wie immer haben wir nur eine ungefähre Idee, was wir alles sehen wollen und lassen uns auch gerne mal überraschen. Letzten Endes haben wir einige Ziele verworfen, weil entweder die Zeit zu knapp war oder das Wetter zu gut oder man einfach nicht jeden alten Stein gesehen haben kann, welcher vermeintlich magische Wirkung hat (das Leben ungemein verlängert oder die Fruchtbarkeit steigert).

Die Rundreise ist geprägt von vielen landschaftlichen Eindrücken und vielen Wanderungen. Am Tag sind wir mindestens 6 km gelaufen. Natürlich geht es in England immer bergauf. Begleitet wurden wir von Sonne, Sonne und Temperaturen weit über 25 Grad. Wie auch in 2016 haben wir keine Idee, wie man England und Regen in einem Atemzug erwähnen kann. Wir hatten viel Spaß und haben auf unserer Reise überwiegend viele nette und hilfsbereite Menschen kennen gelernt. Besonders schätzen wir an den Engländern die Gelassenheit, welche sie immer wieder im Straßenverkehr und an Supermarktkassen zum Besten geben. Wer entschleunigen möchte, ist in Cornwall und dem Dartmoor bestens aufgehoben.

Reisevorbereitung England – Sightseeing Pässe die sich lohnen

Sightseeing Pässe als Basis für die Urlaubsplanung

Wer in England nicht nur die bekannte Sehenswürdigkeiten ansteuern möchte, ist gut beraten sich bei Visit Britain  die Sightseeing-Pässe anzuschauen.

Die bekanntesten sind die Kurzmitgliedschaften bei National Trust und English Heritage. Das sind quasie die beiden Denkmalschutzverbände in England und vergleichbar mit unserem deutschen Denkmalschutz. Beide Verbände haben eine Liste erstellt, welche Sehenswürdigkeiten sie verwalten. Somit kann man entlang seiner Reiseroute immer wieder das eine oder andere nette Kleinod besichtigen (oft irgendwelche alten Steine und Formationen oder kleine nette Bauwerke), welche zum Teil Eintrittsfrei sind.

Mit Sightseeing-Pässen sparen

Wer mit Familie unterwegs ist und die großen Sehenswüdigkeiten auf der Reiseroute stehen hat, sollte sich ausrechnen, ob er nicht sogar einen der Pässe kauft. Immerhin kosten Sehenswürdigkeiten wir Dover Castel, Tintagel oder Stonehenge zwischen 35 und 70 Euro für zwei Erwachsene mit Kind. Die Sightseeing-Pässe sind jedoch schon für 70 Euro für eine Familie zu haben. Somit rechnen sich diese relativ schnell.

Vergleichen und dann planen

Die beiden Pässe decken zum Teil die gleichen großen Sehenswürdigkeiten ab, doch dann unterscheiden sie sich relaiv schnell. Die einen legen Wert auf Gärten, während die anderen sich scheinbar mehr auf alte Siedlungen und Steine in der Landschaft sowie Schlösser und Burgen spezialisiert haben. Beide Anbieter haben Karten und Listen mit allen Sehenswürdigkeiten, so dass man hier schon vorab schauen kann, was man sehen möchte. Die Sehenswürdigkeiten sind alle im Internet dokumentiert. Je nachdem wie viel Zeit man hat, lohnen sich ggf. auch beide Pässe.

Und noch mehr Pässe

Neben den Sightseeing-Pässen gibt es natürlich auch einen Gourmet-Passs, London-Pass, drei-Schlösser-Pass, Schottland-Pass, Musical-Pass…….

Und jetzt wünsche ich Euch viel Spaß beim Planen Eures Urlaubs! Wenn Euch die Seite gefällt, dann hinterlasst einen Kommentar.

Weitere Reiseberichte und Tipps zum Urlaub erhaltet Ihr hier auf dieser Seite.

Eure Alexandra

Landschaftspark Duisburg-Nord

Landschaftspark Duisburg-Nord

Als Ruhrpottperle (so werde ich seit gestern von Herrn Sohn gerufen) zieht es mich natürlich immer wieder in die alte Heimat zurück. Für mich gibt es nichts beeindruckenderes als die Industrielanschaft und das was der Mensch als unscheinbares Wesen hier so erschaffen hat.

Während der Pott bei vielen noch als ausgesprochen hässlich in Erinnerung ist, muss ich hier mal Stellung beziehen. In den letzten Jahren hat sich die einst graue Region richtig gemausert – an vielen Stellen spannende Freiflächen geschaffen, welche zum Verweilen und Staunen einladen. So auch der Landschaftspark Duisburg-Nord.

Übernachten wo einst der Hochofen qualmte

Der Landschaftspark verfügt über einen großen Parkplatz mit Entsorgungsstation. Wir parken etwas weiter hinten an einer ruhigen Stelle und hoffen, dass uns die Nacht niemand weckt. Im Hintergrund die bunt beleuchteten Schlote der Hütte.

Da wir den Tag viel gefahren sind, suchen wir heute Abend nur noch das Restaurant am Parkeingang auf. Hier gibt es leckere Speisen. Solides Handwerk zu fairen Preisen. Das Ambiente draußen auf der Terrasse einfach umwerfend.

Morgens um 6:00 ist die Welt noch in Ordnung

Nach einer ruhigen Nacht, werfen wir Herrn Sohn zeitig raus. Das stößt wenig auf Begeisterung, aber wir sind der Ansicht, dass es früh morgens einfach am schönsten ist, wenn der Park noch menschenleer und der Tag ganz jung ist. Noch vor dem Frühstück steuern wir die Hütte an und klettern den Hochofen hinauf.

Die Aussicht ist einfach großartig – das muss auch Herr Sohn zugeben.

Zurück geht es vorbei an der Kletterwand (wird natürlich ausgiebig beklettert), der Konzertbühne, dem Spielplatz, dem Koksspeicher der so langsam von der Natur zurück erobert wird, der Tauchbasis und dem Tauchbecken….

Und auf einmal hat auch Herr Sohn die Zeit vergessen und nur das Grummeln in der Magengegend lässt uns zum Kasten zurück kehren. Das Frühstück wartet.

Der Landschaftspark bietet noch viel mehr tolle Attraktionen – ich würde sagen: Fahrt einfach mal hin. landschaftspark-duisburg-nord

 

Landvergnügen – Die Chilli-Manufaktur in Soltau

Unterwegs mit dem Landvergnügen

Das Ziel an diesem Wochenende – der Heidepark in Soltau. Da wir hier nicht auf dem Parkplatz stehen möchten, nutzen wir unseren alternativen Stellplatzführer „Landvergnügen“ und schauen, wo es sich nett übernachten lässt.

Das Ziel ist schnell aus gemacht, weil spannend und ganz in der Nähe.

Die Chili-Manufaktur – Soltau

Nach kurzer telefonischer Ankündigung dürfen wir heute Nacht bei der Familie Menke auf dem Hof stehen. Ein sehr liebevoll gestaltetes Anwesen mit einem komfortabel angelegten Stellplatz vor der Scheune.

Blick aus dem Fenster

Gerade angekommen, werden wir auch schon von Frau Menke begrüßt. Schnell kommt man ins Gespräch und erfährt von Ihr auch die besten Restaurants in der Nähe. Da wir heute nur gefrühstückt haben, machen wir uns noch einmal auf den Weg in das hiesige Brauhaus.

Dieses überzeugt durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis ein tolles Ambiente und sehr nettes Personal. Der Biergarten unter den alten Bäumen ist einfach zauberhaft. Da es etwas kühl ist, gehen wir jedoch rein.

Zu empfehlen ist das dunkle selbst hergestellte Bier und die Fassbrause.

Als wir später am Abend zurück kehren, bietet sich uns ein tolles Schauspiel. In Minutenschnelle zieht vom nahe gelegenen Wald der Nebel über die angrenzende Wiese und bewegt sich direkt auf uns zu. Wir sind erstaunt wie schnell man auf einmal im Nebel steht.

3-2-1-Nebel

Herr Sohn – gerade von den Drei ??? ein wenig angegruselt – verschwindet schnell im sicheren und kuscheligen Kasten. Die Nacht hier draußen wird sehr ruhig und geweckt werden wir früh morgens von dem schönsten Wetterchen und Vogegezwitscher.

Nach dem Frühstück besuchen wir Frau Menkes kleinen Hofladen und die Chili-Manufaktur. Die meisten Produkte folgen dem Ruf des Chilis.

Liebevoll gestalteter Hofladen.

Alles Handarbeit. Von der Aufzucht der Pflanzen, den austopfen bis hin zur Ernte und der Verarbeitung zu den kreativen Produktsortiment.

Wir erfahren einiges über den Hof und seine Geschichte und das Leben unserer Gastgeberin und sind froh, dass wir diese Nacht hier verbringen durften.

Mitgenommen haben wir natürlich auch ein Reiseandenken in Form von einigen tollen Chiliaufstrichen.

Zusammenfassung: Tolle Gastgeberin, sehr guter Stellplatz, tolle Lage mit vielen Freizeitmöglichkeiten in der unmittelbaren Nähe. Von uns gibt es hiermit eine volle Empfehlung für Die Chili-Manufaktur in Soltau.

Kurztrip in die Eifel – Monschau und Umgebung

Kurztrip in die Eifel – Teil III

Heute früh werden wir vom Zwitschern der Vögel geweckt. Der Blick nach draußen gibt ein grünes Blätterdach frei. Nach einem leckeren Frühstück geht es weiter in Richtung Monschau.

Parken kann man hier mit dem Kasten auf dem Stellplatz am Schwimmbad. Die Stunde kostet 2 Euro. Tagesticket liegt bei 8 Euro. Es gibt Strom und Abwasser kann entsorgt werden. Gegen weitere 5 Euro Aufschlag darf man hier auf 4 Stellplätzen übernachten. Für den Weg in die Altstadt eine gute Ausgangsbasis – ansonsten liegt der Parkplatz an einer Hauptstraße und ist sicherlich auch nachts nicht besonders ruhig. Wir starten hier unsere Entdeckunsgsrunde und freuen uns riesig, dass ein Niederländer früher abreist als geplant und uns sein Parkticket bis zum frühen Nachmittag schenkt.

Monschau – hier steht die Zeit still

Die Altstadt erreicht man über einen Fußweg entlang des Berges bis runter zum Bach. Hier läuft man vorbei an einer Halle mit allerlei Kuriositäten, welche mich schon nach fünf Minuten erschlagen. Neben einem Handwerkermarkt gibt es eine Modellbahnausstellung, eine Sandskulpturenausstellung, ein Geschäft in dem der Modellbauliebhaber allerhand erstehen kann und eine Glasbläserei. Alles auf engem Raum präsentiert und im Charme der 70er Jahre.

Hier findet man in Sichtweite auch eine alte Brauerei mit einem Brauereimuseum. Die Brauerei ist selbst nicht mehr in Betrieb. Auch diese Attraktion lassen wir liegen, da wir Brauereien zu Genüge kennen und unser Ziel eher die Altstadt ist.

Die Altstadt ist wirklich zauberhaft schön, wenn man nur von der Bausubstanz und der eigenwilligen Lage der Stadt am Hang spricht.

Es lohnt sich morgens sehr früh vor Ort zu sein und in Ruhe durch die kleinen Gassen zu streifen. Ab 10:00 Uhr füllt sich die Stadt mit Touristen und im nu ist jedes Cafe an den größeren Plätzen belegt. Einheimische kann man so gut wie gar nicht antreffen, es sei denn sie betreiben eines der zahlreichen Cafes oder Souveniergeschäfte.

In Souveniergeschäfte haben sich irgendwie die Restbestände aus allen Souvenierläden in ganz Deutschland angesammelt. Eine besondere Vorliebe haben die Monschauer derzeit wohl für Plastikbadeenten in allen Varianten. Eine eigene Kreation an Souveniers haben sie irgendwie nicht vorzuweisen.

Neben den Souveniergeschäften gibt es keine richtige Infrastruktur, welche zum shoppen einläd. Häufig zu finden sind Antikquitätengeschäfte in denen die Monschauer alles zusammen tragen, was sie wohl auf dem Dachboden finden können. Wir treffen auf eine alte eingesessene Pafümerie. Die Ware wird auch hier im Look der 70er Jahre im Schaufenster gestapelt. Auch drinnen steht die Zeit still. Wir stolpern durch Zufall rein, da es hier tatsächlich noch das gute Tabac Original und 4711 kölnisch Wasser gibt und wir unserm Sohn dieses Geruchserlebnis nicht vorenthalten wollen.

Sicher interessant sind das rote Haus und die Burg. Wir sehen uns diese heute nicht an, da das Wetter zu schön ist und wir noch weiter fahren wollen.

Die Senfmühle

Ein kurzer Abstecher führt uns noch vorbei zur Senfmühle. Hier füllen wir den Einkaufskorb mit diversen Allerlei. Leider ist auch die Senfmühle mittlerweile touristisch voll erschlossen und ganze Busladungen aus dem Rhein-Main mit Touris werden hier angekarrt.

Abfahrt zum Nachtquartier

Da wir auf die Menschemassen so gar keine Lust haben, fahren wir also weiter zu unserem Nachtquartier. Wir habe uns in Simmerath das Seeufer als Standort ausgesucht. Hier gibt es neben dem Stellplatz die Möglichkeit auch den Badestrand zu nutzen. Leider ist der Stellplatz aber schon am frühen Nachmittag mit weißen Riesen voll belegt und den letzten Stellplatz verteidigt eine alte Dame mit dem Argument, dass sie ihre Markise ausrollen wolle… also fahren wir weiter.

Eine Nacht am See

Wir irren noch ein wenig durch den Ort und versuchen den heimischen Campingplatz zu finden. Dieser ist aber eher für Dauercamper ausgelegt und für unseren Geschmack viel zu groß. Wir fahren also weiter und überlegen uns noch einmal am Badestrand vorbei zu schauen, als wir uns in einer Sackgasse wieder finden. Und man mag es nicht glauben – hier gibt es tatsächlich Stellplätze für Womos. Mit 8 Euro die Nacht sind wir dabei und sind keine 20 Meter vom See entfernt. Lediglich ein paar Sträucher trennen uns von dem Wasser.


Den Tag genießen wir im und am See in der Sonne und schauen den zahlreichen Seglern, Ausflugsschiffen und Kanufahrern zu.

Bei einer Runde Karten und einem leckeren Ingwerbier lassen wir den Abend dann ausklingen.

Ein wirklich schönes, ruhiges Plätzchen.

Hier endet dann auch unsere kleine Tour durch die Eifel, denn am nächsten Morgen geht es dann wieder nach Hause.

Ihr möchtet mehr über die Eifel lesen? Wirklich zauberhafte Orte gibt es im Nationalpark.
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