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England 2018 – Tag 5 – Besuch bei König Artus in Tintagel Castel

Zauberhaftes Tintagel

Tintagel ist ein kleines historisches Dörfchen direkt an der Küste. Es gibt hier alles was man zum leben braucht. Einen kleinen Tante Emma Laden, einige Souvenirgeschäfte, einen Süßigkeitenladen, Friseur, zwei Pubs, einige Bäckereien. Niedliche Häuser aus Stein und natürlich auch das eine oder andere historische Sagen umwobene Gebäude.

Wir übernachten hier drei Nächte auf dem kleinen Zeltplatz direkt im Ort (The Headland Caravan Park). Dieser wird von einer Familie geführt. Ist sauber, übersichtlich und in erster Linie auch für die kleinen Fahrzeuge geeignet. Diese dürfen sich frei auf der großen Wiese einen Platz suchen. Gewünschter Abstand zum Nachbarn mindestens 6 Meter. Der Platz bietet das Notwendige. Keine Animation. Kinder finden hier schnell Anschluß und toben einfach bis in den Sonnenuntergang auf der Wiese. Ein wenig Spielzeug wie einen Ball, Frisbee, Federball, langes Springseil sollte man also dabei haben.

Mehrmals in der Woche kommt hier ein Foodtruck vorbei. Im kleinen Shop gibt es alles was das Camperherz begehrt. Gegen eine kleine Spende werden Akkus für Camera und Co aufgeladen. Direkt hinter dem Platz liegt der Küstenwanderweg und mit einem Sprung über die Mauer steht man schon am Meer und ist in einer anderen Welt.

König Artus wir kommen

Heute steht der Besuch bei König Artus auf dem Programm. Bevor ihr jedoch los wandert, solltet Ihr Euch über die Öffnungszeiten und den Gezeitenplan informieren. Mehr über die Geschichte des Ortes erfahrt ihr beim Hertitage.

Die Tour ist geeignet für Kinder die noch getragen werden oder aber für Kinder,  die schon sicher klettern und Treppen mit unterschiedlichen Höhen laufen können. Alter ca. ab 7/8 Jahren, wenn die Kinder es gewohnt sind von der Kondition 6-8km zu laufen. Die Strecke ist nicht so lang, besticht aber durch die Höhenunterschiede.

ACHTUNG SICHERHEITSHINWEIS: Die Treppen sind gesichert aber nicht gleichmäßig und können durch Sand und Wasser rutschig sein. Das Plateau ist nicht gesichert. In England darf man noch für sich selbst Verantwortung übernehmen. Kleine Kinder sind an der Hand zu führen und bei quirligen kleinen Abenteurern würde ich mir überlegen diese anzuseilen. Im Castle die Kinder auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen. Sie können die Abbruchkante einfach nicht einschätzen. Auch in den Höhlen kann Gefahr durch ausrutschen und Ertrinken bestehen. Bitte erst die Situation vor Ort checken, bevor man hier die Kleinen alleine rein laufen lässt.

Wir laufen von unserem Zeltplatz bis zum Ziel. Der Platz ist so gut gelegen, dass der Weg ca. 1 km beträgt. Mit unserer Heritage Karte ist der Eintritt auch hier abgegolten. Wer früh am Morgen kommt, hat diesen magischen Ort fast für sich alleine.

Tintagel Castle oder was davon übrig ist

Dass Tintagel ein Ort mit besonderer Kraft ist, liegt außer Frage. Wer es bis hier rauf geschafft hat, wird begeistert sein von diesem Ort.

So empfanden es auch Generationen vor uns und es verwundert nicht, dass dieser Ort umwoben ist von Sagen, und über die letzten 2000 Jahre verschiedene Funktionen erfüllt hat. Neben den Kelten die hier eine frühchristliche keltischen Klosteranlage im 5. – 8. Jahrhundert errichtete, fanden wohl auch die Römer Gefallen an diesem Ort.
Im frühen Mittelalter gab es hier eine kleine Siedlung. Die Burg wie sie jetzt noch zu sehen ist, wurde ca. 1233 von  Richard von Cornwall, einem jüngeren Bruder des englischen Königs Heinrich III zu Repräsentationszwecken erbaut. Bereits kurze Zeit nach der Erbauung konnte das Bauwerk jedoch Sturm und Wetter nicht trotzen und verfiel.
1337 wurde die Anlage erneut auf- und umgebaut. Sie wurde für verschiedene Zwecke (Repräsentation, Gefängnis, Festung)  genutzt und 1600 endgültig aufgegeben.
Heute besteht Tintagel Castle aus zwei Teilen, welche über eine Brücke miteinander verbunden sind. Im Mittelalter muss hier ein Weg über die Felsen existiert haben, so dass es durchaus gut möglich war vom Festland aus zur Siedlung zu gelangen.

Treppen, Treppen und noch mal Treppen

Wer Artus besuchen möchte muss gut zu Fuß sein oder ein paar Verschnaufpausen einplanen. Festes Schuhwerk ist auf jedem Fall zu empfehlen. Wasser ist bei heißem Wetter sinnvoll mitzunehmen, vor allen Dingen Kinder brauchen doch ab und an mal einen Schluck. Vor Ort gibt es neben einer Ausstellung jedoch auch noch ein Kaffee in dem man gemütlich sitzen kann.

Wir starten mit dem linken Teil der Anlage von welchem man einen sehr schönen Blick auf das Castel hat.

Danach geht es einmal Treppe abwärts, Treppe aufwärts rüber zur Festungsanlage. Belohnt wird man nach der Anstrengung durch eine wunderbare Aussicht und die eine oder andere nette Kleinigkeit.

Wo ist Merlin? – Merlin´s Cave

Wo Artus ist, kann Merlin nicht weit sein. Natürlich machen wir uns auf die Suche nach dem Zauberer. Dieser soll angeblich in den Höhlen unterhalb des Castle sein Reich haben.

Wir haben uns mit unserem Besuch nach den Gezeiten gerichtet. Den Gezeitenplan bekommt Ihr in der Touristeninformation. Solltet Ihr länger an der Küste unterwegs sein, ein MUSS! Die Höhlen erreicht man nur bei Ebbe und sollte hier auch rein gehen, wenn das Wasser am weitesten weg ist. Bereits bei beginnender Flut laufen die Höhlen rasant schnell mit dem eiskalten Wasser voll und der Strand verschwindet im Wasser, so dass man von der linken Höhle nicht mehr trockenen Fußes zur Treppe gelangen kann, da man noch an einem Felsen vorbei muss.

Wir haben unsere Badesachen und die Entenfüße dabei. Schließlich kann man hier hervorragend schwimmen und eine Erfrischung haben wir uns bei den Temperaturen (Jahrhundertsommer) wirklich verdient. Die Entenfüße schützen die Füße und geben auf den nassen Steinen guten Halt.

Wir schaffen es zwei Höhlen zu besichtigen. Finden magische Flecken im Wasser – von Merlin heute jedoch leider keine Spur.

Nun ja, er kann ja auch nicht immer zu Hause sein. Schließlich ist er ein gefragter Mann. Vielleicht habt Ihr ja bei Eurem Besuch mehr Glück. Wir verlassen auf jeden Fall jetzt flink die Höhle. Die Flut kommt und das Wasser reicht uns bereits bis zu den Knien.

Wir haben hier auf jeden Fall ein paar sehr schöne Stunden verbracht. Wer mag kann seine Picknick-Sachen mit hoch nehmen. Wir wollten zurück zum Kasten und dort ein wenig vor uns hin trödeln und Energie für den nächsten Tag sammeln. Auf dem Plan steht eine Wanderung den Küstenpfad entlang Richtung Norden nach Boscastle. Bei den Temperaturen sicherlich nicht ganz einfach.

Pasteten wohin das Auge schaut

Auf dem Rückweg müssen wir wieder durch das kleine Dorf. Eigentlich wollten wir kochen, doch der Geruch von frischen Pasteten und Gebäck verführt uns. Kurzer Hand plündern wir die Bäckerei und decken uns mit den verschiedenen Köstlichkeiten ein.

Wenn Ihr uns weiter begleiten wollt, dann folgt doch einfach dem Link zur Gesamtübersicht unserer Tour und sucht Euch aus, was für Euch interessant ist.

Hier gelangt Ihr zu weiteren Informationen, wie man Geld sparen kann: Die Heritage Karte und andere Pässe für Vergünstigungen

Eine Stadt im Weihnachtsfieber

Eine Stadt im Weihnachtsfieber – oder Straßburg im Lichtermeer.

Mit Weihnachten verbinden die meisten Leute Weihnachtsmärkte, Glühwein und ein wenig Deko. Meistens beschränkt auf wenige Tage / Wochenenden im Jahr. Wer einmal staunen möchte, der sei eingeladen den französischen Nachbarn zu besuchen. Denn hier findet er eine Stadt im Weihnachtsfieber.

In Straßburg hat sich die komplette Innenstadt fein gemacht und wirklich alle machen mit. Man könnte meinen, dass es gar einen Wettstreit gibt.

Komm mit mir in eine zauberhafte Welt

Sobald die Dunkelheit anbricht, versinkt eine Stadt im Weihnachtsfieber. Es funkelt und blinkt an jeder Ecke. Selbst die Spitze des Münsters glitzert mit 1000 kleinen Lichtlein.

Die Gassen und Läden sind geschmückt und es lohnt sich in die eine oder andere Hofeinfahrt hineinzuschauen. Doch schaut selbst:

Kulinarisch immer eine Reise wert

Auch kulinarisch hat die Stadt so einiges zu bieten. Denn wenn die Franzosen eines können, dann Genuss und qualitativ gute Lebensmittel.

So verwundert es wohl wenig, dass wir immer wieder in einem der kleinen Speziallädchen verschwunden sind, um uns etwas Proviant mitzunehmen.

Wie kommt man hin?

Als Deutscher kommt man am besten mit der Straßenbahn nach Straßburg. Straßburg unterhält eine Umweltzone, sodass man vorher eine Vignette kaufen müsste, welche Geld kostet. Da die halbe Stadt in der Weihnachtszeit abgesperrt ist, lohnt sich die Anreise mit der Tram. Startpunkt ist die Tramstelle vor dem Hauptbahnhof in Kehl. Parken kann man hinter dem Hauptbahnhof auf dem Parkplatz der alten Kaserne bzw. an der Moschee. Man läuft durch die Bahnhofsunterführung und sieht dann auch schon die Haltestelle. Für rund 8,50 Euro erhält man als Familie mit einem Kind ein Tagesticket, mit dem man dann auch wieder zurückfahren kann. Achtung entwerten nicht vergessen.

Wo kann ich schlafen?

Kehl hat in ca. 1 km Laufweite zum Bahnhof einen Stellplatz für Reisemobile. Ihr findet diesen unter dem Namen Stellplatz am Wasserturm. Für 8 Euro a 24 Stunden kann man hier stehen und sich gegen kleines Taschengeld auch mit Strom und Frischwasser versorgen.  Von hier aus kann man gut zum Gelände der Gartenschau oder in die Altstadt von Kehl laufen. Das Schwimmbad ist ebenfalls in der Nähe.

Fazit: Fahrt mal hin! Wirklich wunderschön hier!

 

England 2018 – Tag 4 – Auf der Spur von Napoleons Soldaten & Mad Axeman

Das Dartmoor ruft!

Klare Ansage – hier sollte man schnell sein

Gut erholt fahren wir heute vom The Star Inn rein in das Dartmoor. Ich liebe das Moor mit seiner rauen ursprünglichen Art. Schroffe Felsen werden von Farn überwuchert. Es gibt feuchte Wiesen, Heideflächen und dazwischen immer wieder halbwilde Tiere. Nicht umsonst dient das Dartmoor als Kulisse für den einen oder anderen Bestseller. Bereits die 5 Freunde im Nebel von Enid Blyton lehrten mich das Fürchten und Gruseln. Der Hund von Baskerville nach Sir Arthur Conan Doyle hat  bis heute seinen Reiz nicht verloren. Hinzu kommen diverse gruselige Geschichten die sich um das Moor ranken. Wen wundert es. Hier trieben die Jahrhunderte durch Schmuggler ihr Unwesen und das Moor war zudem ein sicherer Zufluchtsort mit seine zahlreichen Minen für Verbrecher jeglicher Colour. Auch heute ist das Moor nicht ganz ungefährlich.

Wer im Dartmoor mit dem PKW unterwegs ist, hat hier keine Gefahr zu fürchten. Kritisch und sogar gefährlich ist das Moor für Spaziergänger und Wanderer. Das Wetter hier schlägt rasch um und innerhalb von Minuten kann man sich in der Weite nicht mehr orientieren. Hierzu später mehr.

Unser Ziel heute bei bestem Wetter ist das Prison Museum in dem kleinen Örtchen Princetown. Dieses ist mitten im Moor gelegen. Der Ort besteht aus ein paar Häusern, einer Kirche sowie dem alles dominierenden über 200 Jahre alten Gefängnisses. Die Gebäude erheben sich grau und massiv über dem Ort und sind schon von weitem zu sehen. Waren vor 200 Jahren hier bis zu 6000 Kriegsgefangene (in erster Linie französische Soldaten und später amerikanische Soldaten) unter erbärmlichsten Verhältnissen untergebracht, so beherbergen die Mauern jetzt nur noch eine geringe Anzahl an Gefangenen, welche weitaus bessere Lebensbedingungen vorfinden.

Auf der Spur von Napoleons Soldaten & Mad Axeman

Die Geschichte des Gefängnisses ist ein Kuriosum an sich. Ursprünglich hatte hier ein wohlhabender Mensch das Land gekauft, um es landwirtschaftlich zu nutzen. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass das Moor so in dieser Form nicht nutzbar war. Der Boden zu feucht und durchsetzt von Steinen und Felsen. Welch ein Glück, dass es durch die Napoleonischen Kriege um 1800 zu so vielen Kriegsgefangenen kam, dass diese nicht länger auf den Schiffen entlang der Südküste inhaftiert werden konnten und ein anderer Platz für die Gefangenen gefunden werden musste. Somit wurde das Gefängnis im Moor geplant. Besonders grotesk: Die Gefangenen durften ihr Gefängnis selbst erbauen.

Die heutige Struktur und landwirtschaftliche Nutzung des Moors haben die Einheimischen in der Tat den Soldaten zu verdanken. Diese wurden tagsüber den Landwirten als Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt und durften Mauern errichten, Flächen von Steinen befreien, Wege anlegen.

Später dann diente das Gefängnis zahlreichen Halunken und Schurken als Zwischenquartier. Einer von Ihnen ist Frank Michel auch als Mad Axeman bekannt. Er hatte das Gemüt eines Kindes aber die Kraft eines Stieres. Von klein an war er immer wieder in Diebstähle verwickelt. Ab dem 17ten Lebensjahr verbrachte er den größten Teil seines Lebens im Gefängnis. Hier war er sehr geschätzt, wegen seiner Art und er hatte Privilegien, welche sonst kaum einer hatte. Leider ließ er sich zur Flucht anstiften, was in England Wochen lang zu einer Pressemeldung nach der anderen führte.

The Dartmoor Prison Museum

Eingang zum Gefängnis

Wir erreichen gegen Mittag das Dartmoor Prison Museum. Familien sind hier herzlich willkommen und bereits im Eingangsbereich versinken wir in der Welt des Gefängnisses. Es gibt eine Ausstellung, welche die Geschichte klein und fein an allerhand Exponaten vorstellt. Es wird vom Bau berichtet. Eine Vitrine zeigt Ausbruchswerkzeuge. Man kann in einer Musterzelle Platz nehmen, erfährt mehr über den Alltag im Gefängnis und natürlich werden uns die prominentesten Gäste vorgestellt. Hierunter auch Prince Charles und der berühmte Mad Axeman. 

Besonders schön: für die Kinder gibt es ein Quiz, welches uns Erwachsene sprachlich zum Teil an unsere Grenzen brachte. Mit der Hilfe des Personals konnten wir dennoch alle Fragen beantworten und am Ende einen kleinen Preis erhalten.

Wir hatten hier sehr viel Spaß. Für den Besuch sollte man ca. 2 Stunden einplanen. Gerade für das Rätsel muss man viel lesen, was sich aber lohnt!

Fahrt durchs Dartmoor

Wir verlassen Princetown und setzen unsere Reise durch das Dartmoor fort. Unser Übernachtugsziel ist Tintagel. Somit durchqueren wir heute das Moor vom Osten nach Westen in seiner kompletten Breite.

Während das Land seit Wochen keinen Regen gesehen hat und die Wiesen ausgedorrt sind, ist es im Moor sehr grün. Gerade, wenn man weit hinein wandert, ist die Fläche geprägt von Farn und Kniehöhen Gräsern, kleinen Büschen und knorpeligen Bäumen, welche nicht sehr hoch werden. Ich liebe die Weite und Stille im Moor und gehe hier auch gerne wandern. Allerdings sollte man hier unbedingt eine echte Wanderkarte mitnehmen, auf welcher die alten Steine eingetragen sind. Schnell kommt man mit dem GPS an seine Grenzen. Es gibt keine festen Wege. Hier folgt man den Spuren der Tiere, welche sich aber regelmäßig verschieben. Alternativ geht es Kilometer lang Querfeld ein. Neben der Karte benötigt man unbedingt einen Kompass, eine Taschenlampe, eine Trillerpfeife, eine Aludecke als Schutz vor Regen und Kälte und einen Powerriegel / Nüsse. Wasser findet man in bester Qualität ausreichend. Der Nebel kann hier innerhalb von Minute aufziehen und man ist zum Warten verdammt. Das kann sich Stunden hin ziehen. Es wird dringend davon abgeraten sich bei Nebel weiterzubewegen. Das Bild unten gibt Euch eine kleine Idee, was auf Euch zukommt.

Der Wasserspeicher Hochmoor sorgt auch im Hochsommer für gefüllte Bäche.

Immer wieder begegnet man den Schafen der Farmer, welche das Jahr über frei im ganzen Dartmoor herumlaufen dürfen.

Neugierig ohne Ende, aber wehe man kommt ihnen zu nah

Kleiner ist manchmal doch besser

Wer im Dartmoor unterwegs ist, muss mit engen Straßen rechnen. Oft sind diese nur knapp 2 Meter breit, jedoch von beiden Seiten zu befahren. Die Straßen sind in der Regel von hohen Hecken gesäumt, in welche man rein fahren muss, wenn Gegenverkehr naht. Der Engländer ist ziemlich tiefenentspannt und setzt auch gerne mal über mehrere Kilometer zurück. Zeit scheint hier relativ und ich habe keine Idee, warum ausgerechnet die Engländer die Pünktlichkeit für sich verbuchen. Problematisch sind die schmalen Brücken und Gassen in den Dörfern. Wer hier zu lang und / oder zu breit ist, hat ein echtes Problem. Idealmaße für einen Kastenwagen sind in der Breite 1,95 Meter und in der Länge maximal 6,00 Meter, 3,5 t Gewicht. Die Höhe spielt eher eine untergeordnete Rolle. Wer breiter, länger oder schwerer ist, wird in den ländlichen Gebieten in England keine Freude am Fahren haben und sollte sich auf die breiten Hauptstraßen konzentrieren. Auch hier ist eine gute Karte ratsam, aus welcher hervorgeht, wie breit die Straße ist.

Der VW LT ist in England der meist gefahrene Transporter und hier quasi in seinem Element.

Wir verlassen für heute das Dartmoor, nicht ohne uns noch einmal von den Tieren dort und der unglaubliche Weite zu verabschieden.

Manchmal hat man Glück und es sind einfach alle da.

Die Fahrt geht weiter nach Tintagel. Folgt uns doch einfach weiter auf unserer Reise. Hier kommt Ihr zu einer Übersicht von unseren einzelnen Stationen.

England 2018 – Tag 3 – Das ungezähmte Dartmoor

Das ungezähmte Dartmoor

Einer meiner Lieblingsorte ist das Dartmoor mit seinen Weiten und seinem wilden Charme. Da ich mich 2016 ziemlich in diese Gegend verguckt habe, nutzen wir die Gelegenheit für einen kleinen Abstecher auf unseren Weg in den Westen.
Nach unserem Werkstattmarathon am Vormittag in Salisbury und dem reparierten Lotti-Mobil schaffen wir es heute bis in den östlichen Teil des Hochmoors. Wir möchten den Rest des Tages noch ein wenig die Füße vertreten und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Wir finden ein kleines Waldstück in Liverton und lassen uns von den knorrigen alten Bäumen und dem Farbspiel verzaubern. Die Bäume im Dartmoor sind wirkliche Charaktäre.

Ein herzliches Willkommen im The Star Inn

Übernachten werden wir mit BritStops. Wir werden herzlich vom Team des The Star Inn begrüßt und bestens mit allem versorgt, was das Camperherz begehrt.

The Star Inn

Das Star Inn in wurde vor gerade mal einem Jahr von der sehr jungen Besitzerin übernommen und vollständig saniert. Die Handschrift der Inhaberin ist ein Misch zwischen englischer Tradition und Moderne. Das steht dem Haus ausgesprochen gut und man fühlt sich hier gleich wohl. Hinzu kommt das tolle Personal. Gut gelaunt, kommunikativ, informativ – eben so wie man sich den Pub-Wirt vorstellt.

Wir werden durch das reichhaltige Angebot an Getränken geführt und dürfen, wie es sich in einem guten Pub gehört testen, bevor wir uns für unseren Favoriten entscheiden. Da das Wetter einfach zu gut ist, nutzen wir den Biergarten.

Mit Abstand das beste Pub-Essen auf der Reise

Hier kocht die Chefin selbst. Und auch wenn das englische Pubessen überwiegend aus Burgern, Pommes und Pies besteht, schafft sie es  eine ganz besondere Note zu setzen und Geschmack an die Gerichte zu zaubern. Wir haben hier mit Abstand den besten Burger und den leckersten Kuchen auf unserer Reise genießen dürfen. So sieht gutes, regionales, frisches mit Passion zubereitetes Essen aus!

Das Kinderherz schlägt höher – England das Land der Burger und Pommes

Herr Mann weicht auf Seegetier aus und ich entscheide mich für die Lasagne mit heimischen Rindfleisch

Schoko, Schoko und noch mal Schoko…. mhhhhh

Wir genießen noch ein wenig den Abend. Morgen fahren wir dann durchs Dartmoor und besichtigen das Dartmoor Prison Museum in Princetown.

Wenn Ihr mehr über England erfahren wollt, dann könnt Ihr dem Blog weiter folgen. Wir nehmen Euch die kommenden Tage mit an die Westküste Cornwalls.

 

 

England 2018 – Tag 2 & 3 – Das Lotti-Mobil ist defekt

Das Lotti-Mobil ist defekt!

Schon bei der Hinfahrt (ausschließlich Autobahn und lange Strecken) haben wir uns gewundert, dass unser Lotti-Mobil nicht auf die gewohnte Endgeschwindigkeit kam. Wir haben es auf das Gewicht und die Landschaft geschoben und uns weiter keine Gedanken gemacht. Jetzt auf der Landstraße und in den kleinen Dörfern müssen wir ständig abbremsen und jedes Mal, wenn wir in den niedrigen Gängen vor einem Kreisel abbremsen, geht Lotti auf Notbetrieb. Will heißen 1000 Umdrehungen und Schritttempo. Also im Kreisel Motor aus, neu zünden und fahren, bis man wieder abbremsen muss. Nicht wirklich komfortabel und auch für die restliche Reise quer durch die Moore und die kleinen Dörfer praktikabel.

Also halten wir an einer Tankstelle und lassen uns die nächste Werkstatt von VW benennen. Wir haben Glück. In Salisbury gibt es einen VW-Händler. Das sind gerade mal 8 km von Stonehenge entfernt – überwiegend Landstraße. Somit fahren wir also los.

VW-Händler in Salisbury

Wir kommen um 17:30 beim VW-Händler an und haben vermeintlich Glück. Heute werden die Modelle der Saison vorgeführt und es sind tatsächlich noch Verkäufer vor Ort. Wir versuchen unser Problem zu schildern, als die Dame an der Rezeption auf Deutsch umschwenkt. Sie ist Deutsche und somit wird die technische Schilderung um einiges leichter. Da kein Techniker im Haus ist, müssen wir bis zum nächsten Tag warten. So wirklich will uns hier aber niemand helfen. So dürfen wir weder auf dem Gelände stehen bleiben (auch nicht auf dem nicht eingezäunten Teil) noch hat man wirklich Lust den Speicher auszulesen. Man wiegelt bereits am Sonntag ab. Außerdem wären sie voll ausgebucht und sie hätten gar keine Zeit und vermutlich wäre auch die Halle zu klein für uns. Da wir für heute keinen Plan mehr haben, beschließen wir morgen mit einem Techniker zu sprechen.

Ein toller Platz für eine Nacht

Wir schauen uns im Industrie-Mischgebiet um und finden auf einem Firmengelände einen Parkplatz direkt an einem kleinen Bach. Wir finden, dass der Platz besser ist, als die Straße und beschließen hier zu bleiben. Natürlich fallen wir auf und ein Mitarbeiter der Firma beäugt uns skeptisch. Schnell erklären wir ihm unser Problem, woraufhin er uns offiziell erlaubt hier stehen zu bleiben.

Idyllischer Stellplatz im Industriegebiet

Während wir unser Abendessen vorbereiten, kommen zahlreiche Leute vorbei. Unter anderem auch eine englische Familie mit einer Tochter, die so alt ist wie Herr Sohn. Die Mutter hat ein deutsches Abitur in England gemacht und auch die Tochter muss Deutsch lernen. Sie geht die Woche drauf auf Klassenfahrt nach Köln. Wir unterhalten uns eine Weile nett im Sprachkauderwelsch zwischen Englisch und Deutsch und bekommen den Hinweis, dass ein paar Meter weiter hoch eine Einstiegsstelle in den Bach sei und man hier gut schwimmen könne. Das lassen wir uns bei den Temperaturen nicht zweimal sagen. Zudem sind wir von Stonehenge ziemlich verstaubt.

Kalt – eiskalt – aber wunderbar an so einem heißen Tag

VW glänzt durch nicht vorhandenen Service

Die Nacht ist ruhig und wir stehen morgens ganz früh erneut bei VW auf der Matte. Die deutsch sprechende Dame von gestern hat unser Problem nicht im Haus kommuniziert. Die hiesigen Techniker haben keine Lust auf das Lotti-Mobil (halten wir fest der VW LT wird in England massenhaft gefahren, sodass der hier keine Besonderheit ist, sondern Tagesgeschäft). Zudem fühlen sie sich nicht zuständig, da das ein Commercial Vehicle sei. Da müssten wir zu VW Commercial Vehicle fahren. Auf unser Fragen hin, wo wir da hin müssten nur die Antwort: nach Westbury. Keine Adresse, keine Telefonnummer, keine Ankündigung und vor allen Dingen ist das besagte Westbury fast 140 km weit entfernt. Und das mit einem Fahrzeug, das nicht wirklich fahren will. Super Idee – Danke für den umwerfenden Service.

Not macht erfinderisch

Mittlerweile haben wir auf dem Nachbargrundstück einen VW LT 35 entdeckt. Wir laufen durch das Industriegebiet und finden die dazu gehörende Firma. Irgendwo muss der ja sein Fahrzeug warten lassen. Und mit Sicherheit fährt der dafür keine 140 km. Wir warten also, dass der Betrieb die Pforten öffnet und stellen dem Inhaber die Frage nach seiner Werkstatt. Der schaut uns nur völlig entgeistert an. Ich kann mir auch was Besseres vorstellen, als am Montag morgen als erstes irren Touristen zu begegnen. Schließlich sucht er uns eine Adresse von seinem Schrauber raus. Dieser sitzt im Salisbury in einem angrenzenden Industriegebiet. Strecke 3 km. Geht doch!

Die Schrauberbude schlechthin

Wir landen in einem Areal, bestehend aus vielen kleinen Hallen im Charme der 70er. So wirklich modern wirkt da kein Handwerksbetrieb. Alles ist ein wenig rummelig und der mit Abstand rummeligste Laden ist der von uns gesuchte Schrauber. Nach ein paar Wortwechseln stellen wir fest, dass auch er keine wirkliche Lust hat und seine Kapazitäten am Ende sind und und und… aber zwei Boxen weiter gäbe es noch eine Werkstatt. Somit rollen wir 30 Meter weiter und tragen erneut unser Problem vor.

OFFERING YOU THE BEST SOLUTION FOR YOU CAR

Hier treffen wir auf Mark & Elaine Carter und Team von https://www.newgarageharnhamltd.co.uk/ und stellen schnell fest, dass dieses Unternehmen voll und ganz hinter seinem Motto steht.


Sofort kommt man ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass Elaine selbst Wohnmobilist ist und im nächsten Sommer Deutschland bereisen möchte. Sie kann voll und ganz nachvollziehen, dass wir gerne unsere Tour weiter fortsetzen wollen. Somit wird der Techniker geholt. Der soll den Speicher auslesen. Leider kommt er mit dem vorhandenen Gerät nicht in die letzte Ebene hinein. Somit wird herum telefoniert bis ein geeignetes Diagnosegerät bei einer befreundeten Werkstatt gefunden wird. Ein Mitarbeiter fährt los, um es zu holen. Schnell wird daraufhin der Fehler diagnostiziert – das elektronische Gaspedal scheint defekt zu sein. Ein kleines schwarzes unscheinbares Kästchen im Motorraum.

Wenn es doch so einfach wär…

Leider gibt es das kleine schwarze Kästchen nicht in England und muss über VW Deutschland bestellt werden. VW ruft hierfür rund 480 Pfund zuzüglich MwSt auf. Damit wären wir mit Einbau bei rund 900 Euro gelandet. Viel schlimmer als das Geld war aber die Lieferzeit von über 14 Tagen!!!. Während mein Mann schon gedanklich die Heimfahrt antritt, überlege ich wie wir den Urlaub weiter gestalten. Immerhin haben wir alles bis auf ein Zelt dabei. Somit könnte man einen Mietwagen nehmen und weiter fahren. Das Lotti-Mobil würde im Zweifel der ADAC zurück holen. Aber bevor wir aufgeben telefoniert Elaine alle Schrotthändler ab, während wir zu Mercedes rollen und versuchen hier das gewünschte Teil zu bekommen. Aber auch hier ähnlich lange Lieferzeiten.

Der Techniker gibt derweil nicht auf und baut das Teil aus. Sprüht ordentlich Kontaktspray rein und baut es wieder ein. Der Fehler scheint erst einmal behoben, aber so richtig glücklich ist er nicht. Während Elaine die Schrotthändler weiter abtelefoniert, beschließen wir unsere Fahrt weiter fortzusetzen. Elaine wird uns kontaktieren, sobald sie das Teil hat und uns dieses dann zuschicken.

Als wir die Arbeit bezahlen wollen, werden wir erneut positiv überrascht.
Da Elaine das Problem nicht beheben konnte, möchte Sie kein Geld nehmen. Wir bieten dafür eine Übernachtungsmöglichkeit an, sobald sie in Deutschland sind und werden uns noch etwas überlegen, wie wir unser Glück weiter reichen können. Wir haben an diesem Tag viele tolle Menschen kennen gelernt, welche uns mit ihrer liebenswerten Art reich beschenkt haben. Dafür sind wir sehr dankbar!

Somit geht unsere Reise weiter – im übrigen problemlos!!!! – und ihr könnt uns weiter begleiten. Wir starten durch in Richtung Dartmoor.

Dear Elaine, dear Mark, you have saved our holiday. Thank you very, very much for your great effort! You are always welcome with us.

 

 

Small british Tea-Time with Scones

Scones – einfach einmalig lecker!

Wer durch England reist, kommt einfach nicht an ihr vorbei – der kleinen Tea-Time. Hierbei haben die englischen Cafes so ihren ganz eigenen Charme. Mit liebevoll zusammen gewürfelten Inventar im Shabby-Look bieten sie wenige Plätze auf kleinstem Raum. Oft im Erdgeschoss eines kleinen Wohnhauses oder im Gärtchen. Die fleißigen Bäcker stellen ihre Leckereien in schönen Vorratsgläsern und auf Glasplatten aus. Meistens umgeben von Blumen, Wimpelketten und geblümten Tischdecken. Die fast improvisierten liebevoll geführten Cafes findet man oft verborgen in den kleinen Nebengassen, in Parkanlagen aber auch der eine oder andere Golfplatz bietet hier  selbst gemachte Köstlichkeiten an.


Der Renner unter den Tee-Gedecken ist und bleiben wohl die Scones mit clotted Cream und Marmelade. Scones sind eine Art Rosinenbrötchen, welche mit einem sehr fettigen Rahm und Marmelade angeboten werden. Clotted Cream gibt es leider in Deutschland nicht zu kaufen, jedoch finden wir, dass Mascarpone auch hervorragend passt.

Hier nun mein Rezept, welches ich übrigens in meinem Kinderkochbuch gefunden habe. Ziemlich simpel, aber einfach gut.

Zutaten für 8 Scones

1 Päckchen 20% Quark a 250g
2-3 Eßlöffel Zucker
6 Eßlöffel neutrales Öl
6 Eßlöffel Milch
1 Prise Salz
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
Rosinen
Sahne zum Bestreichen

Alle Zutaten mit einem Handrührgerät mischen. Den teig zum Schluß noch einmal mit der Hand zusammen kneten. Die Masse in 8 gleiche Stücke teilen. Runde Kugeln formen und diese auf ein Backblech setzen. Die Kugeln mit Sahne bestreichen und dann ca. 20 Minuten bei 200 Grad Umluft goldgelb backen.

Scones auskühlen lassen und mit Mascapone und Erdbeermarmelade hübsch angerichtet servieren. Dazu eine Kanne schwarzen Tee mit Sahne und Kandis oder Zitrone.

Ich wünsche Euch eine zauberhafte Tea-Time!
Eure Alexandra

PS: Mehr Englandimpressionen gibt es demnächst in unserem Reisetagebuch .

C-Kennzeichen für WOMOS – hier unterschreiben!

Gegen  Dieselfahrverbot und Regulierungsaktionismus

Ja, ich bekenne mich; ich halte die ganze Diskussion um Dieselfahrverbote unter Betrachtung der gesamten Situation für einmaligen Schwachsinn. Es handelt sich hierbei für mich um reinen Aktionismus.

Wie immer ohne Kopf und Konzept

Und so lange komplette Konzepte für die Mobilität eines Landes fehlen, Bahnlinien zurück gebaut werden, Konsum und Transport von Billigwaren auf LKWs weiter gepuscht wird – so lange Kreuzfahrtschiffe und Flugreisen promoted werden, so lange Industrieanlagen keine Filter haben müssen, so lange unsere Fahrzeuge dann in Afrika weiter fahren dürfen – so lange weigere ich mich Maßnahmen zu unterstützen, welche ganzen Bevölkerungsgruppen (Arbeitnehmern, Handwerkern, Kleine Stellplatzbetreiber, Anbieter von Tourismus, Lebenskünstlern) schaden.

Vernichtung von Kapital und Arbeitsplätzen

Die Verbote führen zu erheblichen Kosten für PKW-Neuanschaffungen bei fast allen Familien, der Wert von Fahrzeugen sinkt ins unendliche, es gibt keine alternativen Lösungen wie Bahnlinien, P&R, ordentlicher Nahverkehr mit guten Anbindungen und einer guten Taktung. Das Fahrverbot von Womos wird mangels Infrastruktur zu einem Einbruch des Tourismus in den Städten führen. Theater, Restaurants, Freizeitanbieter profitieren vom Tourismus, genauso wie kleine Stellplatzanbieter in den Städten. Hier werden aktiv Arbeitsplätze gefährdet.

Zudem sind Womo-fahrer in der Regel Naturverbunden und bei einer Fahrleistung vom im Schnitt um die 5000 km im Jahr, mit Sicherheit noch nicht mals ein Trofpen auf dem Stein.

Hier gehts also zum Link von Open Petition. Bitte fleißig teilen.

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