Allen Ernährungstrends zum Trotz lieben wir Brot und eine ordentliche Brotzeit. Ob Süß am Morgen oder herzhaft am Abend.  Brot ist bei uns eine willkommene Alternative, wenn einfach niemand Lust zum Kochen hat oder die Zeit zu knapp ist.

Verärgert hat uns im Zusammenhang mit dem Thema Brot lediglich, dass es immer weniger echte Bäcker gibt, die ihr Handwerk verstehen und dafür sorgen, dass Abwechslung auf den Tisch kommt. Hier auf dem Land wird die Bäckerdichte zudem immer geringer, da diesen die Supermärkte mit den Fertigwaren Konkurrenz machen. Auch finden die Bäcker oft keine Azubis. Früh aufstehen ist halt nicht immer komfortabel.

Ehrlich und ohne Zusatzstoffe

Brot backen ist gar nicht so schwer. Daher backen wir unser Brot für eine gute und abwechslungsreiche Brotzeit immer häufiger auch mal selbst. Das geht dank Home-Office bzw. Büro im Anschluss an das häusliche Umfeld quasi nebenbei. Einzig 15 Minuten müssen für das Anmischen und Kneten investiert werden. Den Rest macht der Backofen.

Ich verzichte bei Brot backen dankend auf einen Brotbackautomaten. Dieser braucht viel zu lange. Zudem ist das Backen hier manchmal etwas kritisch, wenn man sich nicht genau an die Mengen hält oder der Teig mehr aufgeht als gedacht. Da für mich backen und kochen immer auch etwas mit Experimentieren zu tun hat, weiß man nie so genau, was am Ende passiert. Rezepte sind für mich Leitlinien und Ideengeber.
Auch ist bei uns bis heute noch keine Küchenmaschine eingezogen. Somit knete ich per Hand, was auch nicht wirklich schlecht ist, da man ein Gespür für den Teig bekommt.

Zum Brot backen verwende ich normales Mehl über alle Sorten, wie es im Handel erhältlich ist. Wer eine Großfamilie sein Eigen nennt, kann sich überlegen, ob er Getreide in 10 kg Säcken kauft und vorher frisch mahlt. Für uns reicht der normale Kauf im Supermarkt. Achtet aber darauf, dass ihr das Mehl nicht zu lange stehen lasst. So verliert es schon gemahlen einfach zu viele Vitamine.

Das Grundrezept – total simpel

Für den Alltag backe ich ganz gerne mit Vollkorn. Das Brot sättigt länger und hält sehr gut die Feuchtigkeit. Daher hier die Basics für das Kastenbrot.

500 g Weizenvollkornmehl

500 g Dinkelvollkornmehl

Hefe / Alternativ eine gute Trockenhefe

Wasser ca. 200-300 ml

Salz 1 Esslöffel

Ihr setzt wie gewohnt die Hefe mit ein wenig Mehl, Wasser und einen Löffel Zucker an. Alternativ kippt Ihr alle Zutaten zusammen und knetet den Teig ca. 5 Minuten kräftig durch, damit sich alle Klebestoffe im Mehl lösen. Ihr merkt, dass der Teig richtig ist, wenn er sich zu einer festen Kugel formen lässt und kein Mehl mehr an den Fingern klebt oder noch bröselige Teigreste in der Schüssel zu finden sind. Wasser gebe ich nach Bedarf hinzu. Meistens fange ich mit 200 ml an und arbeite mich dann vor. Was noch rein muss, hängt von meiner Kreativität ab.

Den Teig lasst Ihr gehen. Ich stelle ihn hierfür in den Backofen und nutze die Gährstufe. Um so länger Ihr den Teig gehen lasst, desto mehr Stoffe im Getreide werden durch die Hefe fermentiert. Das ist gut, denn so entgeht Ihr dem Blähbauch oder Bauchschmerzen, welche oft nach dem Genuss von Industriebrot auftreten. (hier wirkt Chemie schnell, sodass der Teig nicht mehr gehen muss und der Industriebäcker Zeit spart.) Mehr Infos gibt es unter dem Link.

Im Normalfall steht bei mir der Teig zwischen 2 und 4 Stunden. Zwischendrin knete ich ihn noch mal durch, damit Sauerstoff rein kommt.

Varianten zum Grundrezept

Wenn Ihr einmal verstanden und gefühlt habt, wie sich Euer Teig anfühlen muss, ist Eurer Kreativität beim Brot backen keine Grenze gesetzt. So finden sich bei uns im Brot häufig die Nudeln oder die Kartoffeln vom Vortag wieder. Auch Karotten machen sich ganz fein gerieben sehr gut. Natürlich könnt Ihr auch diverse Körner und Nüsse hineingeben. Chiasamen, Sonnenblumenkerne, Haferflocken oder Nüsse sind eine leckere Abwechslung.

Wer mag, kann auch mit Gewürzen experimentieren. Achtung manche Gewürze sorgen dafür, dass das Brot unansehnlich grün oder gelb wird. Leider findet die Farbe keine Gegenliebe bei den Familienmitgliedern, obgleich der Geschmack super ist.

Freunde des deftigeren Geschmacks tauschen das Dinkelmehl gegen Roggenvollkornmehl und geben noch etwas Sauerteig hinzu. Da Roggenmehl recht kompakt ist, braucht es meistens auch noch ein Stück Hefe mehr. Hier benötigt Ihr ggf. ein wenig mehr Flüssigkeit. Das merkt Ihr aber spätestens beim nochmaligen Kneten nach einer Stunde. Wer den Roggengeschmack mag, das Brot aber zu kompakt ist – ich knete meistens eine Hand voll feiner Haferflocken mit ein. Das macht das Brot etwas luftiger. Zudem streue ich die Flocken auf den Teig. Dann klebt er nicht so an der Form.

Zusätzlich könnt Ihr auch die Flüssigkeiten austauschen. Anstelle von Wasser schmeckt Buttermilch sehr lecker. Auch Malzbier ist eine Option.

Backen und fertig

Den Teig gebe ich dann in eine geölte Kastenform. 200 Grad ca. 45 Minuten und Euer Brot ist fertig. Wenn Euer Brot schön knusprig werden soll, dann direkt nach dem Backen so lange es heiß ist, das Brot mit einem feuchten Handtuch abtupfen oder mit Wasser einsprühen. Achtung kein kaltes Wasser auf heiße emaillierte Bleche und den Ofen tropfen lassen. Die Emaille kann so Schaden nehmen.

Schade, dass ich hier gerade kein Geruchs-Internet habe. Das ganze Haus duftet nach dem Brot.

Besonderer Hinweis

Wenn Ihr Sauerteig verbackt, dann wird das über kurz oder lang eine normale Kastenform nicht mitmachen und die Beschichtungen werden sich ablösen. Die meisten Formen sind weder auf die Temperatur von 200 Grad noch auf Säuren ausgelegt. Somit solltet Ihr Euch überlegen, ob es denn eine neue Form sein darf. Ich bin jetzt an dem Punkt angekommen und werde Euch gerne demnächst meine Erfahrungen berichten.

So, jetzt wünsche ich Euch viel Spaß beim Experimentieren. Bei uns gibt es heute Roggen-Haferflocken-Brot und Haselnussbrot.

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